„Elysium ist die Bezeichnung eines wunderschönen Ortes aus der griechischen Geschichte.“
Einen mit vielen Kindern und deren Gesang gefüllten Hörsaal gab es bei der dritten Veranstaltung der Herbststaffel zum Thema "Bunte Vielfalt Europa".
Ufff…. Was für eine Kinderuni-Veranstaltung! Chor, Flügel, Sologesang und Wissensvermittlung rund um die Bedeutung des Singens brachten den Schadeberg-Hörsaal am Campus Unteres Schloss zum Klingen und ein wenig auch zum Beben. „Musik und Lieder aus Europa: Wie verbinden sie uns?“ lautete der Titel der dritten Veranstaltung im Rahmen der Staffel „Bunte Vielfalt Europa“. Zu Gast waren Kreiskantor Peter Scholl, der auch den Bach-Chor Siegen leitet, die Pädagoginnen Conny Sander (Musikschule Siegen) und Katja Schmidt (Leiterin Grundschule Burbach-Holzhausen) sowie die Mädchen und Jungen des Kinderchors „Cantolino“.
„Menschen haben schon immer für- und miteinander gesungen“, lautete der Einstieg ins Thema. Eltern singen für ihre Kinder, gesungen wird an Geburtstagen, an Feiertagen wie Weihnachten, aber auch zu Beginn und während Sportveranstaltungen. Mittels des Gesangs werden Gefühle mitgeteilt („Man kann hören, ob ein Lied traurig oder fröhlich ist.“); Gesang wirkt verbindend; er verhindert Einsamkeit und stärkt den Teamgeist. Peter Scholl spielte eingangs die Europa-Hymne „Freude schöner Götterfunken“ auf dem Flügel. Der Chor und auch viele Kinder sangen spontan mit.
Die Fußballweltmeisterschaft im Sommer diente als Einstieg in das Thema Nationalhymnen. „Was hat Musik mit Fußball zu tun? Klar, zu Beginn von Länderspielen werden die Nationalhymnen gespielt und auch gesungen. Nach dem Vorbild der Sendung 1, 2 und 3… ging es im Hörsaal ums Hymnen-Raten. Dabei gab es drei Antwort-Möglichkeiten: Sitzen, Stehen, Hocken. Als Einstieg brachte der Kinderchor „Einigkeit und Recht und Freiheit“ zu Gehör. Deutschland, Rumänien und Dänemark standen zur Auswahl. Fast alle Kinder wussten Bescheid und blieben stehen. Danach erschien eine Landkarte auf der Leinwand. Die Kinder sollten Deutschland in Europa verorten. Italien, Niederlande, Frankreich – diese Hymnen waren den Mädchen und Jungen vertraut. Auch die Verortung der Länder auf der Europakarte war eindeutig. Weniger bekannt ist offenbar die finnische Nationalhymne, die Peter Scholl auf dem Flügel intonierte. Die meisten Kinder waren ratlos, tippten eher auf Portugal.
Warum singen Menschen gemeinsam? Peter Scholl: „Beim Singen sind beide Gehirnhälften aktiv.“ Bereits vor der Geburt reagieren Kinder im Mutterleib auf Musik. „Singen ist etwas sehr Wichtiges“, so Peter Scholl weiter. Es macht nicht nur Spaß, wir können mit Gesang auch Gefühle und Inhalte mitteilen. Zudem fördert das Singen synchronisierte Gemeinschaft. Der Chorleiter: „Deshalb brauchen wir auch eine Hymne für Europa.“ Mit Blick auf Beethovens Ode an die Freude erläuterte der Kreiskantor den Text: „Elysium ist die Bezeichnung eines wunderschönen Ortes aus der griechischen Geschichte.“ Dort herrschen Friede, Glück und Gleichheit. Die Menschen sind „feuertrunken“, also glücklich. Und: „Alle Menschen werden Brüder/Schwestern“. Dieses Elysium soll auf der Erde Realität werden.
Die Europa-Hymne schallte aus vielen Kehlen durch den riesigen Raum. Zum Abschluss erklang die Kinder-Europa-Hymne, die sprachlich einfacher zu verstehen ist: „Viele Länder, viele Kinder, alle wollen glücklich sein. Kommt wir stimmen miteinander jetzt in diese Hymne ein. Für den Frieden, für die Liebe, Freiheit und Gerechtigkeit. Ein Europa für uns alle, heute, morgen, jederzeit.“
Als Dankeschön erhielten die Akteure donnernden Applaus von den Rängen, Peter Scholl ein handgefertigtes Dr.SZchen, Katja Schmidt und Conny Sander je eine Uni Siegen-Tasse, die jungen Sängerinnen und Sänger je ein kleines Kinderuni-Geschenk-Tütchen.