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Zwischen Hörsaal und Hochschulpolitik

An der Universität Siegen studiert Pascal Auer aktuell zwei Masterstudiengänge parallel – und gestaltet die Hochschule in etlichen Gremien aktiv mit. Nun bringt er seine Erfahrung auch bundesweit ein. Für das Jahr 2026 ist er ins DigitalChangeMaker-Programm berufen worden.

Portrait Pascal Auer vor einem Uni-Gebäude

Student Pascal Auer entwickelt gemeinsam mit anderen Studierenden Ideen für die Zukunft der Hochschullandschaft.

An der Universität Siegen gehört Pascal Auer zu den Studierenden, die neben dem Besuch von Vorlesungen und Seminaren die Hochschule aktiv mitgestalten wollen. Für das Jahr 2026 wurde der 27-Jährige als einer von 15 Studierenden deutschlandweit für das DigitalChangeMaker-Programm ausgewählt. In der Initiative des Hochschulforums Digitalisierung entwickelt er gemeinsam mit anderen Studierenden Ideen für die Zukunft der Hochschullandschaft. Das Team möchte vor allem ein Thema voranbringen: Mehr Sichtbarkeit für die Teilhabe internationaler Studierender.

Seit Februar arbeitet der aktuelle Jahrgang des Programms in drei Themenfeldern rund um künstliche Intelligenz, Lernen und gesellschaftliche Verantwortung. Pascal Auer ist im Thementrack „Shaping Society“ aktiv. Dort geht es um die Frage, wie Hochschulen stärker in der Gesellschaft verankert werden können und wie Studierende mehr Teilhabe erfahren. Sein Team hat den Fokus bewusst eingegrenzt: „Wir wollen besser verstehen, wie internationale Studierende Beteiligungsmöglichkeiten wahrnehmen, welche Erfahrungen sie machen, und welche Herausforderungen bestehen“, sagt der Siegener Student. Dafür haben er und sein Team aus dem Track eine digitale Umfrage entwickelt, die nach Engagement, Repräsentation, Barrieren und Verbesserungspotenzialen von internationalen Studierenden fragt. Diese ist ab sofort verfügbar: https://s2survey.net/DCM-Befragung-Internationals/. Aus den Ergebnissen sollen später eine Handreichung und Workshops für Hochschulakteure entstehen. Ziel ist es, bei Hochschulen, Fakultäten, Hochschulleitungen sowie weiteren Stakeholdern ein stärkeres Bewusstsein für die Thematik zu schaffen. Außerdem wollen sie sich mit Initiativen, wie zum Beispiel dem Erasmus Student Network, oder studentischen Communities stärker vernetzen.

Student Pascal Auer mit einem Laptop

Zwei bis drei Mal trifft sich die Gruppe in Berlin und München, der Rest läuft digital. Unterstützt werden die Teilnehmenden in der gesamten Zeit von Themenpatinnen und -paten aus der Praxis sowie von ehemaligen DigitalChangeMakers als Mentorinnen und Mentoren. Ein Highlight ist das „University:Future Festival“, an dem Pascal Auer und sein Team teilnahmen. Es fand hybrid an unterschiedlichen Orten, zum Beispiel in Berlin, Graz und Hamburg statt. Etliche Hochschulakteure aus allen Bereichen trafen sich dort für Workshops und Vorträge. „Ich kann das DigitalChangeMaker-Programm total weiterempfehlen. Ich habe neue Leute und spannende Perspektiven kennengelernt, meinen Horizont enorm erweitert und kann aktiv die Hochschule als Lernort mitgestalten“, sagt er.

Hochschulpolitik als Katalysator

Pascal Auer studiert zwei Masterstudiengänge gleichzeitig: Wirtschaftswissenschaften & Wirtschaftsinformatik auf Lehramt für Berufskollegs sowie Plurale Ökonomik. Sein Studium hat er 2019 begonnen, kurz danach kamen die Corona-Einschränkungen. Für sein Studium entschied sich der gebürtige Kölner bewusst gegen das Pendeln und für eine Wohnung in Siegen. „Mittlerweile kann ich von mir behaupten, in Siegen sesshaft geworden zu sein. Ich weiß die Stadt wirklich zu schätzen“, berichtet er. 

Der 27-Jährige engagiert sich seit seinem ersten Semester in einer politischen Hochschulgruppe. „Ich bin direkt am Anfang meiner Studienzeit in diesen Kosmos geraten und habe viel mitbekommen, was zum Beispiel hochschulpolitisch diskutiert wurde. Gerade während der Coronazeit war das sehr interessant.“ Ein knappes Jahr lang war er Referent für Digitalisierung im Allgemeinen Studierendenausschuss (AStA). Seit 2021 ist er Mitglied im Lehramts-Fachschaftsrat. Diese Mitgliedschaft habe als Katalysator gewirkt. Mittlerweile hat er eine Amtszeit als studentisches Mitglied im Senat der Uni Siegen absolviert. Darüber hinaus ist er in der Senatskommission für Bildung und im Rat des Zentrums für Lehrkräftebildung und Bildungsforschung (ZLB) aktiv. „Dadurch kann ich einiges bewegen. So hat sich der Einsatz mit Blick zum Beispiel auf die geänderte Coronafreiversuchsregelung oder die Freiversuchsregelung – das Siegener Modell – gelohnt.“ Gleichzeitig gesteht er, dass er manchmal mit seinem Engagement an seine Grenzen kommt, die Gremienarbeit aber durchaus mit dem Studium vereinbar ist. 

Neben dem hochschulpolitischen Engagement bringt er sich auch in der Kommunalpolitik ein. In seiner Freizeit ist er oft draußen unterwegs. Die Wälder und Berge im Siegerland nutzt er gerne für den Radsport. Außerdem besucht er gelegentlich die Spiele der Sportfreunde Siegen. Seiner kölschen Heimat bleibt er trotzdem verbunden – unter anderem als Mitglied des 1.FC Kölns und eines Karnevalvereins.

Sein Aufruf an alle Siegener Studierende: „Engagiert euch! Die Uni lebt von eurem Engagement und will gestaltet werden.“ Seine Erfahrung sei durchweg positiv gewesen. Studierende würden ernst genommen, ihre Perspektiven hätten Gewicht. „Man kann wirklich was bewegen und verändern, im Team gemeinsam mit allen anderen engagierten Studierenden.“ Sein Appell: Im eigenen Fachschaftsrat einsteigen, um die Welt der akademischen und studentischen Selbstverwaltung kennenzulernen und sich zu engagieren für die Kommilitoninnen und Kommilitonen. Bewerbungen für die nächste Ausschreibungsrunde des DigitalChangeMaker-Programms sind ab sofort möglich: https://hochschulforumdigitalisierung.de/call-for-digitalchangemaker-2027/ 

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