Alumni Akademie 2026
Von internationalen, innovativen Transferprozessen zu kreativen, vielfältigen Transferstrategien
Vom 19. bis 25. August fand die diesjährige Alumni Akademie zu dem Themenschwerpunkt „Transferprozesse gestalten, Innovative Initiativen entwickeln“ statt. 19 internationale Alumni, die an der Universität Siegen studiert oder geforscht haben, nahmen an dieser Projektwoche teil, um sich gemeinsam über die Wirkung und den Erfolg von Transferprozessen auszutauschen. Neben Beiträgen zu Transferprojekten aus ihrem jeweiligen Umfeld haben auch Wissenschaftler*innen von der Universität sowie Akteure aus der Region haben mit Einblicken in Projekte zu den fünf Transferbereichen „Hochschule und Wirtschaft“, „Forschung und Gesellschaft“, „Alt und Jung“, „Regional und International“ sowie „Menschen und Kulturen“ zu einem internationalen und interkulturellen Diskurs beigetragen.
Seit 2013 findet regelmäßig in einem inzwischen rotierenden Hybrid-Modell die Alumni Akademie statt. Mit der gemeinsamen Leitung von Dr. Susanne Padberg, Alumni-Büro und Prof. Dr.-Ing. Mathias Wirths, Department Architektur der Universität Siegen wird die Tradition der Alumni Akademie somit seit über einem Jahrzehnt fortgeführt.
Nahezu jeder Kontinent war auf der diesjährigen Alumni-Akademie vertreten. Die Internationalen Teilnehmer reisten aus Asien, Afrika, Nord- und Südamerika sowie aus Ost-Europa an, um gegenseitig ihre Erfahrungen zu Transferprozessen auszutauschen und Einblicke in innovative Transferprojekte zu bekommen.
Die siebentägige Projektwoche fand entsprechend der Themenschwerpunkte mit Beiträgen, Einblicken, Workshops und gemeinsamen Aktivitäten an verschiedenen Standorten an der Universität wie auch in der Region statt. Ob in der Qulturwerkstatt in Netphen, in den Klimawelten in Hilchenbach, dem Erfahrungsfeld SCHÖN und GUT am Fischbacherberg oder im Entrepreneurship Center der Universität, das Programm der Alumni Akademie ist facettenreich wie noch nie zuvor.
Den Startschuss für die Alumni-Akademie gab es mit dem ersten Programmtag im INCYTE, dem neuen Forschungsgebäude der Universität.
High-Tech: Wie Technologie begeistert
Prof. Dr.-Ing. Peter Haring Bolívar, Leiter einer Forschungsgruppe im INCYTE, sowie Prof. Dr. Rainer Wieching, Leiter des universitären Transferprojektes FUSION, eröffneten mit ihren Beiträgen die Projektwoche mit dem Fokus auf den Transferbereich „Forschung und Gesellschaft“.
Passend dazu erläuterte Prof. Wieching wie Neurorobotik in einer alternden Gesellschaft von Nutzen sein kann. Dafür stellte er eine wichtige Frage: Wie können wir nicht nur unsere Region, sondern auch ländliche Regionen z.B. in Afrika unterstützen? Die Antwort lautet, mithilfe von Neurorobotik. Ziel soll es sein, mit dieser Technik, Menschen im fortgeschrittenen Alter im Alltag zu unterstützen. In diesem Bereich ist unter anderem das Projekt FUSION in Forschung und Anwendung tätig.
Nach dem Beitrag zur Forschungskooperation und Innovation von Prof. Haring Bolivar konnten die Teilnehmer*innen die Anwendungen dazu bei einem Rundgang durch das neue Forschungsjuwel INCYTE kennenlernen.
Doch nicht nur das High-Tech-Forschungszentrum der Universität waren die internationalen Alumni fasziniert. Besonders beeindruckt waren sie auch von eleQtron, einem aus der Universität entstandenen Quantencomputer-Startup, das nicht nur die Hardware für Quantencomputer selbst entwickelt, sondern auch die Quanten-Mikrochips baut. Produktmanagement-Leiter und Alumnus Christian Friedrich führte die Gruppe nach einem informativen Vortrag durch die Räume des Unternehmens, in denen im wahrsten Sinne des Wortes MAGIC entsteht, nämlich die patentierte Magic-Technologie (Magnetgradienten-induzierte Kopplung). Für viele war das Highlight der Ionenfallen-Quantencomputer, der sich in einem speziellen, gekühlten Bereich des Gebäudes befindet, den die Teilnehmer nur in Schutzkleidung betreten durften. Von diesen besonderen Eindrücken berichteten die Alumni auch Tage später noch.
