Selbstbestimmt entscheiden – auch mit Demenz
„Das Recht auf Selbstbestimmung hört niemals auf“
Im hr2-Podcast erläutert Prof. Julia Haberstroh, wie Menschen mit Demenz bei selbstbestimmten Entscheidungen unterstützt werden können.
Menschen mit Demenz verlieren nicht automatisch das Recht auf Selbstbestimmung. Doch die Fähigkeit, eine konkrete Entscheidung selbstbestimmt zu treffen, kann von der jeweiligen Situation und den Bedingungen abhängen. Genau hier setzt die Forschung von Prof. Julia Haberstroh an.
Im Podcast „Der Tag“ des Hessischen Rundfunks spricht die Professorin für Psychologische Alternsforschung an der Universität Siegen über die Frage, wie Menschen mit Alzheimer-Demenz dabei unterstützt werden können, eigene Entscheidungen zu treffen. Dabei geht es auch um das Konzept der Entscheidungsassistenz: Nicht allein die Eigenschaften einer Person bestimmen, ob sie eine Entscheidung selbstbestimmt treffen kann. Auch die Umwelt, in der die Entscheidung getroffen wird, kann dazu beitragen, Selbstbestimmung zu ermöglichen.
Eine wichtige Rolle können dabei andere Menschen spielen, die bei einer Entscheidung unterstützen. Aber auch die räumliche und gegenständliche Umgebung kann einen Unterschied machen. Für Menschen mit Demenz können beispielsweise reizreduzierte Umgebungen hilfreich sein, da sie es erleichtern können, die Aufmerksamkeit auf die anstehende Entscheidung zu richten.
Im Gespräch geht es außerdem um die Grenzen der Selbstbestimmung – etwa dann, wenn Entscheidungen mit einer Gefährdung anderer Menschen verbunden sind. Prof. Haberstroh erläutert dabei auch, warum eine aus unserer Sicht unvernünftige Entscheidung nicht automatisch bedeutet, dass ein Mensch nicht mehr entscheidungsfähig ist.
Das vollständige Gespräch ist Teil der hr2-Sendung „Der Tag: Was bleibt, wenn die Erinnerung geht? Leben mit Demenz“, die am 22. September 2026 veröffentlicht wurde. Das Interview mit Prof. Julia Haberstroh beginnt bei Minute 30:44.
Zum Podcast „Was bleibt, wenn die Erinnerung geht? Leben mit Demenz“