Neue Struktur für mehr Vielfalt und Teilhabe
Bereits seit Beginn des Jahres 2026 sind im Referat Chancengerechtigkeit die Bereiche Gleichstellung, Diversity, Inklusion sowie Vereinbarkeit von Familie und Beruf organisatorisch zusammengeführt. Bestehende Angebote werden so enger verzahnt und Synergien besser genutzt. Das Referat, das dem Prorektorat für Nachwuchs, Diversity und Internationales zugeordnet ist, wird von der zentralen Gleichstellungsbeauftragten Dr.‘ Elisabeth Heinrich geleitet. Sie und Katharina Miketta dankten zu Beginn der Eröffnungsveranstaltung ihrem „tollen Team“, das mit viel Herzblut dabei sei. Man arbeite wunderbar zusammen und es sei gut, dass die Struktur sie nun unter ein „Dach“ zusammengeführt habe.
„Über viele Jahre hinweg sind wertvolle Initiativen und Einrichtungen entstanden“, so Dr.‘ Elisabeth Heinrich bei einem Blick zurück auf die Gleichstellungsarbeit an der Universität Siegen. „Mit dem Referat Chancengerechtigkeit schaffen wir nun eine starke gemeinsame Basis für die Zukunft.“ Ziel sei es, die Sichtbarkeit nach innen und außen zu stärken und neue Impulse im Hochschulalltag zu setzen.
„Bei diesen wichtigen Themen braucht es Engagement, Ausdauer und den festen Willen, Veränderungen voranzubringen“, betonte Kanzlerin Iris Litty in ihrem Grußwort. „Wir freuen uns daher gemeinsam sehr, mit dem Referat eine starke, sichtbare Anlaufstellen geschaffen zu haben.“
Die Eröffnungsfeier stand unter dem Motto „All In – Vielfalt ist unsere Profession“ und zeigte die thematische Bandbreite des Referats. Neben dem Vortrag von Dr‘. Antje Schnoor über das ebenfalls neue Weiterbildungs-Zertifikat Gender & Diversity, bot ein vielfältiges Rahmenprogramm Gelegenheit zum Austausch. Als besonderer Gast war die Journalistin Maria Popov eingeladen, die persönliche Perspektiven auf Karrierewege und Diversität einbrachte.
Die Journalistin, Moderatorin, Autorin und Content-Creatorin studierte Medienwissenschaft an der Universität Siegen. Vor 13 Jahren habe sie als Studentin Sätze gehört wie: „Die Wahrscheinlichkeit, später Taxi zu fahren, ist größer als es in die Medien zu schaffen.“ Sie saß in einem ähnlichen Seminarraum wie jetzt. Voller Unsicherheit. Jetzt ist Maria Popov, sobald das Mikro „on“ ist, auf den Punkt präsent und hat sofort die Aufmerksamkeit des Publikums. Ebenso souverän wie unterhaltsam erzählt sie, wie die Zweifel dem Mut gewichen sind. „Ich hatte keinen Plan, keine Verbindungen, keine Eltern, die mich finanziell hätten absichern können.“ Gerade als queere Frau mit Migrationshintergrund habe sie sich gefragt, wie ein Weg in die Medienbranche gelingen könne.
Heute arbeitet sie erfolgreich vor und hinter der Kamera, war unter anderem beim Content-Netzwerk funk, machte eine Reportage für Arte, talkt auf TikTok und youtube. Vor kurzem erschien ihre erstes Buch „Kein Bock Club.“ Dass sie als „diskriminierungssensible Journalistin“ ihren Weg gehen kann, beschreibt Popov, die in Berlin lebt, als Zusammenspiel aus Zufällen, dem Willen, Hürden zu überwinden, Neues zu wagen und dem Austausch mit guten Mentorinnen. Zugleich betonte sie die prägende Rolle ihrer Studienzeit. Bei Campus TV habe sie sich ausprobieren und Erfahrungen sammeln können. „Die Uni Siegen hat in mir das geweckt, was ich wirklich will.“ Sie sei ein Fan der Uni Siegen. „Nein, ich bin sogar ein Uni Siegen Ultra!“
Nach dem Programm gab es Gelegenheit zum Austausch mit der Initiative ArbeiterKind.de. Ehrenamtliche – meist selbst Studierende der ersten Generation – engagieren sich bei ArbeiterKind.de in rund 80 lokalen Gruppen bundesweit, auch in Siegen.