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Antrittsvorlesung begeistert Publikum und Fachkollegium

Fehlende Daten gelten oft als Ärgernis wissenschaftlicher Forschung. In seiner Antrittsvorlesung machte PD Dr. Kristian Kleinke jedoch deutlich, dass unvollständige Datensätze in den meisten Fällen noch sinnvoll analysiert werden können. Mit anschaulichen Beispielen und spannenden Einblicken in die moderne Statistik nahm er sein Publikum mit auf eine überraschend unterhaltsame Reise durch die Welt der Datenanalyse.

Statistik, die begeistert: Kristian Kleinkes Antrittsvorlesung über den Wert fehlender Daten

Mit wissenschaftlicher Präzision, praxisnahen Beispielen und einer Prise Humor zeigte PD Dr. Kristian Kleinke, warum Unsicherheit in der Forschung kein Hindernis, sondern eine wichtige Erkenntnisquelle ist.

Dr. Kleinke hielt seine Antrittsvorlesung zum Thema „Applied Multiple Imputation – Fehlende Daten und was wir trotzdem aus ihnen lernen können“ und zeigte eindrucksvoll, dass selbst ein vermeintlich trockenes Thema wie Statistik das Publikum fesseln kann. Mit einer gelungenen Mischung aus wissenschaftlicher Präzision, anschaulichen Beispielen und humorvollen Anekdoten führte er durch die Welt fehlender Daten – ein Problem, das praktisch jede empirische Studie betrifft.

Im Mittelpunkt stand die Frage, wie Forschende mit Datenlücken umgehen können. Denn fehlende Werte lassen sich trotz sorgfältiger Planung kaum vollständig vermeiden: Teilnehmende überspringen Fragen, brechen Studien ab oder stehen für spätere Erhebungswellen nicht mehr zur Verfügung. Besonders in der psychologischen Alternsforschung kommen weitere Herausforderungen hinzu, etwa wenn Personen im Verlauf langfristiger Studien versterben. Die zentrale Botschaft der Vorlesung lautete daher: Fehlende Daten sind kein Ausnahmefall, sondern eine wissenschaftliche Realität, mit der man verantwortungsvoll umgehen muss.

Anschaulich erklärte Dr. Kleinke das Verfahren der „Multiplen Imputation“, bei dem fehlende Werte nicht einfach ersetzt, sondern auf Basis statistischer Modelle mehrfach geschätzt werden. Dabei machte er deutlich, dass es sich nicht um „statistische Magie“ handelt, sondern um ein theoriegeleitetes und datenbasiertes Schätzen unter Unsicherheit. Gerade diese Unsicherheit müsse in wissenschaftlichen Analysen angemessen berücksichtigt werden. Multiple Imputation ermöglicht es, die dadurch entstehenden Unsicherheiten transparent in statistische Schlussfolgerungen einzubeziehen.

Dr. Kristian Kleinke während seiner Antrittsvorlesung

Besonders lebendig wurde die Vorlesung durch zahlreiche Beispiele aus der Forschungspraxis: von Fragen zum Klopapiergebrauch über sensible Angaben zu Einkommen oder Straftaten bis hin zu Langzeitstudien mit Jugendlichen und Familien. Immer wieder zeigte Dr. Kleinke, wie eng methodische Herausforderungen mit ganz konkreten Fragen menschlichen Verhaltens verknüpft sind.

Im zweiten Teil gewährte er Einblicke in seine eigene Forschung. Dabei stellte er moderne Verfahren zur Imputation fehlender Daten vor und berichtete von Studien, in denen untersucht wurde, unter welchen Bedingungen verschiedene Methoden zuverlässig funktionieren. Seine Forschung zeigt, dass es keine universelle Patentlösung gibt: Welche Methode geeignet ist, hängt stets von den Eigenschaften der Daten und der jeweiligen Forschungsfrage ab.

Die Zuhörerinnen und Zuhörer erhielten damit nicht nur einen Einblick in ein zentrales statistisches Problem, sondern auch in die wissenschaftliche Haltung, die Dr. Kleinke vermittelt: Unsicherheit lässt sich nicht vollständig beseitigen, wohl aber verstehen, quantifizieren und transparent kommunizieren. Genau darin liegt die Stärke moderner Statistik.

PD Dr. Kristian Kleinke hat nach seiner großartigen Antrittsvorlesung Blumen bekommen

Die begeisterte Resonanz im Hörsaal sprach für sich: Eine Stunde verging wie im Flug, das Publikum folgte aufmerksam den Ausführungen, schmunzelte über die zahlreichen Geschichten aus Forschung und Lehre und erlebte Statistik als das, was sie im besten Fall sein kann – anspruchsvoll, praxisnah und überraschend unterhaltsam.

Kontakt

Kristian Kleinke

PD Dr. Kristian Kleinke

Akademische*r Oberrat*rätin Psychologische Methodenlehre