Direkt zum Inhalt
Direkt zum Inhalt

Mit Geld kann man einkaufen, man kann damit rechnen, und man kann es aufbewahren

Bei der Kinderuni ging es um den Euro. Die Kinder wurden spielerisch mit dem Geldsystem bekannt gemacht.

Kinderuni 22-09-2026

Prof. Dr. Ekkehard Köhler vom ZÖBIS war zu Gast bei der Kinderuni Siegen.

Money, money, money… Must be funny. In a rich man’s world… Das Lied der Popgruppe “Abba” stammt aus den 1970er Jahren und ist den Kinderuni-Kindern heute nicht mehr bekannt. Dass Geld für ganz viele Dinge notwendig ist, wissen aber auch die Acht- bis Zwölfjährigen der 2020er Jahre. Wen wundert es, dass etliche Mädchen und Jungen beim Thema „Der Euro: Entstehung, Entwicklung und digitale Zukunft unseres Geldes“ gut Bescheid wussten. Prof. Dr. Nils Goldschmidt und Prof. Dr. Ekkehard Köhler vom  Zentrum für Ökonomische Bildung (ZÖBIS) der Universität Siegen führten gemeinsam mit ihrem Team die junge Studierendenschaft spielerisch an das Thema heran. „Wer von Euch war in den Sommerferien in Urlaub?“ Nahezu alle Finger zeigten nach oben. „Wohin seid Ihr gefahren, und wie habt Ihr dort bezahlt?“ Im EU-Raum kann man fast überall mit Euro bezahlen. In Großbritannien sind britische Pfund notwendig, in Ägypten ägyptische Pfund. In Rumänien wird mit Lei bezahlt, obwohl das Land Mitglied der EU ist. „Wer von Euch besitzt ein Sparschwein?“ Wieder schnellten nahezu alle Hände in die Höhe. Im Behältnis wird Geld aufbewahrt, um es später zur Bank oder Sparkasse zu bringen.

Auf dieser Wissensgrundlagen startete das erste Spiel, an dem fünf Kinder teilnahmen. In der Szene war diese Gruppe auf einer fiktiven Insel gestrandet und musste fürs Überleben sorgen. Jedes Kind erhielt symbolisch eine Ware – Kräuter, Tongefäß, Getreide, Fische, Feuersteine. Die Kinder sollten untereinander derart tauschen, dass jeder bekommt, was er braucht. Ein Mädchen benötigte in der Kleingruppe vier Tauschrunden um das begehrte Gut zu erhalten. Das Fazit der Mädchen und Jungen: „In der kleinen Gruppe funktioniert das Tauschen. In einer großen Gruppe wird es schwierig.“

Im Hörsaal war schnell die Idee geboren, dass man ein von sehr Vielen akzeptiertes Tauschmittel benötigt, also beispielsweise Geld. Mit Geld kann man einkaufen, man kann damit rechnen, und man kann es aufbewahren (siehe Sparschwein).

Nils Goldschmidt: „Wir leben nicht auf einer Insel, sondern im Euro-Land.“ Die Kinder hatten im Urlaub erfahren, dass man in den meisten EU-Ländern mit Euro zahlen kann. Die Währung wurde am 1. Januar 1999 als Buchgeld beingeführt und zwei Jahre später als Bargeld. Die Eltern des Euro sind Christine Lagarde als Chefin der Europäischen Zentralbank und der EZB-Rat. Zuhause ist der Euro in der EZB in Frankfurt. Der Euro hat ein Hobby: ausgegeben zu werden. Und: Der Euro mag ein stabiles Bankensystem.

Was bestimmt den Wert einer Sache? Die Kinder fanden die Antwort spielerisch heraus. Je zwei Kinder erhielten einen Umschlag mit unterschiedlichen Inhalten: entweder zehn Traubenzucker-Bonbons, zehn Büroklammern oder einem Euro in 10-Cent-Münzen. Das eine Kind sollte dem anderen ein Teilungs-Angebot machen. Nur bei beiderseitiger Zustimmung zur vorgeschlagenen Teilung durfte der Umschlaginhalt behalten werden. Bei den Bonbons wurde geschwisterlich geteilt – fifty-fifty. Bei den Büroklammern waren die Anbieter in der Regel großzügig, wollten weniger als die Hälfte für sich behalten. Beim Euro versuchte der Anbieter jedoch mehr Anteile für sich zu behalten und weniger als die Hälfte abzugeben. Köhler: „Geld ist geprägte Freiheit.“ Mit Geld kann man sich Wünsche erfüllen, man hat damit mehr Möglichkeiten als mit Bonbons oder gar Büroklammern.

Sind Bankkarten auch Geld? Bei gedecktem Konto kann man mit Zahlungskarten bezahlen. Der Geldtransfer sorgt dafür, dass Euro von einem Konto auf das andere wandern, ohne dass man das Geld sieht. Geld auf Konten nennt man Giralgeld, Geld im Portemonnaie Bargeld. Insgesamt sind etwa 1,62 Billionen Euro im Umlauf, 1,59 Billionen davon in Scheinen, 34,5 Milliarden in Münzen. Zum Abschluss durften die Kinder über die neuen Geldscheine abstimmen – Vögel und Flüsse oder Personen? Die Kinderuni-Kinder stimmten eindeutig für die Variante mit Vögeln und Flüssen. Am Ausgang erhielt jedes Kind einen Schokoladen-Euro, der in den Magen und nicht ins Sparschein wanderte….