Depression im Alter besser erkennen
Depressive Symptome werden bei älteren Menschen häufig übersehen, besonders in Pflege- und medizinischen Einrichtungen. Dieses Projekt entwickelt und überprüft ein barrierearmes, multimodales Screeningverfahren, das im hohen und sehr hohen Lebensalter eine zuverlässige Erkennung von Depression im Alter ermöglichen soll, selbst bei sensorischen und kognitiven Einschränkungen.
Teilnehmer für Forschungsprojekt gesucht
Wir suchen Menschen ab 65 Jahren, die an diesem Projekt teilnehmen möchten.
Egal, ob Sie depressive Symptome bei sich vermuten oder nicht, Sie können teilnehmen.
Melden Sie sich bei Interesse per E-Mail oder Telefon:
depression@uni-siegen.de (bevorzugt)
0271 7404350 (wenn wir nicht rangehen, bitte auf den Anrufbeantworter sprechen, wir rufen zurück)
Projektbeschreibung
In Pflegeheimen und allgemeinmedizinischen Einrichtungen, in denen ältere Menschen schwerpunktmäßig wegen körperlicher Krankheiten und Pflegebedürftigkeit betreut werden, fehlt dem pflegerischen und medizinischen Personal häufig das Wissen zur Diagnostik und Therapie depressiver Syndrome. In diesem Kontext ist der routinemäßige Einsatz von Screeningverfahren empfehlenswert. Allerdings eignen sich die mit jüngeren und mittelalten Erwachsenen etablierten Selbstbeurteilungsfragebögen nicht gut bei älteren Erwachsenen. Das liegt vor allem an der vorliegenden körperlichen Multimorbidität und kognitiven Beeinträchtigungen, z. B. können im höheren Lebensalter Schlaf- und Appetitlosigkeit auch vorkommen, ohne dass eine Depression vorliegt.
Vor ca. 15 Jahren wurde die Depression-im-Alter-Skala (DiA-S) (Heidenblut & Zank, 2010) entwickelt, um diesem Problem zu begegnen. Es gibt aber Personengruppen, die Probleme beim Ausfüllen oder Beantworten der DiA-S haben. Dazu gehören Menschen mit einer leichten kognitiven Beeinträchtigung und beginnenden Demenz, denn sie haben zunehmend Schwierigkeiten beim Verständnis geschriebener und gesprochener Sprache. Und wenn jemand zur Beantwortung der Fragen darauf angewiesen ist, dass sie ihm/ihr vorgelesen werden, können Hörschwierigkeiten das korrekte Antworten erschweren.
Um diesen Problemen zu begegnen, wurde unter Federführung des Vereins „In Würde alt werden e. V.“ eine Pantomime-Version der DiA-S entwickelt. Auf einem Computer oder Tablet wird ein Item nacheinander dargestellt, und zwar in drei Modi gleichzeitig: das geschriebene Item, das vorgelesene Item und ein Video mit einer pantomimischen Darstellung des Items. Damit soll das Verständnis des Items erhöht werden.
Das Ziel dieses Projekts ist es, die aktuelle Version der DiA-S-Pantomime zu überarbeiten und die App in eine Form zu bringen, dass sie im medizinischen und pflegerischen Kontext leicht eingesetzt werden kann. Dazu sollen auch die wissenschaftlichen Gütekriterien der DiA-S-Pantomime untersucht werden.
Langfristig soll das Projekt dazu beitragen, Depression im Alter besser zu erkennen und dann frühzeitiger behandeln zu können.
Schwerpunkte des Projekts
- Weiterentwicklung der DiA-S-Pantomime App
- Evaluation der DiA-S-Pantomime (Validität, Reliabilität) bei älteren Menschen (65 – 80 J. und 80+ J.) mit verschiedenen Schweregraden von Depression (ganz ohne, subsyndromale, leichte, mittelgradige, schwere Depression)
Alles auf einen Blick
Fördermittelgeber und Kooperationspartner
Fördermittelgeber ist die G. u. I. Leifheit Stiftung, Kooperationspartner ist der Verein „In Würde alt werden e. V.“ (https://www.in-wuerde-alt-werden-ev.de)