Direkt zum Inhalt
Direkt zum Inhalt

Alte Geschichte funktioniert am Markt - Es bedarf eines niederschwelligen Zugangs

Samstags um 12: Der Altertumswissenschaftler, Lektor und Autor Dr. Stefan von der Lahr begeisterte mit der "Verdammt blutigen Geschichte der Antike".

Samstas um 12 09-05-26 von der Lahr

Dr. Stefan von der Lahr war zu Gast bei "SAmstags um 12".

Alte Geschichte ist langweilig? Nicht, wenn diese von Dr. Stefan von der Lahr vermittelt wird. Der Althistoriker war über 30 Jahre lang Lektor für Altertumswissenschaften im Münchener Beck Verlag. Zudem ist der heute 68-Jährige ein erfolgreicher Autor. Seine Kriminalromane fußen auf antik-historischen Vorlagen. Das Sachbuch „Die verdammt blutige Geschichte der Antike ohne den ganzen langweiligen Kram“ schrieb er gemeinsam mit dem Oldenburger Historiker Prof. Dr. Michael Sommer – von der Lahr wahr als Experte für die griechische Geschichte zuständig, Sommer für die römische.

Die Sprache des Buches kann als pointiert deftig bezeichnet werden. Damit will das Autorenduo vor allem junge Leserinnen und Leser für die Antike begeistern. Von der Lahr: „An den Universitäten werden kleinere Fächer zunehmend abgeräumt.“ Dazu gehöre nicht selten auch die Altertumswissenschaft. In der Schule sei die Antike mit dem Ende der 6. Klasse behandelt und verschwinde aus dem Gedächtnis und Interesse. Die Zahl derer, die sich für die Antike interessierten, schwinde dadurch insgesamt. Dennoch seien Menschen für die Thematik zu begeistern. Seine Stelle (von der Lahr ist seit zwei Jahren Rentner) im Verlag Beck sei wieder besetzt worden: „Das funktioniert am Markt. Man muss die Geschichte aber mit einem niederschwelligen Zugang aufbereiten.“ Dass der unkonventionelle Schreibstil ankommt, erwies sich bei der Lesung im Rahmen des Formats „Samstags um 12“. Dabei waren die Inhalte der „blutigen Geschichte“ mit Blick auf menschliches Leiden, Morden, Sterben häufig erschütternd.

Stefan von der Lahr geleitete durch ausgewählte Zeitphasen der Geschichte. Von Alexander dem Großen, den die Autoren als „Massenmörder“ bezeichnen und der sich gemäß Autor für einen Gott hielt, über Cicero und Tiberius bis hin zu Troja. 

Die rund 50 Gäste von „Samstags um 12“ zeigten sich von der Lesung und dem Autor begeistert. Der Lesung folgte eine muntere Diskussionsrunde über Zeiten der Gewalt, Voraussetzungen für Sicherheit und vor allem die Moral der jeweiligen Eliten.