Britta Gemmeke
Doktorand und wissenschaftlicher Mitarbeiter am Romanischen Seminar der Universität Siegen
Gastuniversität: Universität von Orléans
Aufenthaltsdauer: 12. September - 8. Oktober 2022
Über mich
Seit 2020 arbeite ich als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Romanischen Seminar der Universität Siegen am Lehrstuhl von Prof. Dr. Britta Thörle. Zurzeit schreibe ich meine Doktorarbeit über silbenbezogene Ausspracheprobleme in der französischen L2. Meine Forschungsinteressen umfassen Phonologie, Zweitspracherwerb und mündliches Französisch.
Vorbereitungen
Über eine Mailingliste erfuhr ich von der Möglichkeit eines einmonatigen Forschungsaufenthaltes an einer der ATHENA-Universitäten und wusste sofort, dass ich die Gelegenheit für einen Forschungsaufenthalt in Orléans (Frankreich) nutzen wollte. Ich hatte bereits weitreichende Verbindungen zu einigen Forschern des Laboratoire Ligérien de Linguistique (LLL) in Orléans aufgrund eines ATHENA-Forschungsprojekts namens"ESLO pour la formation universitaire: FLE et sciences du langage" unter der Leitung von Britta Thörle (Universität Siegen) und Marie Skrovec (Universität Orléans), das den Einsatz von ESLO als Ressource in der akademischen Lehre testet.
Nach dem Auswahlverfahren erhielten wir per Mail alle notwendigen Informationen zur Organisation des Aufenthaltes. Außerdem gab es ein Treffen mit den ATHENA-Mitarbeitern, die die ATHENA European University vorstellten und unsere Fragen beantworteten. Vor meinem Aufenthalt setzte ich mich auch mit Marie Skrovec, meiner Ansprechpartnerin in Orléans, in Verbindung. Gemeinsam legten wir die Inhalte meines Aufenthaltes fest.
Inhalt des Aufenthaltes und Nutzen für die Arbeit
Eines der Hauptziele meines Besuchs an der Universität Orléans war es, einen genaueren Einblick in das französische Universitätssystem aus der Perspektive eines Forschers zu bekommen. Außerdem wollte ich mit Experten auf dem Gebiet meiner Dissertation in Kontakt kommen. Besonders hilfreich war es für mich, dass ich mit Céline Dugua zusammenarbeiten konnte, die an der Universität Orléans auf Phonologie und Spracherwerb spezialisiert ist.
Außerdem wollte ich mein Forschungsprofil durch die Arbeit mit dem ESLO-Korpus erweitern, das eine der größten Datenbanken für gesprochenes Französisch darstellt und vom LLL betreut wird. Während meines Aufenthalts konnten die Kollegen in Orléans und ich das vorgenannte Projekt vorantreiben. Ich habe auch gelernt, wie man die TXM-Software zur Annotation von mündlichen Korpora verwendet. Alles in allem wurde die Zusammenarbeit innerhalb des Teams während meines Aufenthaltes erheblich erleichtert und bereichert.
Der aufregendste Moment meines Aufenthalts war wohl, als ich mein Dissertationsprojekt vor zahlreichen Mitgliedern des LLL und Masterstudenten präsentierte. Das Feedback enthielt einige sehr nützliche Fragen und Kommentare, die ich bei meiner weiteren Forschung berücksichtigen werde.
Ich würde meinen Kollegen einen Besuch an der Universität Orléans auf jeden Fall empfehlen, denn ich wurde sehr herzlich empfangen und sofort in die Forschungsaktivitäten integriert. Ein Aufenthalt lohnt sich für jeden, der sich für die am LLL behandelten Themen interessiert.
Das Leben in Orléans
Orléans hat eine wunderschöne Altstadt mit einer beeindruckenden Kathedrale und verschiedenen anderen historischen Gebäuden. Außerdem ist sie sehr charmant mit ihren engen Gassen, kleinen Boutiquen und Bars sowie dem Fluss Loire, an dem man sich entspannen oder spazieren gehen kann. Der Hauptcampus der Universität von Orléans liegt außerhalb der Stadt, aber es gibt eine Straßenbahn, die in regelmäßigen Abständen fährt und in etwa 30 Minuten vom Stadtzentrum zur Universität gelangt.
Fazit
Ich hatte vor meinem Besuch nur vage Vorstellungen und Erwartungen, aber in diesen vier Wochen habe ich so viel mehr gelernt, als ich dachte. Besonders dankbar bin ich für die Unterstützung durch die Kollegen vor Ort, die meinen Aufenthalt zu einer sehr angenehmen und produktiven Erfahrung gemacht haben.
Meine Erfahrung in Kurzform
Mein Forschungsaufenthalt an der Universität Orléans war für mein Dissertationsprojekt und andere künftige Forschungsarbeiten von großem Nutzen, da ich mit Experten auf meinem Gebiet zusammenarbeiten konnte, neue Methoden und Forschungsperspektiven kennen lernte und einen tieferen Einblick in das französische Forschungssystem erhielt.