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Eindringlicher Appell: „Ihr müsst lesen, um nicht verarscht zu werden“

Die Autorin Nina Weger war im Rahmen von YoungPoetry auf Lesungs-Besuch an zwei Schulen im Siegerland

Nina Weger YoungPoetry 10-09-2026

Die Autorin NIna Weger las zum Thema "Mental Health im Spiegel aktueller Jugendliteratur" aus zwei ihrer Jugendromane.

„Mental Health im Spiegel aktueller Jugendliteratur“ – zum aktuellen Thema des Formats „YoungPoetry“ war die Hannoveraner Autorin Nina Weger zu Gast im Siegerland. Im Gepäck hatte sie ihre Jugendromane „Fair“ und „Als mein Bruder ein Wal wurde“.

Die Lesungen begannen zur ersten Schulstunde in der Aula des Gymnasiums am Löhrtor. Nina Weger las vor den Schülerinnen und Schülern der Jahrgangsstufe 7 aus „Fair“. Temperamentvoll ließ sie die jungen Zuhörerinnen und Zuhörer an der Geschichte von „Avid“ teilhaben. Avids Vater ist vor wenigen Monaten verstorben. Zusammen mit Mutter Elena, einer Polizeihauptkommissarin, zieht er in eine neue Wohnung, um einen neuen Lebensabschnitt zu beginnen. Am Vorabend des Umzugs wird der vollgepackte Umzugs-Transporter, der vor der Haustür der alten Wohnung geparkt ist, aufgebrochen. Gestohlen wird auch der Rucksack mit Avids Computer, auf dem Erinnerungen an den Vater gespeichert sind. Avid ist außer sich und begibt sich auf die Suche nach den Dieben. Er wird fündig und verliert sich in der Folgezeit beinahe selbst.

 In der Schulaula lauschte die  Jahrgangsstufe 7 über eine Stunde lang gebannt den pointierten Ausführungen Nina Wegers. Dann folgte donnernder Applaus. Schließlich hatten die Zwölf- und 13-Jährigen nahezu 60 Minuten Zeit, mit der Autorin in den Austausch zu treten. Die Fragen gingen den Schülerinnen und Schülern nicht aus. Sie reichten vom Romaninhalt über das Leben als Autorin bis hin zu Nina Wegers Engagement als Direktorin eines Kinderzirkus‘. Von ihrem Publikum verabschiedete sich die Hannoveranerin mit einem eindringlichen Appell: „Ihr müsst lesen, sonst lauft Ihr Gefahr verarscht zu werden!“ Geübte Leserinnen und Leser verstünden Texte und könnten zwischen den Zeilen lesen. Das sei unabdingbar, um sich eine eigene Meinung zu bilden und nicht von Medien einseitig manipuliert zu werden.

An der Carl-Krämer-Realschule in Hilchenbach las Nina Weger aus ihrem Jugendroman „Als mein Bruder ein Wal wurde“. Die Geschichte um Verlust und die Suche nach der richtigen Entscheidung geht unter die Haut. Belas großer Bruder Julius wird bei einem Verkehrsunfall so schwer verletzt, dass er austherapiert im Wachkoma liegend nach Hause entlassen wird. Zwischen Vater und Mutter entbrennt ein tiefgreifender Streit über Leben und Sterbenlassen. In seiner Verzweiflung und auf der Suche nach Richtig und Falsch begibt sich Bela gemeinsam mit Freundin Martha auf eine Reise zum Papst nach Rom, dem Stellvertreter Gottes auf Erden. Die Thematik des Romans ist komplex und voller Emotionen. Dementsprechend gebannt war das junge Publikum. Die Fragen drehten sich um Themenfindung, Recherche, Schreibmotivation, Arbeitsstruktur und Buchgestaltung und -vermarktung.

Die Lesungsreihe „YoungPoetry“ wird von der Christa-und-Dieter-Lange-Stiftung finanziert.