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Doing City. Der Stadt-Raum als soziale Konstruktion in der Moderne

Workshop an der Universität Siegen

28.-29. November 2024

Veranstalterinnen: Dr. Daniela Mysliwietz-Fleiß und Univ.-Prof. Dr. Angela Schwarz

Die moderne Stadt, verstanden als ein baulich und kulturell verdichteter Raum, ist ein Brennglas gesellschaftlicher Entwicklungen, unter dem sich soziale Konflikte, Kämpfe um Anerkennung und Teilhabe ebenso wie um Abgrenzung und wirtschaftliche, politische, kulturelle Leitbilder zeigen.

Dabei ist es wichtig, nicht nur die Genese einer Stadt als Ergebnis des interessengeleiteten Handelns sozialer Gruppen zu begreifen, sondern auch ihre mentale Konstruktion und Aneignung herauszuarbeiten. Es ist Ziel des Workshops, dies zu untersuchen und im Rahmen einer Neuen Kulturgeschichte die bisher vor allem politisch und sozioökonomisch ausgerichtete Urbanisierungsforschung durch die Thematisierung der kulturellen Urbanisierung in historischer Perspektive zu erweitern.

 

Doing City

Die moderne Stadt, verstanden als ein baulich und kulturell verdichteter Raum, ist ein Brennglas gesellschaftlicher Entwicklungen, unter dem sich soziale Konflikte, Kämpfe um Anerkennung und Teilhabe ebenso wie um Ab- und Ausgrenzung und wirtschaftliche, politische und kulturelle Leitbilder zeigen. Sie eignet sich daher für die Erkundung der relevantesten Themen, mit denen sich eine Gesellschaft auseinandergesetzt hat. Insbesondere die Diskussion darum, wem die Stadt 'gehört', welche Gruppen den Stadtraum baulich gestalten, ihn vorrangig nutzen und Deutungshoheit über ihn ausüben darf, ist so alt wie die Stadt selbst. So lassen sich viele der gegenwärtigen Diskussionen in übergeordnete Diskurse einordnen, deren Anfänge mitunter bis ins 19. Jahrhundert zurückreichen, darunter die um die Aufteilung der Verkehrswege häufig mit Blick auf die Bedürfnisse des Fuß- oder Radverkehrs sowie des öffentlichen Personennahverkehrs oder um die Entsiegelung einstmals verschlossener Flächen und der damit einhergehenden Begrünung der Stadt, um den Einflüssen des Klimawandels besser gewachsen zu sein. Die Analyse genau dieser Diskurse lässt die verschiedenen Distinktions- und Integrationsbemühungen der durch multiple Kategorien der Zugehörigkeit definierten Gesellschaftsgruppen innerhalb des Stadtraums als einem gebauten wie kulturellen Raum sichtbar werden. Auf die Art kann sie einen neuen Blick auf gesellschaftliche, (lokal-)politische und soziale Fragestellungen in ihrer raumzeitlichen Verortung ermöglichen.

Ziel des Workshops ist es, nicht nur die topographisch-bauliche Genese einer Stadt als Ergebnis des interessengeleiteten Handelns sozialer Gruppen zu begreifen, sondern ebenso ihre mentale Konstruktion und Aneignung herauszuarbeiten. Dabei kommen Ansätze einer Neuen Kulturgeschichte zum Einsatz, um die bisher vor allem politisch und sozioökonomisch ausgerichtete Stadtgeschichtsforschung durch die Einbeziehung der kulturellen Urbanisierung zu erweitern.

In diesem Rahmen sollen demnach

  • der individuelle und der kollektive Umgang mit dem urbanen Raum als ein Vorgang der Aneignung und Sinnzuschreibung interpretiert,
  • Spannungen und Widersprüche zwischen strukturellem und mentalem Wandel und ihr Einfluss auf die Entwicklung einer Stadt untersucht,
  • sich überlagernde mentale Räume ausgewiesen und in ihren Beziehungen zueinander erforscht, sowie
  • die konkurrierenden Distinktionsbemühungen und Machtverhältnisse innerhalb des Stadtraums in seiner subjektiven Dimension sichtbar gemacht werden.

