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Erfahrungsbericht Kathrin Herz

Doktorand und wissenschaftlicher Mitarbeiter am Fachbereich Architektur der Universität Siegen
Gasthochschule: Vilnius Tech
Zeitraum des Aufenthalts: 29. August - 30. September 2022

 

Über mich

Derzeit promoviere ich am Fachbereich Architektur der Universität Siegen. Meine Forschungsinteressen sind anonyme und vernakuläre Architektur, Typologie und Konversion, Architektur und Migration, Raum und Zeit, informelle Räume und urbane Transformationen.

 

Vorbereitungen

Durch eine E-Mail des House of Young Talents der Universität Siegen erfuhr ich von der Möglichkeit, für einen einmonatigen ATHENA-Forschungsaufenthalt an die Vilnius Tech zu gehen. Die Betreuung durch das ATHENA-Team an meiner Heimatuniversität war großartig - äußerst hilfsbereit und jederzeit kompetent in allen Belangen. Auch die Einweisung in das ATHENA-Programm war sehr hilfreich.

 

Inhalt des Aufenthalts und Nutzen für die Arbeit

Mein Besuch an der Vilnius Tech sollte drei Zielen dienen:

  1. meine bevorstehende Disputation vorzubereiten
  2. neue Forschungsideen zu inspirieren
  3. einen Einblick in die Forschung und Lehre an der Vilnius Tech zu erhalten

In Vilnius hatte ich die Möglichkeit, einzelne Programmpunkte der Sommerschule "ARCHITECTURE IN-BETWEEN HOMES" zu erleben. Besonders interessant waren ein Vortrag über den Umgang Litauens mit Migration und Migranten an der EU-Außengrenze zu Weißrussland und der Besuch des Naujininkai-Flüchtlingslagers in Vilnius. Außerdem habe ich die Abschlusspräsentation der Sommerschule besucht.

Da es in meiner Dissertation um Moscheen in Deutschland geht, die von Migranten aus der Türkei gebaut wurden, wollte ich auch Moscheen in Litauen erkunden. Daher besuchte ich die Moschee und das Islamische Zentrum in Vilnius (die Moscheeräume befinden sich im2. und3. Stock eines Multifunktionsgebäudes), die Nemėžis-Moschee in einem Dorf in der Nähe von Vilnius (eine Holzmoschee mit Minarett) und die Kaunas-Moschee (eine Steinmoschee mit Minarett). Die drei sehr unterschiedlichen Gebäude sind im Wesentlichen auf die Tatarenwanderung im15. Jahrhundert zurückzuführen. Diese Baukultur-Zeugnisse historischer Migration bildeten einen interessanten Kontrast zu den Impulsen der Sommerschule, die sich mit der aktuellen Migrations- und Unterbringungssituation befassten.

Meinen Kolleginnen und Kollegen würde ich einen Aufenthalt an der Vilnius Tech vor allem dann empfehlen, wenn ihre Forschung einen besonderen Bezug zu der Stadt oder dem Land hat. Da es in der Struktur der Vilnius Tech kein nicht-professionelles Lehrpersonal (Mittelbau/wissenschaftliche Mitarbeiter*innen) zu geben scheint, war es für mich anfangs schwierig, einen Anschluss zu finden. Daher würde ich einen Aufenthalt in Vilnius vor allem Studenten empfehlen. Vor allem die Sommerschulen, die regelmäßig im September stattfinden, sind eine hervorragende Möglichkeit für Studierende, sich mit Kommilitonen und Lehrenden auszutauschen. Sie sind als Design-Workshops an der Schnittstelle zwischen Architektur und Erziehungswissenschaften angelegt, die in relevanten Kontexten und spezifischen Szenarien angesiedelt sind.

 

Fazit

Ich bin ATHENA und dem DAAD sehr dankbar für die großartige Möglichkeit, die Vilnius Tech zu besuchen. Ich habe meinen Forschungsaufenthalt relativ offen begonnen und hatte keine besonderen Erwartungen. Außerdem habe ich in Vilnius viele interessante Menschen kennengelernt und konnte mein akademisches Netzwerk um wertvolle Kontakte erweitern. Die Zeit wird zeigen, ob sich daraus zukünftige Kooperationen ergeben werden.

 

Meine Erfahrungen in Kurzform

Der Forschungsaufenthalt an der Vilnius Tech ermöglichte es mir, viele neue Eindrücke und Ideen zu sammeln. Ich lernte eine moderne und innovative Fakultät für Architektur und viele engagierte Menschen kennen.

Testimonial Kathrin Herz

Pläne und Modelle im Korridor der Fakultät für Architektur der Technischen Universität Vilnius.

Testimonial Kathrin Herz

Die Nemėžis-Moschee und der Friedhof sind das Ergebnis der Einwanderung der Tataren im 15.