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Finanzkompetenz für mehr als 7.500 Schülerinnen und Schüler in NRW

Mit der „Schülerakademie Finanzkompetenz“ möchte die Universität Siegen Schülerinnen und Schüler im Umgang mit Geld und bei wirtschaftlichen Entscheidungen stärken. Mit Erfolg: Über 100 Schülerakademien wurden bereits durchgeführt, über 7.500 Schüler*innen erreicht.

Dr. Manuel Froitzheim ist Projektleiter der Schülerakademie Finanzkompetenz

Dr. Manuel Froitzheim ist Projektleiter der Schülerakademie Finanzkompetenz.

Wie gehe ich mit meinem Geld um? Was kann ich mir leisten? Welche Versicherungen brauche ich und worauf sollte ich bei einem Vertrag achten? Mit der „Schülerakademie Finanzkompetenz“ vermittelt die Universität Siegen Jugendlichen praxisnahes Wissen rund um Geld, Konsum und wirtschaftliche Entscheidungen. Das Angebot kommt an: Inzwischen haben über 100 Schülerakademien an Schulen in Nordrhein-Westfalen stattgefunden. Dabei wurden mehr als 7.500 Schülerinnen und Schüler erreicht. In der aktuellen Förderphase wurde das Angebot auch auf Berufskollegs und Förderschulen ausgeweitet.

„Viele Jugendliche lernen heutzutage nicht mehr im Elternhaus, wie sie verantwortungsvoll mit Geld und finanziellen Themen umgehen können. Zum Teil liegt das daran, dass den Eltern selbst die entsprechenden Kompetenzen fehlen. Unser Ziel ist es deshalb, dieses Wissen in die Schulen zu bringen“, erklärt Projektleiter Manuel Froitzheim von der Universität Siegen.

Die Schülerakademie Finanzkompetenz ist ein praxisnahes Bildungsangebot der Digitalen Wirtschaftsbildung (DiWiS) der Universität Siegen in Zusammenarbeit mit dem Netzwerk Finanzkompetenz Nordrhein-Westfalen. Um jungen Menschen frühzeitig Kompetenzen für einen selbstständigen Umgang mit finanziellen Fragen zu vermitteln, veranstaltet das Team Projekttage an Schulen sowie an außerschulischen Lernorten. Für die teilnehmenden Bildungseinrichtungen in Nordrhein-Westfalen ist das Angebot kostenlos.

Im Mittelpunkt stehen interaktive Lernstationen, an denen die Schüler*innen Finanzthemen selbstständig und handlungsorientiert bearbeiten. Thematisch geht es unter anderem um Budgetplanung, Sparen, Versicherungen, Kredite, Investitionen und Vertragsabschlüsse. Die Jugendlichen setzen sich dabei mit Situationen auseinander, die für ihren Alltag und ihren weiteren Lebensweg unmittelbar relevant sind. „Den Überblick über die eigenen Ausgaben zu behalten, wird in Zeiten der Digitalisierung immer schwieriger. Jugendliche nutzen ohne Rechtsgrundlage private Finanzdienstleister wie Paypal – wissen teilweise aber nicht mehr, was ein Girokonto ist“, sagt Manuel Froitzheim.

Er und sein Team beobachten außerdem, dass Jugendliche Informationen, die sie über Social-Media-Kanäle beziehen, nicht ausreichend hinterfragen: „Da erklären zum Beispiel Influenzer, wie man durch bestimmte Investitionen, etwa in Krypto-Währungen, in ein paar Wochen zum Millionär werden kann. Mir ist jedoch kein Fall bekannt, in dem das so einfach gelungen ist“, erklärt Froitzheim. Hingegen beobachtet er häufig, dass junge Menschen in Apps oder Online-Spielen Abos abschließen oder Geld ausgegeben, ohne sich darüber bewusst zu sein.

In der aktuellen Förderphase, die noch bis zum 31. Dezember 2028 läuft, wurde das Angebot weiterentwickelt und für weitere Schulformen geöffnet: Einen besonderen Schwerpunkt bilden dabei Berufskollegs und Förderschulen. Für diese Schulformen wurden passgenaue Angebote weiterentwickelt, um unterschiedliche Voraussetzungen und Lebenswelten der Schülerinnen und Schüler zu berücksichtigen. Das Projektteam knüpft damit an die Erfahrungen aus den vergangenen Jahren an, erklärt Manuel Froitzheim: „Wir haben beispielsweise die Lehrmaterialien angepasst und so gestaltet, dass auch Jugendliche mit Lernbeeinträchtigungen damit arbeiten können. Auf diese Weise möchten wir die finanzielle Bildung in Nordrhein-Westfalen noch breiter verankern. Unsere bisherigen Erfahrungen zeigen, dass das gut funktioniert.“

Die Schülerakademie ist Teil des Projekts „Stärkung finanzieller Verbraucherkompetenz – Ent-wicklung innovativer handlungsorientierter Bildungsangebote“, mit dem die Universität Siegen im Auftrag der Landesregierung Konzepte und Lernangebote zur ökonomischen Verbraucherbildung entwickelt. Das Ministerium für Landwirtschaft und Verbraucherschutz fördert das Projekt mit insgesamt 765.500 Euro. Neben der Durchführung von Schülerakademien in allen Regionen Nordrhein-Westfalens entwickelt die Universität Lernmaterialien zur Finanzkompetenz, schult Multiplikatoren, Lehramtsreferendar*innen und koordiniert das „Netzwerk Finanzkompetenz Nordrhein-Westfalen“.

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