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Evolution (in) der Öffentlichkeit. Die Auseinandersetzung mit einer naturwissenschaftlichen Theorie von Charles Darwin bis heute

Projektstatus: abgeschlossen

Projektziel: Buchpublikation / Webseite

Gefördert durch: Fritz Thyssen Stiftung

Anlässlich des Darwin-Jahres 2009 arbeitet das von der Fritz Thyssen Stiftung geförderte Forschungsprojekt die 150jährige Geschichte der kontroversen Debatten um die Evolutionstheorie auf.

Dieses Vorhaben deckt unterschiedliche Bereiche ab, in denen die Evolutionstheorie eine nachhaltige öffentliche Wirkung hinterlassen hat. Hierzu zählen unter anderem die Religion, das Bild des Wissenschaftlers in der Öffentlichkeit, die Eugenik, der Sozialdarwinismus, verschiedene Formen der Populärkultur sowie die Biotechnologie und die Gentechnik, Themenfelder, die die Aktualität der Beschäftigung mit der Evolutionstheorie eindrücklich unterstreichen.

Am Beginn des Projekts stand die Ausrichtung einer internationalen Tagung im September 2009, auf der rund 40 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus verschiedenen Fächern und Fachrichtungen die öffentliche Wirkung der Evolutionstheorie diskutierten. Angesichts eines Themas, das in breiten Öffentlichkeiten debattiert wurde und wird, folgen der Tagung zwei Publikationsprojekte, die eben diese allgemein interessierte Öffentlichkeit im Blick haben.

Der im Herbst 2017 publizierte Sammelband Streitfall Evolution. Eine Kulturgeschichte geht inhaltlich deutlich über die Tagung hinaus. In 40 Kapiteln geben Autorinnen und Autoren aus elf Ländern Einblicke in den aktuellen Forschungsstand zu verschiedenen Aspekten der Evolutionstheorie und deren populärkulturellen Auswirkungen. Das wissenschaftlich fundierte Buch richtet sich an ein breiteres Lesepublikum und deckt mit seinen sieben Themenfeldern alle wesentlichen Implikationen von 'Evolution' ab. Eine englischsprachige Version befindet sich derzeit in Vorbereitung.

Auf einer zweisprachigen Webseite sollen künftig die im Band thematisierten Aspekte der Beiträge aufgegriffen, interaktiv aufbereitet und das Themenfeld der fortgesetzten Diskussion weiterentwickelt werden.

Publikation zum Projekt:

Cover Streitfall Evolution 2017

Angela Schwarz: Streifall Evolution. Eine Kulturgeschichte, Köln, Wien, Weimar 2017

Als Charles Darwin im Jahr 1859 seine Theorie einer Evolution der Arten durch natürliche Auslese veröffentlichte, sah er bereits eine große Debatte voraus, jedoch nicht deren Ausstrahlungskraft und Langlebigkeit. Zu Beginn standen die Folgen für die Wissenschaften, den Glauben an Gott und die Moralvorstellungen im Vordergrund. Bald kamen Überlegungen über Gesellschaft, Politik, internationale Beziehungen und über Eingriffe bis hinunter auf die Ebene des Individuums und seines Erbmaterials, seiner Gene hinzu. Sozialdarwinismus, Eugenik, Rassismus galten zeitweise als wissenschaftlich legitime Diskussions- und Politikfelder. Befürchtungen vor einem vermeintlichen Niedergang lassen sich bis heute angesichts der Biologisierung des Denkens scheinbar wissenschaftlich-objektiv untermauern. Gegenwärtig sind die Kontroversen noch vielfältiger, beziehen weit mehr Menschen ein als im späten 19. Jahrhundert, haben weit gravierendere Auswirkungen. Die aus elf Ländern stammenden Autorinnen und Autoren zeichnen aus unterschiedlichen disziplinären Perspektiven die Facetten einer spannenden und bis in die Gegenwart hochaktuellen Debatte nach und fragen nach der Zukunft des „Streitfalls Evolution“.

Link zur detaillierten Vorstellung des Bandes.

Link zur Verlagsseite.