Was ich tue
Ich untersuche die Merkmale sozial und ökologisch nachhaltiger Wirtschaftssysteme und wie wir den Übergang von den heutigen Systemen zu neuen, nachhaltigen Systemen gestalten können. In meiner Arbeit verbinde ich quantitative und qualitative empirische Forschung mit inter- und transdisziplinären Methoden. Meine Forschungsschwerpunkte sind unter anderem grünes Wachstum und Degrowth, die digitale Transformation der Wirtschaft und die politische Ökonomie des rechten Autoritarismus.
Meine Arbeit wird nicht nur in akademischen Kreisen diskutiert, sondern findet auch bei Organisationen wie der Weltbank, dem UNEP, der Europäischen Kommission, dem Europäischen Umweltbüro und dem Bundesumweltministerium Resonanz. Ich halte regelmäßig Vorträge und arbeite eng mit politischen Entscheidungsträgern und Akteuren der Zivilgesellschaft zusammen – mit dem Ziel, nachhaltige Wirtschaftssysteme nicht nur zu untersuchen, sondern auch zu verwirklichen.
Neben meiner Tätigkeit an der Universität Siegen bin ich Landesvertreter für Deutschland bei der European Society for Ecological Economics und Vorstandsmitglied von Common Future und Impact AI. Zuvor forschte ich an der Technischen Universität Berlin, der Universität Münster und dem Institut für ökologische Wirtschaftsforschung. Ich habe an der Universität Hamburg promoviert.
Mein Forschungsprofil
Meine Forschung befasst sich mit der Ökonomik und der politischen Ökonomie einer sozial-ökologischen Transformation. Sie beginnt mit (1) Fragen der ökologischen Nachhaltigkeit, beispielsweise welche Maßnahmen den Klimawandel abmildern würden, wie diese umgesetzt werden können und was dies mit Wirtschaftswachstum zu tun hat. Parallel dazu untersuche ich (2), wie Wirtschaftssysteme (um-)strukturiert werden können, um soziale Gerechtigkeit zu gewährleisten und ein gutes Leben für alle zu ermöglichen, während ich mich gleichzeitig mit dem Aufstieg antidemokratischer Bewegungen auseinandersetze, die diese Ziele bedrohen. Schließlich untersuche ich (3), wie sich diese Herausforderungen mit der laufenden technologischen Revolution in den Bereichen Digitalisierung und künstliche Intelligenz überschneiden.
(1) Wirtschaftswachstum und Umwelt: Klimaschutz, Entkopplung und Postwachstumsökonomie
Die Beziehung zwischen Wirtschaftswachstum und ökologischer Nachhaltigkeit wirft die Frage auf, ob Wachstum zur Verringerung des Umweltverbrauchs beiträgt oder ob es inhärente Grenzen für Wachstum gibt. Seit meinen frühen Studienjahren beschäftige ich mich mit diesen Themen und habe mich in meiner Dissertation auf die makroökonomischen Bedingungen für nachhaltige Volkswirtschaften ohne Wachstum konzentriert. Derzeit untersuche ich, wie sich Wege zur Klimaneutralität mit Wirtschaftswachstum überschneiden. Der Klimawandel hat deutlich gemacht, dass schrittweise Anpassungen nicht ausreichen, um katastrophale Folgen zu verhindern, was zu einer hohen Nachfrage nach transformativen Ideen geführt hat. Konzepte einer Postwachstumsökonomie zeigen auf, wie der Umweltverbrauch radikal gesenkt und soziale Gerechtigkeit gefördert und die politische und ökonomische Demokratie gestärkt werden können.
(2) Die politische Ökonomie des rechten Autoritarismus
In zahlreichen Ländern haben rechtsautoritäre Parteien an politischer Bedeutung gewonnen. Gleichzeitig haben Diskussionen rund um das Konzept der „antifaschistischen Ökonomie” zunehmend Aufmerksamkeit erlangt. Dieser Forschungsbereich befasst sich mit zwei eng miteinander verbundenen Forschungsfragen: Erstens, welche wirtschaftlichen Faktoren treiben den Aufstieg dieser Bewegungen voran, und zweitens, inwieweit – und durch welche Mechanismen – kann die Wirtschaftspolitik diesen Trend abmildern oder ihm entgegenwirken?
(3) Digitalisierung, künstliche Intelligenz und Nachhaltigkeit
Machen Digitalisierung und KI unsere Wirtschaft nachhaltiger, indem sie die Energie- und Ressourceneffizienz steigern? Oder ist es umgekehrt – verbrauchen mehr digitale Geräte mehr Energie und führen zusätzlich zu Rebound-Effekten und Wirtschaftswachstum? Wir müssen uns auch fragen, wie sich dies auf soziale Ungleichheiten auswirkt und ob wir vor neuen Herausforderungen hinsichtlich der Konzentration wirtschaftlicher und politischer Macht stehen. Vor dem Hintergrund solcher Analysen entwickle ich Konzepte, wie die Digitalisierung für eine sozial-ökologische Transformation genutzt werden kann.
In Kürze:
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Digitalisierung, KI und Nachhaltigkeit
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Klimaschutz, Entkopplung und Postwachstumsökonomie
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Die politische Ökonomie des rechten Autoritarismus
Videos
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Team
Felix Fenner
E-Mail: felix.fenner@student.uni-siegen.de
Felix Fenner studiert im Master Plurale Ökonomik mit dem Schwerpunkt Politische Ökonomie. In seinem Bachelor hat er Politik und Wirtschaft in Potsdam studiert. Er unterstützt die Lehrenden am Lehrstuhl bei der Organisation des Symposiums „Transformative Ökonomik“ in Hannover und der Umsetzung des Projekts „Digitaler Kolonialismus: Ökonomische und Ökologische Implikationen der Tech-Konzerne“ in Siegen.
Rasmus Chaikowski
E-Mail: rasmus.chaikowski@student.uni-siegen.de
Rasmus Chaikowski studiert im Master Plurale Ökonomik mit dem Schwerpunkt Politische Ökonomie. Er hat im Bachelor Ökonomie-Nachhaltigkeit-Transformation studiert und interessiert sich für Nord-Süd-Beziehungen, Globalisierungsfragen und die Krise der nachhaltigen Entwicklung. Als Stipendiat der Friedrich-Ebert-Stiftung ist er Sprecher des AK Wirtschaft und Finanzen.
Moritz Lüdemann
E-Mail: moritzoliver@helimail.de
Im Rahmen seiner Promotion forscht Moritz Lüdemann an den Zusammenhängen zwischen Finanzen, Wirtschaft und der Überbeanspruchung von Ressourcen. Als Nachhaltigkeitswissenschaftler arbeitet er gerne interdisziplinär und sucht nach Lösungen für aktuelle Umweltprobleme. Neben seiner Promotion ist er als Umweltmanager bei einer deutschen Versicherung tätig.
Nick von Andrian
E-Mail: nick.andrian@vwl.uni-freiburg.de
Nick von Andrian erforscht Skalierungspfade für gemeinschaftliches Wirtschaften im Ernährungssektor, insbesondere mittels Kooperation zwischen Betrieben und Systemdienstleistern (Finanzierung, Bildung, Regulierung, usw.). In der Region Freiburg begleitet er dafür Experimente in einem Reallabor, außerdem werden konzeptionelle Vorschläge für ein gemeinschaftsgetragenes Wirtschaftssystem erarbeitet.