Zeugnis Nicolas Mues
Doktorand/in und wissenschaftliche/r Mitarbeiter/in im Fachbereich Wirtschaftswissenschaften an der Universität Siegen
Gasthochschule: Universität Orléans
Aufenthaltsdauer: 1. bis 31. Oktober 2022
Über mich
Ich habe mein Studium in Münster absolviert, bin aber in Siegen geboren. Mein Forschungsschwerpunkt ist das Management von Familienunternehmen. In der Lehre halte ich Vorlesungen zur Organisationsgestaltung und zum Personalmanagement.
Als Doktorandin ist es für mich am interessantesten, andere junge Forscher aus anderen Universitäten und Ländern kennen zu lernen. Bei meinen Besuchen von Konferenzen u. a. in Wien und Manchester konnte ich viele Kontakte knüpfen und Forschungsinteressen anderer Regionen und Universitäten kennen lernen. Der Austausch mit internationalen Forschern ist sehr wichtig, insbesondere für Forscher im Managementbereich, da Europa als Wirtschaftsunion viele gemeinsame Ziele hat.
Vorbereitungen
Über das House of Young Talents habe ich erfahren, dass es die Möglichkeit gibt, einen Monat lang an einer ATHENA-Universität im Ausland zu arbeiten und zu forschen. Ich nutze oft Angebote des House of Young Talents, um zum Beispiel Forschungsmethoden kennen zu lernen oder mich über Karrieremöglichkeiten zu informieren. Ein solcher Austausch kann mir wichtige Erkenntnisse für Forschung und Lehre liefern.
Inhalt des Aufenthalts und Nutzen für die Arbeit
Die Universität von Orléans ist eine der ältesten und renommiertesten Universitäten Frankreichs. Sie verfügt über ein Forschungszentrum namens Vallorem, das zur Fakultät für Recht und Management gehört. Die Forschungsschwerpunkte von Vallorem weisen einige Überschneidungen mit dem Profil des Lehrstuhls auf, an dem ich in Siegen arbeite. Ein Schwerpunkt von Vallorem ist das strategische Management von Humanressourcen und Projekten. Das Forschungszentrum betont seinen starken regionalen Bezug. Ziel ist es, die Ansätze des Personalmanagements zu optimieren.
Unser Lehrstuhl hat mehrere Vorlesungen zu diesem Thema. Darüber hinaus erforscht das Vallorem, wie die individuelle Kreativität und Motivation gefördert werden kann, um die Innovationskraft von Organisationen und Unternehmen zu steigern. Die organisatorische Kreativität ist ein zentrales Interesse des Forschungszentrums. Dabei geht es unter anderem um Personalkommunikation und Governance. Hier gibt es auch Parallelen zu unserem Lehrstuhl in Siegen. Deshalb war Orléans meine erste Wahl für den Doktorandenaustausch.
Zum Beispiel gibt es auch in Orléans einen Fachkräftemangel. Wie in Siegen ist die Wirtschaft von kleinen Unternehmen, oft Familienbetrieben, geprägt. Es gab aber auch Unterschiede, unter anderem bei der Finanzierung von Innovationen. Auch in Orléans habe ich Vorträge gehalten. Die Inhalte der Vorträge sind ähnlich wie die unseres Lehrstuhls. Besonders interessant war für mich, dass es unterschiedliche Ansätze bei der Gestaltung des Studiums gibt. In Orléans hat die praktische Erfahrung einen viel höheren Stellenwert. Das ist ein Aspekt, der für mich sehr wichtig ist. Auch wenn die Zusammenarbeit in der Forschung für mich sehr aufschlussreich ist, finde ich die Zusammenarbeit in der Lehre besonders spannend. Wir haben oft darüber gesprochen, dass die wirtschaftswissenschaftlichen Fakultäten in Orléans und Siegen eng zusammenarbeiten sollten, weil es viele Parallelen gibt. Dazu wird es in den nächsten Monaten Treffen geben. Während meines Aufenthaltes gab es auch einen Aktionstag zum internationalen Austausch. ATHENA hatte dort auch eine Plattform. Ich habe viele internationale Studenten getroffen. Ein Mitarbeiter der Universität hatte Siegen bereits besucht und viele gute Erfahrungen gemacht.
Das Leben in Orléans
Siegen und Orléans haben viele Gemeinsamkeiten. Die Städte sind ähnlich groß und die Anzahl der Studenten ist ähnlich. Die Gebäude der Fakultät für Management und Recht der Universität von Orléans befinden sich in der Gemeinde Olivet, südlich von Orléans. Es war mein erster Besuch in dieser Region. Obwohl Olivet nicht direkt im Herzen von Orléans liegt, kann man das Zentrum leicht erreichen. Orléans ist natürlich für Jeanne d'Arc bekannt, der in der Stadt ein großes Denkmal gewidmet wurde. Auch die Cathédrale Sainte-Croix d'Orléans ist sehr beeindruckend. Ich war schon viele Male im Zentrum von Orléans, aber meistens war ich auf dem Olivet. Hier kann man sehr gut Sport treiben und man hat alle möglichen Geschäfte gleich um die Ecke. Man kann auch die Schlösser an der Loire besichtigen, zum Beispiel das Schloss Amboise oder das Schloss Chambord. Da das Wetter in Olivet und Orléans wärmer war als in Siegen, konnte ich viel joggen gehen oder die Parks besuchen. Die Zeit in Orléans verging sehr schnell und die Vallorem-Mitglieder vor Ort halfen mir bei jeder Frage und erzählten mir von Plänen, wie die Zusammenarbeit zwischen Orléans und Siegen in den nächsten Jahren intensiviert werden könnte. Außerdem ist Paris von Orléans aus leicht zu erreichen und ein Besuch ist immer zu empfehlen.
Fazit
Aufgrund der vielen Gemeinsamkeiten und der ähnlichen Forschungsinteressen wäre es ratsam, dass die Wirtschaftsfakultäten von Orléans und Siegen enger zusammenarbeiten. Diese Zusammenarbeit kann sowohl in der Forschung als auch in der Lehre stattfinden. Einen Besuch an der Universität Orléans kann ich nur empfehlen. Die Menschen vor Ort haben sich sehr gut um mich gekümmert, und ich habe viele interessante Erfahrungen gemacht.