Vorträge bei der Annual Conference der European Association of Biblical Studies (EABS)
Vorträge bei der Annual Conference der European Association of Biblical Studies (EABS)
Bei der Annual Conference 2026 der European Association of Biblical Studies (EABS) vom 21. bis 23. Juli in Löwen, Belgien, hat Tobias Schmitz drei Vorträge gehalten.
Der Vortrag „Does the Hebrew Bible Know ‚Self-Love‘? The Problem of Lev 19:18 Revisited Once Again“ bei der Research Unit „Emotions and the Biblical World“ hat sich mit der berühmten biblischen Forderung „Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst“ befasst. Schmitz hat die These vorgetragen, dass es in der Hebräischen Bibel keine eindeutigen Belege für Selbstliebe gibt, sodass für Lev 19,18 das sprachlich ebenfalls mögliche Verständnis „Du sollst deinen Nächsten lieben – er ist wie du“ wahrscheinlicher ist. Daraus ergaben sich zugleich neue Impulse rund um die Debatte zur Semantik von „Liebe“ in der Hebräischen Bibel.
Der zweite Vortrag mit dem Titel „Between Keeping the Covenant and Repaying the Haters: The Faithfulness of God in Deuteronomy 7“, angesiedelt bei der Research Unit „Biblical Theological Investigations into the Attributes of God“, hat sich als Teil des Habilitationsprojekts zu Dtn 7 einer der Kernaussagen des Kapitels zugewandt: die Treue Gottes aus V. 9–10. Die Aussage wurde in den Kontext des Kapitels eingeordnet und mit Fokus auf ihre rhetorische Funktion untersucht. So zeigte sich, dass Gottes Treue in Dtn 7 eng mit der Beständigkeit, Verlässlichkeit und Verlässlichkeit von Gottes Handeln mit seinem Volk zusammenhängt, dass es sich dabei aber keineswegs um eine nur abstrakte theologische Aussage handelt. Ein Ausblick zur literarischen und historischen Verortung von Dtn 7,9–10 schloss sich an.
Der Vortrag „Thinking from the Margins: A Comparative Examination of a Pattern of Textual Growth with Focus on the Book of Hosea“ schließlich hat auf vergleichbare Beobachtungen in den Büchern Hosea, Amos, Deuteronomium und Sprichwörter aufmerksam gemacht: Die jeweiligen Mittelteile der Bücher bestehen aus lose aneinandergereihten Einzelsprüchen, die keinem konkreten Sprecher zugeordnet sind. Erst die jeweiligen Rahmenabschnitte, die gegenüber den Kernteilen literargeschichtlich tendenziell sekundär sind, kontextualisieren die Spruchsammlungen, assoziieren sie mit einem konkreten Sprecher und leiten so ihre Interpretation. Diese Beobachtungen könnten auf eine schriftgelehrte Bearbeitungstechnik im Juda des 8./7. Jh. v. Chr. hinweisen. Der Vortrag war Teil der neu ins Leben gerufenen Research Unit „Re-Evaluating the Book of Hosea“, die von Anna Maria Bortz (Mainz), Kirsten Maria Schäfers (Bonn) und Tobias Schmitz geleitet wird und nach neuen Wegen in der Debatte rund um die Entstehung des theologisch hochbedeutsamen und exegetisch notorisch komplexen Buches Hosea sucht.
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