„Rundgang 2026“: Kunststudierende zeigen neue Perspektiven
Auf Entdeckungstour durch das Brauhaus zu gehen – dazu ermutigte Institutssprecher Prof. Christian Freudenberger, Professur für Malerei und Druckgrafik, die vielen interessierten Gäste des „Rundgangs 2026“. Es gebe auf allen vier Etagen großartige Kunstwerke zu sehen. Und der Blick in jeden Winkel lohnt sich: Zwischen Werkstätten und Seminarräumen dienen die Ateliers nicht nur als Location der Jahresausstellung der Kunst, sondern wurden selbst zum Kunstwerk.
Im Rahmen des Rundgangs nutzten Kunststudierende die Möglichkeit, eine Auswahl ihrer Kunstwerke, die in den vergangenen zwei Semestern in der Kunstpraxis entstanden sind, auszustellen. Die Jahresausstellung umfasst dabei jedes Jahr alle Studienbereiche – von Zeichnung und Malerei über Plastik, Fotografie und Druckgrafik bis hin zur Kunst im öffentlichen Raum. Besucher*innen erhielten dabei einmalige Einblicke in die Vielfalt und Interdisziplinarität des Faches Kunst an der Uni Siegen, das sich durch Kooperationen und technischen Fortschritt ständig weiterentwickelt.
Kunst als Sprache
Iris Litty, Kanzlerin der Universität Siegen, betonte in ihrem Grußwort: „Kunst ist eine Form des Ausdrucks und eine universelle Sprache, die Menschen übergreifend erreichen kann. Sie lädt dazu ein, sich mit ihr auseinanderzusetzen und durch sie in den Dialog zu kommen. Der Rundgang bietet eine hervorragende Möglichkeit, um uns über die tollen Werke unserer Kunststudierenden auszutauschen und sie zu würdigen. Vielen Dank für das große Engagement aller Beteiligten!“
Auch Jeannette Schnüttgen, Vertretungsprofessorin im Bereich Plastik, würdigte den Rundgang als große Chance: „Hier können junge Künstler*innen die Erfahrung machen, ihre Arbeiten auszustellen und darüber ins Gespräch zu kommen. Das Engagement unserer Studierenden, ihre Neugier und kollaborative Energie werden in der Rundgang-Ausstellung sichtbar und verleihen unserem Institut eine lebendige, offene Atmosphäre. Dafür möchten wir uns herzlich bei ihnen bedanken.“
Einblicke in die Kunstpraxis
Die Einführung in die Ausstellung übernahm Jeannette Schnüttgen gemeinsam mit Caroline Streck. Im obersten Stockwerk zeigte die Druckgrafik-Abteilung traditionelle Druckverfahren, verbunden mit aktuellen bildtechnischen und digitalen Ansätzen und Experimenten. Eine Etage tiefer waren Arbeiten aus Prof. Johanna Schwarz' Lehrgebiet „Künstlerische Strategien im öffentlichen Raum“ zu sehen, u.a. aus dem Seminar „Let's Play: Die Stadt als Spielfeld“, sowie Werke aus Samuel Treindls Lehrveranstaltung „Freie Projekte aus der Plastik“. Im großen Atelier zeigten sich raumgreifende Werke aus Jeannette Schnüttgens Seminar „Kollaborative Plastiken aus Papier und Pappe“, das kooperatives Entwickeln plastischer Formen in den Mittelpunkt stellte. Im ersten Stock lag der Schwerpunkt auf der Malerei, wo Studierende Kunstwerke zu Themen wie subkulturelle Zeichen, Körper, autobiografische Identität, Landschaft und Urbanität sowie dem Spannungsverhältnis zwischen Malerei und digitaler Bildwelt gestaltet haben. Im Erdgeschoss zeigte das Lehrgebiet Fotografie (Prof. Uschi Huber) u.a. Arbeiten aus dem Seminar „Pixel, Pinsel, Prompts“ von Julia Kernbach, das sich der kritischen Reflexion, der Bearbeitung und Generierung digitaler Bilder widmet, und der Veranstaltung „Bricolage: Fake it till you make it“ von Tim Cullmann. Für die Präsentation wurden erstmals Displays aus Holz angefertigt, an denen die Fotografien mittig im Raum präsentiert wurden.
Preise für besondere Leistungen
Für ihre herausragenden Arbeiten wurden drei Kunststudierende im Rahmen des Rundgangs mit Preisen ausgezeichnet. Den Kunstpreis des Lions Club Siegen-Rubens 2026, der mit 750 Euro dotiert ist, erhielt in diesem Jahr Julia Mikhaylova. Sie wurde für ihre interdisziplinären Arbeiten in den Bereichen Video, Malerei und Fotografie ausgezeichnet, mit denen sie laut Jury eine eigenständige Bildsprache entwickelt und sich mit Identität, Biografie und Herkunft beschäftigt. Den mit 250 Euro dotierten Lions Club Förderpreis erhielt Vanessa Mazzei. Sie überzeugte die Jury durch eine mutige und intensive künstlerische Auseinandersetzung mit den experimentellen Mitteln der Druckgrafik, Malerei, Fotografie und Zeichnung, durch die sie die eigene Körperlichkeit sowie Selbst- und Fremdwahrnehmung erforscht. Dr. Petrico von Schweinichen, Vorstandsmitglied des Lions Club Siegen-Rubens, gratulierte den Preisträgerinnen zu ihrem Erfolg und betonte, dass die Kunst Menschen brauche, die Mut haben, Bekanntes in Frage zu stellen und Neues auszuprobieren – der Fachbereich Kunst der Uni Siegen biete den Studierenden einen sehr guten Ort dafür.
Mit dem Studienpreis des Instituts für Kunst, Kunstgeschichte und Kunstpädagogik der Uni Siegen in Höhe von 400 Euro wurde Robert Rychlik für seine präzise künstlerische Formsprache im Bereich der Bildhauerei ausgezeichnet: In seinen skulpturalen Installationen eröffnet er den Betrachtenden interaktive Resonanzräume, die plastische und akustische Kunst miteinander verbinden.
Weitere Informationen zum Rundgang 2026 und zum Fach Kunst gibt es auf der Instituts-Website.