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Deutsch-polnisches Blockseminar 2026 „Kunst und Religion des Mittelalters und der Frühen Neuzeit im Havelland“

Auch in diesem Jahr fand ein deutsch-polnisches Blockseminar statt. Mit Prof‘in Dr. Albrecht-Birkner und Prof. em. Dr. Andreas Hoffmann erkundeten acht Studierende aus den beiden Siegener Theologien das Havelland. 

Exkursion Havelland 2026-1

Das interdisziplinäre Blockseminar brachte erneut Studierende der Theologie und Geschichte aus Siegen und Halle sowie Studierende der Kunstgeschichte von der Universität Wrocław zusammen. In diesem Jahr führte die gemeinsame Exkursion ins Havelland, wo die Teilnehmenden die religiöse, historische und kulturelle Prägung der Region aus unterschiedlichen fachlichen Perspektiven untersuchten. Dabei standen insbesondere die vielfältigen Zeugnisse der Kirchen-, Kunst- und Kulturgeschichte im Mittelpunkt, die das Havelland bis heute prägen.

Am Ende des Sommersemesters wurde die langjährige Tradition der Kooperation zwischen den beiden Siegener Theologien, der Universität Halle und der Universität Wrocław (Breslau) fortgesetzt. Die interdisziplinären Blockseminare führen jeweils in eine Region im deutsch-polnischen Raum, die unter kirchengeschichtlichen und kunsthistorischen Aspekten erkundet wird. Besonderes Interesse gilt dabei der Frage, wie sich die Reformation und die Konfessionalisierung auf die Gestaltung von Kirchen und ihre Ausstattung wie Altar, Kanzel, Taufbecken und Kunstwerke ausgewirkt haben.

Die diesjährige Veranstaltung vom 26.-31. Juli führte ins Havelland, die Kernregion der historischen Mark Brandenburg. Mit Prof‘in Dr. Albrecht-Birkner und Prof. em. Dr. Andreas Hoffmann nahmen aus Siegen acht Studierende teil. Das Programm umfasste einführende Vorträge zur Mark Brandenburg vom Mittelalter bis in die Neuzeit, zur Rolle des Judentums sowie zur Kunstgeschichte des protestantischen Kirchenbaus in der Region. Dies wurde durch Besichtigungen zahlreicher Kirchenbauten konkret erlebbar. Auf dem Programm standen u.a. das Zisterzienserkloster Lehnin, große Stadtkirchen wie der Dom, St. Gotthardt und St. Katharinen in Brandenburg a.H., der Dom in Havelberg, in Potsdam die Französische Kirche und die Nikolaikirche. Im Kontrast dazu stand eine Reihe kleiner protestantischer Dorfkirchen mit ihren sehr unterschiedlichen Bauweisen und Stilformen. Der Besuch in Potsdam ließ aber auch Freiraum, um die Anlage von Sanssouci im vollen Sommerlicht zu genießen.

Begleitend zum Besuchsprogramm setzten sich deutsch-polnisch gemischte Arbeitsgruppen intensiv mit drei Epitaphien aus der St.-Gotthardt-Kirche auseinander. Die Ergebnisse wurden am letzten Nachmittag präsentiert – nicht etwa in Form von trockenen Referaten, sondern in filmreifen Darstellungen, die die Kunstwerke und ihre theologische Botschaft in „action“ umsetzten. Eine energische Eva ließ sich nicht die alleinige Verantwortung für den Sündenfall zuschieben, Künstler stritten über die bildliche Umsetzung der Lehre von Gesetz und Gnade (und über Plagiat in der Kunst), die Olsenbande war den Geheimnissen des Ditrich-Epitaphs auf der Spur… Kreativität auf dem Boden solider Sachanalyse war gefragt, und das in Englisch als gemeinsamer Seminarsprache!

Erneut wurde die Veranstaltung durch die Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit gefördert. Dies unterstreicht, dass die Blockveranstaltung dem internationalen wissenschaftlichen Austausch dient und zugleich die persönlichen Kontakte zwischen den beteiligten Universitäten vertieft. 

Ansprechpartner

Veronika Albrecht-Birkner auf einer Bank vor dem NB-Gebäude

Univ.-Prof. Dr. Veronika Albrecht-Birkner

Professor*in