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Antje Schiffers ist neue Stipendiatin von Artist in Residence Siegen

Die Künstlerin Antje Schiffers wird neue Stipendiatin des Programms Artist in Residence (AIR) Siegen. In den Jahren 2026 und 2027 wird sie in der Region ein künstlerisches Forschungsprojekt realisieren und dabei mit Wissenschaftler*innen der Universität Siegen sowie Akteur*innen aus Stadt und Region zusammenarbeiten.

Künstlerin Antje Schiffers mit Rektorin Reese und Museumsdirektor Thiel.

Freuen sich auf die gemeinsame Zeit und spannende Projekte in Siegen (von links):  Prof. Dr. Christian Berger (Department Kunst), Uni-Rektorin Prof. Dr. Stefanie Reese, Künstlerin Antje Schiffer, Direktor des MGK Siegen Thomas Thiel und Stefanie Klingemann (Department Kunst). 


 

Nicht das Atelier ist für die Künstlerin Antje Schiffers der Ausgangspunkt ihrer Arbeit, sondern Höfe, Werkstätten, Landschaften und die Menschen, die dort leben. Sie entwickelt ihre Kunst aus Gesprächen und Beobachtungen. Mit dieser Haltung kommt die Berliner Künstlerin als neue Stipendiatin des Programms Artist in Residence (AIR) Siegen in die Region. In den Jahren 2026 und 2027 wird sie hier mit Wissenschaftler*innen der Universität Siegen sowie Akteur*innen aus Stadt und Region ein künstlerisches Forschungsprojekt realisieren.

Antje Schiffers gehört zu den bedeutenden deutschen Gegenwartskünstlerinnen im Bereich der partizipativen und forschenden Kunst. Ihre Arbeiten bewegen sich zwischen Malerei, Film, Archiv, Reise, Gespräch und sozialer Praxis. Im Zentrum ihrer künstlerischen Forschung stehen ländliche Räume, Landwirtschaft, Arbeit und die Frage, wie gesellschaftliche Wirklichkeit mit Mitteln der Kunst sichtbar gemacht werden kann. Dabei untersucht sie die Beziehungen, Geschichten und Produktionsbedingungen, die hinter Menschen, Orten und Materialien stehen.

„Ich freue mich sehr, Antje Schiffers als Künstlerin im Artist in Residence Programm der Universität Siegen willkommen zu heißen“, sagt Rektorin Prof. Dr. Stefanie Reese. „Ihre besondere Fähigkeit, sich auf Menschen und Orte einzulassen, genau hinzusehen und aus Begegnungen künstlerische Perspektiven zu entwickeln, verspricht eine Zusammenarbeit, die unsere Universität und die Region sehr bereichern wird.“

Bei der dritten Auswahl des Programms der Universität Siegen in Kooperation mit dem Museum für Gegenwartskunst Siegen zeigt sich die Jury beeindruckt von der Auseinandersetzung mit der Stadt und den Zielen von „Artist in Residence Siegen“. Die eingereichten Konzepte bestätigen die Bedeutung und das Interesse der Künstler*innen an einem lebendigen Austausch zwischen Wissenschaft, Kunst und Öffentlichkeit.


Die Jury überzeugte der Projektvorschlag von Antje Schiffers auf besondere Weise, so der Direktor des MGKSiegen Thomas Thiel. „Denn seit über 25 Jahren verfolgt Antje Schiffers mit großer Konsequenz einen künstlerischen Ansatz, in dessen Zentrum die Begegnung und der Austausch mit Menschen steht. Dabei spielen Gastfreundschaft und gemeinsame Feste eine besondere Rolle.“

Schiffers versteht Kunst nicht als abgeschlossenes Werk, sondern als Prozess gemeinsamer Wissensproduktion. Ihre Projekte entstehen häufig über lange Zeiträume hinweg und basieren auf direktem Austausch mit Menschen vor Ort. Reisen, Beobachtungen und Gespräche bilden die Grundlage für Gemälde, Filme, Installationen oder Archive. Die Beteiligten werden dabei nicht nur Gegenstand ihrer Arbeiten, sondern aktiv in deren Entstehung einbezogen.

Einen Einblick in diese Arbeitsweise gab bereits ihr Aufenthalt auf dem Irlenhof bei Kreuztal. Dort setzte Schiffers ihr Langzeitprojekt „Ich bin gerne Bauer und möchte es auch gerne bleiben“ fort. Sie malt ein Bild des Hofes, während die Landwirt*innen selbst einen Film über ihre Arbeit und ihren Alltag drehen. Die Gemälde verbleiben auf den Höfen, die Filme werden Teil eines wachsenden Archivs europäischer Landwirtschaft. So verbinden sich künstlerische Perspektiven auf Landwirtschaft, die Arbeit und regionale Identität. Alles Themen, die auch Antje Schiffers Arbeit als AIR-Stipendiatin prägen werden.

In jüngeren Projekten widmet sich Schiffers den globalen Geschichten von Materialien und Produktionsprozessen. Gemeinsam mit Thomas Sprenger untersuchte sie etwa in der Ausstellung

„Soda | Linsen | Fluff“ industrielle Rohstoffe, Handelsbeziehungen und Produktionsorte. Reisen, Zeichnungen, Gespräche und Installationen verband sie dabei zu einer Form künstlerischer Feldforschung, die wirtschaftliche und gesellschaftliche Zusammenhänge sichtbar macht.

Mit ihrer dialogischen Arbeitsweise steht Antje Schiffers exemplarisch für eine Kunst, die gesellschaftliche Wirklichkeiten nicht nur dokumentiert, sondern gemeinsam mit den Beteiligten erforscht und erfahrbar macht. Ihre Projekte verbinden ästhetische Praxis mit Methoden, die an Ethnografie, Oral History oder sozialwissenschaftliche Feldforschung erinnern. Erkenntnis entsteht dabei durch Begegnung, Zusammenarbeit und gemeinsame Produktion.

Im Rahmen ihres AIR-Stipendiums wird Antje Schiffers ein neues künstlerisches Forschungsprojekt in der Region Siegen entwickeln. 

Am Mittwoch, den 11. November 2026, von 19 bis 20 Uhr, stellt die Künstlerin bei einem öffentlichen Vortrag ihre  Arbeit und ihre Pläne für die Residenz unter dem Arbeitstitel „Frei müsste man sein“ erstmals in Siegen im FeinHier (Sandstraße 22, Siegen) vor.

 

 

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