Elinor-Ostrom-Preis für Dr. Steffen Lange
Für seine Habilitationsschrift „The Economics of Technological Change and Decoupling: How Rebound Effects and Digitalization Affect Energy Consumption and Economic Growth“ erhält Dr. Steffen Lange den Elinor-Ostrom-Preis. Mit der Auszeichnung würdigt die Gesellschaft für sozioökonomische Bildung und Wissenschaft (GSÖBW) seine wissenschaftliche Arbeit zu technologischem Wandel, Digitalisierung, Energieverbrauch und Wirtschaftswachstum.
Lange untersucht in seiner Habilitationsschrift, ob technischer Fortschritt und Digitalisierung tatsächlich dazu beitragen können, Wirtschaftswachstum vom Energieverbrauch und von Umweltbelastungen zu entkoppeln.
Seit langem ist bekannt, dass sogenannte Rebound-Effekte einen Teil der erhofften Energieeinsparungen durch effizientere Technologien wieder zunichtemachen. Dies gilt auch für digitale Technologien.
Daher ist Digitalisierung nicht automatisch „grün“. Sie kann Prozesse effizienter machen, schafft aber zugleich neue Geräte, Anwendungen, Geschäftsmodelle und Konsummöglichkeiten und damit auch neuen Energie- und Ressourcenverbrauch.
Diesen „Induktionseffekten“ widmet Steffen Lange in seiner Forschung besondere Aufmerksamkeit. Neue Technologien entfachen nicht nur Rebound-Effekte sondern auch neue Optionen des Konsums, die den Energieverbrauch in die Höhe treiben. Somit sind die Effizienzsteigerungen neuer Technologien immer auch mit ökologisch belastendem Wirtschaftswachstum verknüpft. Dies erschwert die Entkopplung von Wachstum und Energieverbrauch und legt schlussendlich die Notwendigkeit einer nicht wachsenden Ökonomie nahe.
„Technologie ist ein wichtiger Teil der Transformation, aber sie wirkt nicht im luftleeren Raum“, betont Lange. Entscheidend ist, wie sie wirtschaftlich, politisch und gesellschaftlich gestaltet wird. „Das Schönste an dem Preis ist für mich, dass er Diskussionen anregt, ob Digitalisierung und Künstliche Intelligenz wirklich den Klimaschutz voranbringen“, so der Wissenschaftler. Im Studiengang „Plurale und Transformative Ökonomik“ an der Uni Siegen lehrt er plurale ökonomische Theorien und Konzepte einer digitalen und nachhaltigen Transformation der Ökonomie.
Der Elinor-Ostrom-Preis wird von der GSÖBW für herausragende wissenschaftliche Abschlussarbeiten und Dissertationsschriften vergeben, die sich inter- und intradisziplinären Ansätzen in der sozioökonomischen Bildung und Wissenschaft widmen. Berücksichtigt werden Arbeiten, die einen wegweisenden Beitrag zur thematischen, methodologischen, paradigmatischen oder didaktischen Ausgestaltung sozioökonomischer Bildung und Wissenschaft leisten.
Stifterin des seit 2018 vergebenen Preises ist die Canopus Foundation mit Sitz in Freiburg.