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Aktualisierung der Einsatzvorgaben für zweibahnige Landstraßenquerschnitt sowie von Knotenpunktfolgen auf Straßen der EKL 1 und 2

Forschungsprojekt FE 02.0487/2024/FRB im Auftrag der Bundesanstalt für Straßen und Verkehrswesen

Ausgangslage und Projektziel

Die „Richtlinien für die Anlage von Landstraßen (RAL)“ (FGSV 2012) unterscheiden hinsichtlich der Entwurfsstandards zwischen vier Entwurfsklassen (EKL). Landstraßen der EKL 1 und EKL 2 übernehmen im deutschen Straßennetz wichtige überregionale und regionale Verbindungsfunktionen mit entsprechend hohen Anforderungen an die Fahrtgeschwindigkeiten und sollen daher zur Schaffung von Überholmöglichkeiten in der EKL 1 durchgängig und in der EKL 2 abschnittsweise dreistreifig ausgeführt werden. Während die durchgängig dreistreifigen Landstraßen in Kombination mit planfreien Knotenpunkten analog zu Autobahnen bereits umfassend untersucht waren, fehlten entsprechende Erkenntnisse für abschnittsweise dreistreifige Landstraßen in Kombination mit Einmündungen und Kreuzungen mit Lichtsignalanlagen. 

Bei hohen Verkehrsstärken auf kurzen Abschnitten im Landstraßennetz ermöglichen die RAL in beiden EKL den Einsatz eines schmalen zweibahnig vierstreifigen Querschnitts, ohne in das Autobahnregelwerk wechseln zu müssen. Im Vergleich mit den „Richtlinien für die Anlage von Autobahnen (RAA)“ (FGSV 2008) bestehen jedoch Unsicherheiten hinsichtlich der Einsatzgrenzen der schmaleren Autobahnquerschnitte mit Standstreifen.

Ziel des Projektes ist die Aktualisierung der Einsatzvorgaben für 

  1. zweibahnige Querschnitte mit und ohne Standstreifen sowie 
  2. Knotenpunktfolgen 

auf Landstraßen der EKL 1 und EKL 2. Im Mittelpunkt stehen die Fragen, wie sich Querschnittsgestaltung und Knotenpunktanordnung auf das tatsächliche Fahrverhalten, den Verkehrsablauf und die Verkehrssicherheit auswirken und welche Konsequenzen sich daraus für künftige Planungs- und Entwurfsvorgaben ergeben.

 

Vorgehen

Das Projekt untersucht insbesondere:

  • das Fahrverhalten auf Landstraßen, 
  • den Einfluss von Knotenpunkten auf das Fahrverhalten im Streckenverlauf,
  • den Einfluss der Fahrstreifenanzahl auf Geschwindigkeiten und Verkehrsablauf,
  • die Qualität des Verkehrsablaufs über den gesamten Jahresverlauf,
  • die Verkehrssicherheit der untersuchten Querschnitte und Knotenpunktfolgen.

Ein zentraler methodischer Baustein ist die Nutzung von Floating Car Data (FCD). Dabei handelt es sich um anonymisierte GPS-Daten, welche aus Fahrzeugen, die im regulären Verkehr unterwegs sind erhoben werden. Sie ermöglichen flächendeckende Aussagen über das reale Fahrverhalten, ohne dass an jeder Strecke eigene Messungen erforderlich sind. Auf dieser Grundlage werden Geschwindigkeitsverteilungen ermittelt und der Einfluss von Knotenpunkten sowie der Fahrstreifenanzahl analysiert.

Ergänzend erfolgt eine Ganzjahresanalyse des Verkehrsablaufs. Anstatt nur einzelne Stichtage oder typische Werktage zu betrachten, wird der Verkehr über ein vollständiges Jahr ausgewertet. So lassen sich saisonale Schwankungen, Spitzenbelastungen und besondere Verkehrssituationen realistisch abbilden.

Die Untersuchung des Verkehrsablaufs wird mit einer Analyse der Verkehrssicherheit verknüpft. Darüber hinaus fließt eine Simulatorstudie ein, in der das Fahrverhalten unter kontrollierten Bedingungen untersucht wird. Damit lassen sich auch Situationen und Gestaltungsvarianten betrachten, die im realen Straßennetz nicht oder nur selten vorkommen.

Die Besonderheit des Projektes liegt in der Zusammenführung der drei Perspektiven: Verkehrssicherheit, Verkehrsablauf und Fahrverhalten aus der Simulatorstudie. Diese werden nicht getrennt voneinander, sondern gemeinsam bewertet. Auf diese Weise entsteht eine ganzheitliche Grundlage, auf der sich fundierte und praxistaugliche Empfehlungen für die Einsatzbereiche mehrstreifiger Querschnitte und für die Gestaltung von Knotenpunktfolgen auf Landstraßen ableiten lassen.

Projektpartner:

Alles auf einen Blick

  • Icon Kalender

    Laufzeit
    01.03.2025 - 31.10.2027

  • Icon Tag

    Forschungsbereich
    Entwurf von Landstraßen

  • Icon Abzeichen Euro

    Auftraggeber
    Bundesanstalt für Straßen- und Verkehrswesen (BASt)

Kontakt:

  • Frederik.Scholz@uni-siegen.de

  • +49 271 740-5539


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