Jun.-Prof. Jovita Lukasik
Jovita Lukasik forscht im Bereich Visual Computing und widmet sich der Frage, wie künstliche neuronale Architekturen effizienter durchsucht und Netze robuster gestaltet werden können. Nach ihrer Promotion in Mannheim nahm sie eine Post Doc Stelle an der Universität Siegen an. Seit 2025 leitet sie als Juniorprofessorin die Visual Computing Gruppe und wird dabei durch das renommierte Emmy Noether-Programm der DFG gefördert. Mit ihrer Forschung verbindet sie komplexe maschinelle Lernverfahren mit aktuellen technologischen Herausforderungen und eröffnet neue Perspektiven für die Entwicklung zuverlässiger und leistungsstarker KI-Systeme.
Woran forschen Sie aktuell? Und warum ist das Thema wichtig?
Ich forsche an der Entwicklung von KI-Modellen im Zusammenhang mit Bildern. Dabei untersuche ich, wie neuronale Netze effizient, robust und anpassungsfähig gestaltet werden können. Zusätzlich erforsche ich die Möglichkeit, diese Entwicklung mithilfe von neuronalen Netzen selbst zu automatisieren, anstatt diese ausschließlich Experten zu überlassen. Ich finde, dieses Thema ist besonders in der heutigen Zeit wichtig, in der KI-Modelle für alle zugänglich sind, ihr Funktionsprinzip jedoch für viele noch undurchsichtig ist.
Welche Frage treibt Sie in Ihrer Forschung schon lange um?
Besonders interessiert mich die Frage, wie KI-Modelle funktionieren und wie wir diese besser machen können, ohne dabei unnötig hohe Rechenressourcen verbrauchen zu müssen. Im Speziellen interessiert mich, wie die Robustheit dieser Modelle gegenüber Störungen erhöht werden kann.
Was fasziniert Sie an Ihrem Fachgebiet besonders?
Besonders fasziniert mich die Möglichkeit, mich intensiv mit komplexen KI-Ansätzen auseinanderzusetzen, anstatt sie lediglich anzuwenden. Mein Ziel ist es, ein tieferes Verständnis dieser Modelle zu erlangen und Wege zu ihrer Verbesserung zu identifizieren, denn KI-Modelle lernen gerne Abkürzungen, welche sie jedoch auch unzuverlässig machen können. Dieses Wissen und diese Erfahrung möchte ich gerne an andere Disziplinen weitergeben, die KI-Methoden nutzen, diese aber möglicherweise eher als Black-Box-Werkzeug betrachten.
Gab es einen Moment in Ihrer wissenschaftlichen Laufbahn, der Sie besonders geprägt hat?
Am meisten geprägt hat mich mein Einstieg in die Promotion. Nach meinem Master in Wirtschaftsmathematik habe ich eine Promotion in Informatik begonnen. Dieser Schritt und die Unterstützung meiner Doktor-Betreuerin haben eine Faszination für Forschung und im speziellen für mein jetziges Forschungsgebiet entfacht.
Was lernen Studierende in Ihren Veranstaltungen?
In meinen Kursen lernen die Studierenden grundlegende Ideen und Konzepte hinter Bild-Generierungsverfahren und dem forschungsnahen Bereich des Automated Machine Learnings. Dabei werden mathematischen Konzepte von KI-Modellen wie ChatGPT und DALL-E behandelt, sowie die Frage, wie man KI-Modelle verbessern und auch selbst entwickeln kann.
Ein typischer Satz, den man von Ihnen in Seminaren oft hört?
KI-Modelle sind superhilfreich, aber es ist wichtig, auch selbst den Kopf einzuschalten und die Informationen und Antworten zu hinterfragen.
Was ist Ihr Lieblingsort auf dem Campus?
Besonders schön ist der Außenbereich der AR-Mensa, besonders im Frühling und Sommer, wenn alles blüht und man den Blick ins Grüne schweifen lassen kann. Das ist mein Lieblingsort auf dem Campus.
Woran arbeiten Sie gerade außerhalb von Forschung und Lehre mit besonderer Begeisterung?
Besonders wichtig ist mir die Förderung von Nachwuchsforscher*innen. Es freut mich, wenn Studierende Begeisterung für die Forschung entwickeln, insbesondere bei weiblichen Studierenden. Um dies zu unterstützen, haben wir in unserem Bereich die Gruppe „Women in Vision“. Dort treffen wir uns regelmäßig zu Pizza und laden nationale und internationale Forscherinnen aus dem Bereich Computer Vision ein, die über ihre Forschung und persönliche Erfahrungen berichten.
Was machen Sie, wenn Sie einmal nicht an die Uni denken?
Ich liebe es, neue Orte zu entdecken und zu bereisen. Außerdem habe ich meine Kindheits-Leidenschaft Taekwon-Do wiederentdeckt.