Um die zuvor skizzierten Fragen nach Aneignung des Stadtraums, nach Distinktion durch diese Aneignung sowie nach den darin sichtbaren Machtverhältnissen zu beantworten, werden Kategorien der Zugehörigkeit wie gesellschaftliche Schicht, Geschlecht, Ethnizität, Alter und sexuelle Orientierung als Untersuchungsleitlinien dienen, die untrennbar mit Fragen der Ermächtigung in sozialen Räumen verbunden sind. Der Workshop wird das Themenfeld anhand unterschiedlicher Fallbeispiele aus verschiedenen Blickwinkeln erschließen, wobei der Schwerpunkt auf unterschiedlichen Regionen Deutschlands in der Zeit seit dem Zweiten Weltkrieg liegt.

Weitere Informationen auf H-Soz-Kult:

Der Workshop findet vom 28.-29. November 2024 am Campus Unteres Schloss in Raum US-C 112 (Hörsaalzentrum) der Universität Siegen statt. Er beginnt am Donnerstag (28.11.2024) um 13:00 Uhr und am Freitag (29.11.2024) um 9.00 Uhr. Der Workshop endet am 29. November gegen 15:30 Uhr.

Der Workshop ist in folgende vier Sektionen gegliedert:

  1. Impulsvorträge
  2. Soziale Phänomene und ihre räumliche Situierung
  3. Fallbeispiele - Gütersloh
  4. Fallbeispiele - Siegen

Für weitere Fragen stehen Ihnen die Veranstalterinnen gerne per Mail unter fleiss@geschichte.uni-siegen.de oder telefonisch unter den Rufnummern 0271-740-4623 (Daniela Mysliwietz-Fleiß) bzw. 0271-740-3473 (Sekretariat Petra Schöppner) zur Verfügung.

 

Tag 1: Donnerstag, 28. November 2024

13:00 – 13:30 Uhr 
 
Begrüßungskaffee
13:30 – 14:00 Uhr Einleitung 
Daniela Mysliwietz-Fleiß und Angela Schwarz (Siegen)
 
Sektion I: Impulsvorträge

Raum: US-C 112

14:00 – 15:10 Uhr 
 
Stadt – Raum – Urbanität. Zum Einzug raumzeitlicher Aspekte in die historische Stadtforschung 
Susanne Rau (Erfurt)
  Zwischen "Weltkulturerbe" und "geschichtslosen Orten". Historische Forschung und die sozialräumliche Ordnung der Stadt 
Sebastian Haumann (Salzburg)
15:10 – 15:30 Uhr 
 
Kaffeepause
 
Sektion II: Soziale Phänomene und ihre räumliche Situierung

Raum: US-C 112

15:30 – 17:10 Uhr Soziale Choreografien des Alltags. Emotionen, Interaktionen und Identitätsbildung im Dortmunder Norden der 1950er Jahre 
Ronny Grundig (Greifswald)
  Stadt verhandeln. Theorie und Praxis der Religionsfreiheit und ihrer Räume 
Beate Löffler (Dortmund)
17:10 – 17:20 Uhr Kaffeepause
17:20 – 18:10 Uhr Der Flohmarkt. Ein urbanes Ereignis und seine lokalen Lesarten 
Stefan Zeppenfeld (Bochum)
19:30 Uhr 
 
Abendessen

Tag 2: Freitag, 29. November 2024

 
Sektion III: Fallbeispiele – Gütersloh

Raum: US-C 112

09:00 – 10:40 Uhr Vermessen, Bewerten, Vergleichen. Städterankings als Stadtbildkonstrukteure am Beispiel Güterslohs seit den 1970er Jahren 
Joana Gelhart (Hamburg)
  Jugendzentrumsgeschichte als Stadtgeschichte. Anti-fordistische Raumauseinandersetzungen in einer Mittelstadt in den 1970er Jahren am Beispiel Güterslohs 
Tim Zumloh (Münster)
10:40 – 11:00 Uhr Kaffeepause
 
Sektion IV: Fallbeispiele – Siegen

Raum: US-C 112

11:00 – 12:40 Uhr Vom "Vorzeigeprojekt" zum Problem? Mentale Aneignung der Siegener Winchenbachsiedlung 
Katrin Minner (Siegen)
  Stadtraum als diskursiv gestaltete Lebenswelt. Der Bau und Abriss der Siegplatte als Kristallisationspunkt 
Daniela Mysliwietz-Fleiß (Siegen)
12:40 – 12:50 Uhr Kaffeepause
12:50 – 13:10 Uhr Abschluss und Diskussion 
Moderation: Daniela Mysliwietz-Fleiß und Angela Schwarz (Siegen)
anschließend 
 
gemeinsames Mittagessen

(Stand: 26.11.2024, Änderungen vorbehalten)

Auf dieser Seite finden Sie alle Informationen, wie Sie am Workshop "Doing City. Der Stadt-Raum als soziale Konstruktion in der Moderne" teilnehmen können.

