Forschung zu Trauer bei Demenz auf internationalem Fachkongress vorgestellt
Internationale Sichtbarkeit für ein bislang wenig beachtetes Thema der Demenzversorgung
Dr. Lena Rupp, ehemalige externe Doktorandin der Professur für Psychologische Alternsforschung der Universität Siegen, präsentierte im Rahmen des 23rd IAGG World Congress of Gerontology and Geriatrics (Ageing Well in a Globalised World) in Amsterdam Forschungsergebnisse aus ihrer Dissertation. Die internationale Konferenz fand vom 5. bis 8. Juli 2026 statt und brachte Wissenschaftler*innen und Fachkräfte aus aller Welt zusammen, um aktuelle Entwicklungen der Gerontologie und Geriatrie zu diskutieren.
Der Vortrag mit dem Titel "Recognizing Anticipatory Dementia Grief: An Empirical Study on Mental Health Providers’ Grief and Loss Attribution" war Teil eines interdisziplinären Symposiums, das sich mit Trauererfahrungen informell Pflegender von Menschen mit Demenz befasste. Die Beiträge beleuchteten soziale, medizinische und psychologische Aspekte dieser Erfahrungen und brachten Forschende aus Deutschland, Singapur, Hongkong und den Niederlanden zusammen.
In ihrem Vortrag stellte Dr. Rupp Ergebnisse einer Online-Studie vor, die untersucht, inwieweit Fachkräfte im Bereich der psychischen Gesundheit Trauerreaktionen von Angehörigen von Menschen mit Demenz erkennen. Grundlage war eine Fallvignette, anhand derer die Teilnehmenden ihre Einschätzungen abgaben. Die Ergebnisse zeigen, dass diese Form der Trauer nicht immer eindeutig erkannt wird. Die Studie macht deutlich, wie wichtig es ist, das Bewusstsein für Trauerprozesse im Zusammenhang mit einer Demenzerkrankung in der psychologischen Versorgung weiter zu stärken.
Die vorgestellten Forschungsergebnisse wurden bereits 2024 in der Fachzeitschrift GeroPsych veröffentlicht:
Rupp, L., Abele, C., & Haberstroh, J. (2024). Do Mental Health Professionals Recognize Dementia Grief? GeroPsych. https://doi.org/10.1024/1662-9647/a000340
Neben dem wissenschaftlichen Austausch bot die Konferenz auch Gelegenheit, internationale Kontakte zu vertiefen. Die Teilnahme am Symposium und der Austausch mit den weiteren Referierenden wurden von Dr. Rupp initiiert. Im Symposium wirkten ein Psychiater aus Singapur, ein Sozialwissenschaftler aus Hongkong sowie eine Anthropologin aus den Niederlanden mit, deren Forschungsarbeiten sich ebenfalls mit Trauer im Kontext von Demenz beschäftigen. Im Anschluss an die Konferenz sollen Möglichkeiten einer weiteren Zusammenarbeit – beispielsweise in Form gemeinsamer Publikationen – ausgelotet werden.
Der IAGG World Congress zählt zu den bedeutendsten internationalen Fachkongressen im Bereich der Gerontologie und Geriatrie. Unter dem Motto Ageing Well in a Globalised World bietet er Forschenden verschiedener Disziplinen eine Plattform für den internationalen wissenschaftlichen Austausch über Herausforderungen und Chancen des Alterns.