Durch Mikrofon und Bildschirm zum Transferprozess
Bereits am zweiten Tag ging es im Innovationslabor des ZIMT (Zentrum für Informations- und Medientechnologien der Universität) nicht nur aktiv, sondern vor allem kreativ zu.
Nach einer kurzen Einführung standen die Mitarbeiter des ZIMT Steffen Weyand, Marc Brian Kohler, Joshua Burgmann und Sören Bloscheck den Alumni für die Entwicklung von besonderen Formaten zur Seite. Denn nach den Beiträgen der Alumni aus dem Transferbereich „Universität und Wirtschaft“ sollte in der Ideenwerkstaat der Austausch zu regionalen und internationalen Perspektiven in Audio- und Videoformaten festgehalten werden. In Form von Podcast-Aufnahmen und kurzen Videos erörterten die internationalen Wissenschaftler in kleinen Gruppen Fragestellungen zu den Transferprozessen. Diese interaktive Aufgabe brachte bei vielen Teilnehmern ihr rhetorisches und mediales Talent zum Vorschein. Am letzten Tag der Alumni Akademie wurden dann die Videos sowie Podcasts gemeinsam mit den Ergebnissen aus den weiteren Workshops dem Plenum im FUSION-FORUM präsentiert.
Während der gesamten Projektwoche stellten Teilnehmer ihre Beiträge zu den unterschiedlichen Transferbereichen vor. Dabei ging es immer um erfolgreiche Transferprojekte und dessen Auswirkungen. Im internationalen Diskurs haben die vorgestellten Transferprojekte nicht nur für den Austausch von Wissen gesorgt. Sie haben auch gezeigt, wie wichtig zum Beispiel ein intergenerationaler Wissenstransfer ist, was insbesondere im Transferbereich „Alt und Jung“ auch aus internationaler und interkultureller Perspektive deutlich wurde. Junge Generationen können der älteren Generation neue Technologien nahebringen, während die ältere Generation ihr Wissen und ihre Erfahrungen mit der jüngeren Generation teilen. So könne man gleichzeitig Altersdiskriminierung vorbeugen. Um Kulturen zu bewahren, zeigte ein weiteres Beispiel aus den afrikanischen Ländern die besondere Bedeutung der Vielfalt der lokalen Sprachen. Es sei wichtig, diese Vielfalt durch Sprechen über die Generationen aufrechtzuerhalten. Das sei nur mit Hilfe von Sprechen und somit des Wissenstransfers von der älteren zur jungen Generation möglich. Denn Sprache und damit die Kuturen könne sich nicht selbst erhalten.
Gemeinsam Transferprozesse erleben
Am vorletzten Tag ging es ganz im Sinne der „Transferprozesse“ mit einer Exkursion zum Gasometer mit der Ausstellung „Mythos Wald“ in Oberhausen und zum Landschaftspark Nord in Duisburg. Dort wurden für die Alumni die unterschiedlichen Facetten von Transferprozessen nicht nur sichtbar, sondern auch erlebbar. So lud die Führung durch das ehemalige Hüttenwerk in Duisburg zum krönenden Abschluss ein, den Hochofen 5 über ganze 252 eiserne Treppen zu besteigen. So konnten die Alumni auf der 70 m hohen Aussichtsform einen Ausblick über das Ruhrgebiet erhaschen.
Was diese Alumni Akademie für die Teilnehmer*innen zu einer besonderen gemeinsamen Erfahrung machte, war die Vielseitigkeit, die viel Gestaltungsspielraum ermöglichte. Von einer gemeinsamen Kunstperformance „Leaving traces“ auf dem Erfahrungsfeld SCHÖN und GUT oder einem Koch-Event in Klimawelten, in der in Gruppen gemeinsam traditionelle Gerichte aus verschiedenen Ländern zubereitet wurden, einem Erlebnisbesuch in der Qulturwerkstatt bis hin zur Exkursion ins Ruhrgebiet.
Alumni Family for life
Die Alumni Akademie ist mehr als nur eine Projektwoche. Sie fördert den Diskurs zwischen regionalen und internationalen Perspektiven. Sie macht nicht nur den Wissensaustausch möglich und lässt neue gemeinsame Projekte auch außerhalb der Alumni Akademie entstehen, sondern erschafft nachhaltig eine internationale, inzwischen starke und fast schon familiäre Gemeinschaft. So hat sich über die Jahre hinweg in der Alumni Akademie Community der Universität Siegen der Begriff der Alumni Family etabliert. Untereinander herrscht ein Verhältnis wie unter Familienmitgliedern, was bei jedem Außenstehenden mehr als nur Bewunderung auslöst. Es ist ein Zustand, der einzigartig ist.
Die Projektwoche wurde vom DAAD mit Mitteln des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) gefördert.
Duygu Cicek, Alumni-Redaktion