Teilnahme: 
Die Teilnahme an der Tagung steht allen Interessierten offen. Eine Anmeldung ist obligatorisch, da die Zahl der Plätze im Tagungsraum begrenzt ist. Die Anmeldung ist vom 15. Oktober bis zum 15. November 2024 per E-Mail möglich. Es wird keine Tagungsgebühr erhoben. Vortragende benötigen keine zusätzliche Anmeldung zum Workshop.

Programm: 
Das Tagungsprogramm finden Sie in der Rubrik Programm. Änderungen am Programm sind auch kurzfristig vorbehalten. Über aktuelle Änderungen informiert die Tagungsleitung vor Ort.

Anreise: 
Die Veranstaltung findet in Raum US-C 112 am Campus 'Unteres Schloss' der Universität Siegen statt. Der Campus liegt zentral in der Siegener Innenstadt und ist fußläufig vom Hauptbahnhof aus in gut 10 Gehminuten (rund 750 Meter) zu erreichen. Parkmöglichkeiten für PKW bestehen im Parkhaus 'Unteres Schloss' (Contipark Tiefgarage Unteres Schloss, Kosten lt Webseite des Betreibers: maximal 7 € pro Tag). Das Gebäude US-C ist das ehemalige Karstadt-Kaufhaus. Der Eingang befindet sich auf dem Schlossplatz. Für weitere Informationen zur Anreise nach Siegen nutzen Sie die Webseite der Universität mit Anfahrtsinformationen und Lageplänen des Campus 'Unteres Schloss'. Reiseauskünfte zu öffetnlichen Verkehrsmitteln finden Sie über die Webseiten der Deutschen Bahn, des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr und der Verkehrsgemeinschaft Westfalen-Süd.

Unterkunft: 
Die Veranstalterinnen stellen keine Unterkunft für Gäste zur Verfügung. Sie können sich auf der Seite mit den Informationen zu Anreise und Unterkunft (wird mit Beginn der Anmeldezeit bereit gestellt) über Hotels in Siegen informieren. Außerdem bieten sowohl die Stadtmarketing Siegen GmbH unter https://visitsiegen.de/tourismus/touristinformation als auch der Touristikverband Siegen e.V. unter https://www.siegen-wittgenstein.info/de/poi/tourist-information/tourist-information-siegen/6470299/#caml=8hk,1bs6ks,8ew4w3,0,0 weitergehende Informationen zu Unterkünften in Siegen und Umgebung an. Die Vortragenden werden von den Veranstalterinnen im Hotel Amedia Siegen untergebracht. Die Kosten für die Unterbringung der Referentinnen und Referenten übernehmen die Veranstalterinnen. Informationen dazu gehen die Vortragenden separat per E-Mail zu. Tagungsgäste haben ebenfalls die Option, auf eigene Rechnung im Hotel Amedia Zimmer zu reservieren.

Verpflegung: 
Die Veranstalterinnen stellen während der Tagung kostenfrei für alle Gäste Kaltgetränke sowie während der Kaffeepausen Kaffee und Gebäck zur Verfügung. Das Abendessen am ersten Tag ist für die Vortragenden kostenfrei. Alle übrigen Tagungsgäste können auf eigene Rechnung am Abendessen teilnehmen. In diesem Fall geben Sie den Wunsch zur Teilnahme am Abendessen bei der Anmeldung an. In den Pausen besteht die Möglichkeit, sich in der nahe dem Tagungsort gelegenen Siegener Innenstadt auf eigene Kosten mit zusätzlichen Speisen und Getränken zu versorgen. In der Mittagspause am zweiten Tag besteht die Möglichkeit, gemeinsam mit den Vortragenden in der Mensa am Campus Unteres Schloss zu einem günstigen Selbstzahlerpreis zu speisen.

Anmeldung: 
Zur Anmeldung senden Sie bitte einfach eine E-Mail an Daniela Mysliwietz-Fleiß unter fleiss@geschichte.uni-siegen.de