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Familienevent "Kinderuni" traf auf einen Riesenandrang

"Europa forscht: Was passiert am CERN - dem größten Labor der Welt?" lautete der Titel der Auftaktveranstaltung der Kinderuni zum Oberthema "Bunte Vielfalt Europa"

Kinderuni Mannel 01-09-2026

Der Auftakt zur Herbststaffel der Kinderuni Siegen mit einem Familienevent erwies sich als großer Erfolg.

 

In den Ferien an die Uni? Die Planung des Hauses der Wissenschaft zum Auftakt der Herbststaffel der Kinderuni Siegen war ein Experiment. Und: Das Experiment eines Familienevents am letzten Tag der NRW-Sommerferien ist gelungen. Zum Oberthema „Bunte Vielfalt Europa“ war der Schadeberg-Hörsaal am Hörsaalzentrum sehr, sehr voll. Eltern, Geschwister, Oma und Opa durften ausnahmsweise mitkommen und machten von diesem Angebot regen Gebrauch. In dieser Sonderveranstaltung ging es um sehr große Maschinen und sehr kleine Teilchen. Der Physiker Prof. Dr. Thomas Mannel lud ein auf eine spannende Reise ans CERN, die Europäische Organisation für Kernforschung in Genf. 

Thomas Mannel hatte einen Papierstreifen dabei. Was bleibt von 50 cm übrig, wenn der Streifen in der Mitte mit einer Schere geteilt wird? Wie oft kann man Hälften mit einer Schere händisch teilen? Vielleicht bis zu einer Größe von einem Millimeter? Danach werden andere Werkzeuge zur Teilung von Teilchen und für deren Nachweis benötigt. Diese riesigen Werkzeuge stehen in Form von Collidern (Beschleunigern) und Detektoren (Nachweisgeräten) im CERN zur Verfügung. Der LHC (Large Hadron Collider) verläuft über 26 Kilometer hinweg unterirdisch sowohl auf Schweizer als auch auf französischem Staatsgebiet. Die Teilchen, die in diesem Ring beschleunigt und schließlich zur Kollision gebracht werden, erreichen dabei nahezu Lichtgeschwindigkeit. 11.000 Mal pro Sekunde überqueren die beschleunigten Teilchen, die von tiefgekühlten supraleitenden Magneten auf der Spur gehalten werden, die Grenze. Treffen sie aufeinander, zerbersten sie in viele winzige Teilchen, die von den Nachweisgeräten aufgezeichnet und für die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sichtbar gemacht werden. Thomas Mannel: „Ganz selten passiert etwas Interessantes in den Zusammenstößen. So wurde beispielsweise im Jahr 2012 das sogenannte Higgs Boson gefunden.“

Den innersten Pixeldetektor des so genannten ATLAS-Experiments haben auch Siegener Physikerinnen und Physiker im Rahmen einer Kollaboration entwickelt und gebaut. Ein Ziel des Großlabors ist zu erkunden, was die Welt im Innersten zusammenhält und wie die Welt bei größten und bei kleinsten Abständen aussieht.

Der Beschluss, das CERN zu gründen, fiel vor 75 Jahren (1951). Nach dem 2. Weltkrieg, so Thomas Thomas Mannel, habe die Forschung im Bereich der Kernphysik an Bedeutung gewonnen. Europäische Staaten taten sich zusammen, um gemeinsam zu forschen und die damit verbundenen Kosten zu tragen. Alle Forschungsergebnisse des CERN sind in Anbetracht der öffentlich Finanzierung auch öffentlich zugänglich. Die Bundesrepublik Deutschland ist größte Geldgeberin. Sie schultert etwa 20 Prozent des Jahresbudgets.

Das CERN zählt aktuell 25 Mitgliedsstaaten, elf assoziierte Mitglieder und zwei „beobachtende“ Mitglieder. Auf Interesse stößt die Forschungsarbeit weit über Europa hinaus. 2762 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler arbeiten permanent am CERN, 1235 Stipendiaten sowie 1471 Gastwissenschaftlerinnen und Gastwissenschaftler.

Betrieben wird Grundlagenforschung. Thomas Mannel: „Der Antrieb ist Neugierde“. Und die will der Physiker nicht zuletzt im Rahmen der Kinderuni bei jungen Menschen ganz früh wecken.