In Eigenregie: Studierende der Uni Siegen veröffentlichen ein Kurzgeschichten-Buch
Studierende der Uni Siegen haben gemeinsam einen Schreibwettbewerb veranstaltet und ein Buch mit den Gewinner-Kurzgeschichten produziert. Unter Anleitung des Career Service der Uni konnten die sieben Studierenden im Projekt reale Arbeitsprozesse kennenlernen und berufsfeldrelevante Kompetenzen ausprobieren. Von Anfang bis Ende lagen alle Schritte in den Händen der Studierenden: Sie legten das Thema des Wettbewerbs und die Auswahlkriterien fest, sichteten alle eingesandten Geschichten und wählten als Jury die besten aus. Danach ging es an die Buchproduktion: Sie lektorierten die Texte, kümmerten sich um den Drucksatz, gestalteten das Cover und organisierten den Druck.
Heraus kam der Kurzgeschichtenband „2048 – Kurzgeschichten über die Zukunft“. Das Buch umfasst elf Geschichten auf 172 Seiten, darunter auch zwei englischsprachige Texte. „Ich fand es spannend, ein ganzes Buchprojekt zu begleiten – von der ersten Konzeption bis zum fertigen Produkt. Sonst sieht man oft nur den eigenen Teilbereich“, berichtete Mark Remisch, studentisches Jury-Mitglied. „Für mich war es einfach klasse zu sehen, wie viel Energie, Kreativität und Engagement so ein Projekt erzeugt“, sagte Dozent Marcellus Menke aus dem Career Service, der die Studierenden über den gesamten Prozess hinweg begleitete.
Die Teilnahme am Schreibwettbewerb stand allen Interessierten offen, auch über die Universität hinaus. Der Großteil der Einsendungen kam von Studierenden unterschiedlicher Fachrichtungen. Ergänzt wird die Auswahl durch Beiträge erfahrener Autorinnen und Autoren. Die Studierenden hatten dadurch die Möglichkeit, sogar mit professionellen Schreibern den Lektorats-Prozess zu durchlaufen. „Teilweise wurde um jeden Satz gekämpft. Das war ein wirklich klasse Lernprozess für die Studierenden“, berichtete Menke. Für die Autorinnen und Autoren war die Veröffentlichung ihrer Texte in Buchform der Gewinn. Angedacht ist, ausgewählte Geschichten zusätzlich in einer Audio-Produktion zu vertonen. „Ich fand es einfach cool, dass man die Möglichkeit hatte, die eigene Geschichte zu veröffentlichen“, so die studentische Autorin Dana Kopsan. „2048 ist ja keine ferne Zukunft – man überlegt automatisch, wie man von heute dorthin kommt. Ich habe vor allem gelernt, zu einem Thema auf den Punkt zu schreiben.“
Die thematische Klammer des Wettbewerbs – ein Blick in die nahe Zukunft – spiegelt sich in sehr unterschiedlichen literarischen Formen wider. So stehen etwa kurze, verdichtete Texte wie „Sternenmeer“ neben experimentellen Erzählformen oder popkulturell aufgeladenen Geschichten wie „Winding Roads“. Inhaltlich überwiegen dystopische Perspektiven, doch immer wieder blitzen auch hoffnungsvolle Töne auf.
Das Buch ist als Print-on-Demand-Publikation erschienen und im Buchhandel auf Bestellung sowie online erhältlich (ISBN-13: 9783695186464). Eine öffentliche Lesung findet am 10. Juni ab 17.40 Uhr im Foyer des Gebäudes US-C der Universität Siegen statt. Dort werden Autorinnen und Autoren ihre Texte präsentieren, begleitet von improvisierter Klaviermusik.