Internationale Konferenz an der Uni Siegen: Innovationen im ländlichen Raum gemeinsam gestalten
Wie lässt sich Innovation im ländlichen Raum neu denken und gestalten? Mit dieser Frage beschäftigte sich jetzt an der Universität Siegen die „International Conference on Innovation in Rural Regions“ (ICIRR). Rund 75 Teilnehmende aus Deutschland, der Türkei, den USA, Kanada, Botswana, Palästina und Großbritannien kamen zusammen, um bestehende und neue Forschungsansätze zu diskutieren und weiterzuentwickeln.
Im Mittelpunkt der Konferenz stand die Perspektive, ländliche Regionen nicht nur als periphere Räume zu betrachten, sondern als eigenständige, komplexe soziotechnische Systeme. Die Beiträge befassten sich unter anderem mit digitaler Bildung, lokalen Infrastrukturen, Landwirtschaft und Umwelt, Gesundheit, Kreislaufwirtschaft sowie gemeinschaftsorientierten und inklusiven Innovationsansätzen. Auch die Frage, wie politische und institutionelle Rahmenbedingungen Innovation fördern oder behindern, spielte eine wichtige Rolle.
Das Programm umfasste zwölf wissenschaftliche Beiträge (Paper) sowie Poster und Workshops. Sämtliche Beiträge wurden einem Peer-Review-Verfahren unterzogen und in der digitalen Bibliothek der European Society for Socially Embedded Technologies (EUSSET) veröffentlicht. Ein besonderes Ergebnis der Tagung war der internationale und interdisziplinäre Austausch: Trotz unterschiedlicher regionaler Ausgangsbedingungen zeigten sich zahlreiche Gemeinsamkeiten bei Herausforderungen, Fragestellungen und möglichen Lösungsansätzen. Der konstruktive Dialog führte zudem zur Anbahnung konkreter Kooperationen.
„Die Konferenz hat gezeigt, wie wertvoll der internationale Austausch über die Zukunft ländlicher Regionen ist – gerade auch für eine Region wie Südwestfalen, die ländliche Strukturen und industrielle Stärke miteinander verbindet. Wir wollten bewusst auch ländlich-industriell geprägte Regionen in den Blick nehmen und gemeinsam diskutieren, wie sie mit ihren jeweiligen Herausforderungen umgehen. Der Vergleich unterschiedlicher regionaler Erfahrungen eröffnet neue Perspektiven und ermöglicht es, voneinander zu lernen. Diesen internationalen Austausch haben wir mit der Konferenz angestoßen und möchten ihn künftig fortsetzen“, sagen Prof. Dr. Volker Wulf und Prof. Dr. Claudia Müller von der Universität Siegen.
Der Lehrstuhl „Wirtschaftsinformatik und Neue Medien“ (Prof. Dr. Volker Wulf) und der Lehrstuhl „IT für die Alternde Gesellschaft“ (Prof. Dr. Claudia Müller) hatten die Konferenz in Zusammenarbeit mit dem DNZ (gemeinnützige Gesellschaft für digitalisierte und nachhaltige Zusammenarbeit) organisiert. Die große internationale Resonanz verdeutlichte das breite wissenschaftliche Interesse an ländlichen Räumen und deren Zukunft. Aufgrund des positiven Austauschs und des Interesses der Teilnehmenden sind weitere Konferenzen geplant.