Projektbeschreibung
Das Projekt FUSION („Transformation des ländlich-industrialisierten Raumes als Handlungsfeld der Universität Siegen") forscht seit 2023 an nachhaltigen Zukunftsperspektiven für Südwestfalen. Ausgelöst durch die „Innovative Hochschule"-Initiative des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR), verbindet FUSION wissenschaftliche Expertise mit praktischem regionalem Wissen.
Schwerpunkte unseres Lehrstuhls
Der Lehrstuhl Höchstfrequenztechnik und Quantenelektronik bringt seine Expertise im Bereich Sensorik ein. Konkret kann HQE bei folgenden Aspekten von TV3 mitwirken:
- Sensorische Überwachungssysteme: Entwicklung von Höchstfrequenz-Sensoren zur Echtzeit-Überwachung von Wasserstoff-Infrastrukturen (Leckage-Erkennung, Druck- und Temperaturmonitoring in Rohrleitungen)
- Quantenbasierte Messtechnik: Präzisionsmessungen für die Dekarbonisierung industrieller Prozesse durch hochempfindliche Sensoren
- Kommunikationstechnik: Sichere Datenübertragung für vernetzte Monitoring-Systeme in der regionalen Energieinfrastruktur
- Materialcharakterisierung: Hochfrequenz-basierte Analyse von Materialien für die Ertüchtigung von Gasnetzen für Wasserstoffbetrieb
Die interdisziplinäre Projektgruppe bietet dem Lehrstuhl HQE die Möglichkeit, seine technologische Expertise direkt in die praktische Dekarbonisierung regionaler Industrien einzubringen und gleichzeitig neue Anwendungsfelder für Höchstfrequenztechnik und Quantenelektronik zu erschließen.
Alles auf einen Blick
Teilvorhaben
Strukturentwicklung, Vernetzung & Koordination
Dieses Querschnittsvorhaben bildet das organisatorische Rückgrat des Projekts. Es sorgt für die strategische Koordination aller Aktivitäten, fördert den Austausch zwischen den verschiedenen Teilvorhaben und baut stabile Netzwerke zwischen Universität, Kommunen und regionalen Akteuren auf.
Arbeit & Digitales
TV2 forscht mit regionalen KMU an einem auf Kleinserien spezialisierten Maschinenpark mit innovativen IT-Komponenten nach dem Leitbild computerunterstützter Facharbeit. Es werden neue Fertigungstechniken wie additive Fertigung, Sensorintegration in Werkzeugen und multimodale Technologien (z.B. Augmented Reality) entwickelt, um Materialkreisläufe zu nutzen und Geschäftsmodelle zu erweitern.
Ressourcenschonung & Dekarbonisierung
TV3 unterstützt die regionale Industrie bei der Exploration innovativer Produktionstechnologien, Lieferketten und Mobilitätskonzepte mit dem Ziel der Energieeinsparung und CO₂-Reduktion. Wasserstoff (H₂) spielt dabei eine zentrale Rolle entlang der gesamten Wertschöpfungskette.
Konkrete Schwerpunkte:
- Entwicklung einer Dekarbonisierungsstrategie für regionale KMU, Stadtwerke, Netzbetreiber und Mobilitätsanbieter
- Ertüchtigung bestehender Erdgasnetze für den sicheren Wasserstoffbetrieb (inkl. Rohrinfrastruktur und Armaturen)
- Ganzheitliche Mobilitätskonzepte für ländliche Räume (für Beschäftigte und Bürger)
- Interdisziplinäre Zusammenarbeit in Reallaborvorhaben
Fachdisziplinen: Werkstofftechnik, Maschinenbau, Sensorik, Informatik
Gesundheit & Altern
TV4 entwickelt praxisorientierte, digital unterstützte Transferlösungen zur Sicherung der gesundheits- und pflegebezogenen Versorgungsqualität in ländlichen Regionen. Durch partizipative Ansätze werden mit Bürgern, Experten und Forschern neue präventive Konzepte erprobt, mit Fokus auf Bewegungsförderung, intersektorale Kooperationen und assistive Tele-Technologien.
Soziales & Inklusion
Das Teilvorhaben möchte den Zugang zu sozialen Diensten übersichtlicher, niedrigschwellig und wohnortnah gestalten. Im Fokus stehen Unterstützung für Menschen mit Behinderungen, psychiatrische Versorgung sowie Altenhilfe und Pflege, um ein selbstbestimmtes Leben in der eigenen Häuslichkeit zu ermöglichen. Dezentrale "Teilhabe- und Pflegestützpunkte" (TePS) werden modellhaft erprobt.
Kulturelle Aspekte & Post-Wachstum
TV6 beschäftigt sich mit gesellschaftlicher und kultureller Teilhabe, Bildungsgerechtigkeit und der Entwicklung alternativer Lebensformen. Projekte umfassen den Wanderspace (REGIONALE 2025), die Foodsharing-Bewegung in Siegen und das fusion-LAB als Stadt- und Regionallabor, das Bürger, Studierende und Forscher im Dialog zusammenbringt.
Regionale Entwicklungsstrategie
TV7 optimiert die Verzahnung zwischen Universität Siegen und der Region Südwestfalen bezüglich der anstehenden Transformation. Auf verschiedenen Ebenen werden Akteure aus Politik, Wirtschaft, Gesellschaft und Zivilgesellschaft zusammengebracht, um einen zyklischen Prozess zu etablieren: Transformationsbedarf erheben, Lösungsansätze in Reallaboren entwickeln, zu Innovationskonzepten bündeln und mit der Region validieren.