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DiA-S Pantomime Logo

Depression im Alter besser erkennen

Depressive Symptome werden bei älteren Menschen in Pflege- und medizinischen Einrichtungen häufig übersehen. Dieses Projekt entwickelt und überprüft ein barrierearmes, multimodales Screeningverfahren, das auch bei kognitiven Einschränkungen eine zuverlässige Erkennung von Depression im Alter ermöglicht.

DiA-S Pantomime Beispiel

Projektbeschreibung

In Pflegeheimen und allgemeinmedizinischen Einrichtungen, in denen ältere Menschen schwerpunktmäßig wegen körperlicher Krankheiten und Pflegebedürftigkeit betreut werden, fehlt dem pflegerischen und medizinischen Personal häufig das Wissen zur Diagnostik und Therapie depressiver Syndrome. In diesem Kontext ist der routinemäßige Einsatz von Screeningverfahren empfehlenswert. Allerdings eignen sich die mit jüngeren und mittelalten Erwachsenen etablierten Selbstbeurteilungsfragebögen nicht gut bei älteren Erwachsenen. Das liegt vor allem an der vorliegenden körperlichen Multimorbidität und kognitiven Beeinträchtigungen, z. B. können im höheren Lebensalter Schlaf- und Appetitlosigkeit auch vorkommen, ohne dass eine Depression vorliegt. 

Vor ca. 15 Jahren wurde die Depression-im-Alter-Skala (DiA-S) (Heidenblut & Zank, 2010) entwickelt, um diesem Problem zu begegnen. Es gibt aber Personengruppen, die Probleme beim Ausfüllen oder Beantworten der DiA-S haben. Dazu gehören Menschen mit einer leichten kognitiven Beeinträchtigung und beginnenden Demenz, denn sie haben zunehmend Schwierigkeiten beim Verständnis geschriebener und gesprochener Sprache. Und wenn jemand zur Beantwortung der Fragen darauf angewiesen ist, dass sie ihm/ihr vorgelesen werden, können Hörschwierigkeiten das korrekte Antworten erschweren.

Um diesen Problemen zu begegnen, wurde unter Federführung des Vereins „In Würde alt werden e.V.“ eine Pantomime-Version der DiA-S entwickelt. Auf einem Computer oder Tablet wird ein Item nacheinander dargestellt, und zwar in drei Modi gleichzeitig: das geschriebene Item, das vorgelesene Item und ein Video mit einer pantomimischen Darstellung des Items. Damit soll das Verständnis des Items erhöht werden.

Das Ziel dieses Projekts ist es, die aktuelle Version der DiA-S-Pantomime zu überarbeiten und die App in eine Form zu bringen, dass sie im medizinischen und pflegerischen Kontext leicht eingesetzt werden kann. Dazu sollen auch die wissenschaftlichen Gütekriterien der DiA-S-Pantomime untersucht werden.

Langfristig soll das Projekt dazu beitragen, Depression im Alter besser zu erkennen und dann frühzeitiger behandeln zu können.

 

Schwerpunkte des Projekts

  • Weiterentwicklung der DiA-S-Pantomime App
  • Evaluation der DiA-S-Pantomime (Validität, Reliabilität) bei älteren Menschen (65-80 J. und 80+ J.) mit verschiedenen Schweregraden von Depression (ganz ohne, subsyndromale, leichte, mittelgradige, schwere Depression)

Alles auf einen Blick

  • Icon Kalender

    Laufzeit
    01.01.2026-30.09.2027 (Laufend)

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    Forschungsbereich
    Depressionsdiagnostik

  • Icon Abzeichen Euro

    Finanzierung
    G. u. I. Leifheit Stiftung (46.104 €)

 

Das Projektteam

Von der Universität Siegen

Prof. Dr. Simon Forstmeier

Prof. Dr. Simon Forstmeier

Professor*in

Ich bin Professor für Psychologie an der Universität Siegen und leite die Professur für Entwicklungspsychologie und Klinisch

Vom Verein „In Würde alt werden e.V.“

Dr. Klaus Peter Weber, PD Dr. Margit Theis-Scholz, Helmut Kempf, Bernd Schwan, Florian Schell, Matthias Krell

Fördermittelgeber und Kooperationspartner

Fördermittelgeber ist die G. u. I. Leifheit Stiftung, Kooperationspartner ist der Verein „In Würde alt werden e.V.“ (https://www.in-wuerde-alt-werden-ev.de)