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Recap Konferenz 20 Jahre Master Städtebau NRW

Was, wenn unsere größte Krise nicht nur das Klima, sondern unsere Vorstellungskraft ist?

Mit dieser Frage eröffnete Laura Veronese eine Diskussion, die den Charakter der Konferenz „Learning from NRW – 20 Jahre Master Städtebau NRW“ treffend beschreibt.
 

Recap 20 Jahre Master Städtebau NRW

Zwei Tage lang kamen im Osthof in Köln-Kalk Menschen aus Lehre, Studium und Planungspraxis zusammen, um über die Zukunft der Lehre im Städtebau zu diskutieren. Der inspirierende Ort bot den Rahmen für einen offenen und wertschätzenden Dialog, in dem unterschiedliche Sichtweisen miteinander in Beziehung gesetzt und gemeinsame Verständnisse entwickelt wurden.

Der erste Konferenztag wurde von vier Haltungen geprägt: Gemeinwohl (Johanna Debik), Urbane Praxis (Ivana Rohr), Anthropozän (Laura Veronese) und Co-Kreation (Verena Schmidt). Dabei verdichteten sich zentrale Gedanken:

Vom Objekt zum Prozess.

Von Hierarchie zu Ko-Kreation.
Vom Bauen zum Wirken.
Von der Kontrollillusion zur Fehlerkultur.

Städtebau erweitert damit sein Selbstverständnis: Zum Entwerfen tritt das Initiieren, Moderieren und Begleiten von Transformationsprozessen. Räumliche Qualität entsteht dabei im Zusammenspiel von Entwurf, Kooperation und gemeinsamer Verantwortung.

Kaye Geipel brachte diese Diskussion auf den Punkt: Aus den unterschiedlichen Haltungen lässt sich das Fundament einer sozial-ökologischen Lehre des Städtebaus entwickeln.

Eine besondere Bereicherung war der spontane Besuch von Anaclaudia Rossbach, Exekutivdirektorin von UN-Habitat und Untergeneralsekretärin der Vereinten Nationen. Mit ihrer globalen Perspektive auf Städtebau, urbane Transformation und nachhaltigen Wohnungsbau erweiterte sie die Diskussion um eine wichtige internationale Dimension.

Am zweiten Tag ergänzten vier Perspektiven die Debatte: die Studierenden (Simon Hoffmann, Lea Hecker und Greta Gaßner), die Absolventin Montana Schulze, die Lehrperspektive von Maren Harnack (Frankfurt UAS) sowie die Praxisperspektive von Stefan Hartlock. Gemeinsam formulierten sie den Anspruch an eine Lehre, die offen, global, kontextbezogen, partizipativ, kritisch, prozessual und weiterhin gestaltend ist.

Vielleicht war das die wichtigste Erkenntnis der Konferenz: Wenn unsere größte Krise tatsächlich eine Krise der Vorstellungskraft ist, dann braucht ihre Überwindung vor allem Beziehungsarbeit. Denn Vorstellungskraft entsteht dort, wo Menschen gemeinsam entwerfen, diskutieren, voneinander lernen und Verantwortung übernehmen. Genau darin liegt die Zukunft des Städtebaus.

Ein herzlicher Dank gilt dem gesamten Team des Masterstudiengangs Städtebau NRW – insbesondere Andreas Fritzen (HS Bochum), Martin Hölscher (THOWL Detmold), Sarah Jarosch (TH Köln), Christian Moczala (FH Dortmund), Sabine Tastel, Yasemin Utku (beide TH Köln) und Hilde Schröteler-von Brandt für die hervorragende Organisation und die vielen inspirierenden Gespräche.

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Ansprechpartner

Univ.-Prof. Dr.-Ing. Thorsten Erl

Univ.-Prof. Dr.-Ing. Architekt und Stadtplaner Thorsten Erl

Professor*in