Weiterbildung-Inklusiv
Bildungswissenschaftliche Grundlegung einer zeitgemäßen Weiterbildungskultur in Einrichtungen der regionalen Altenhilfe: Entwicklung und Erprobung eines innovativen institutionellen Settings zur Verbindung von Lebens-, Erwerbs- und Weiterbildungssituationen zwecks Optimierung von Handlungsrationalität und zur Qualitätssicherung
Projektbeschreibung
Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (bmbf) bewilligt 540.000 Euro zur Erforschung „Innovativer Ansätze zukunftsorientierter beruflicher Weiterbildung“. Unter der Projektleitung von Frau Prof. `in Dr. Ulrike Buchmann wird in enger Zusammenarbeit mit den regionalen Partnern Franziskaner-Hof Attendorn und Seniorenzentrum St. Gerhardus Drolshagen das Forschungsfeld `Altenhilfe´ exemplarisch für neue Formen beruflicher Weiterbildung erschlossen.
Für die Berufsbildungsforschung ist dieses gesellschaftliche Handlungsfeld von besonderem Interesse, weil sich dort generelle Problemlagen, wie sie sich im Kontext gesellschaftlicher Transformationsprozesse auch in anderen gesellschaftlichen Bereichen und Wirtschaftssegmenten abzeichnen, in gebündelter Form untersuchen lassen.
Auf dieser Grundlage werden entwicklungsförderliche institutionelle Weiterbildungssettings entwickelt und erprobt, die mittelfristig dazu beitragen sollen ein regionales Netzwerk bzw. Mentoringsystem „Weiterbildungskultur Beratung und Versorgung im Kreis Olpe“ aufzubauen. Weiterhin wird über die Einrichtung einer RegionalWerkstatt Weiterbildung, ein Forum zur flexiblen Bearbeitung regionaler Weiterbildungsbedürfnisse geschaffen und ein Transfer der Forschungsergebnisse auf weitere Wirtschaftssegmente ermöglicht.
Alles auf einen Blick
Forschungsziele, Vorgehen & Ergebnisse
Ziele
Der fortschreitende demografische Wandel konfrontiert das Feld der Altenhilfe mit zwei Arten von Problemen: einerseits erhöht sich mit der Anzahl älterer Menschen das Aufgabenspektrum der Altenhilfeinstitutionen, andererseits vermindert sich aufgrund des Geburtenrückgangs die Anzahl potenzieller Beschäftigter. Zusätzlich stagniert die Anzahl von Jugendlichen ohne oder mit nicht hinreichendem Schulabschluss auf einem hohen Niveau und die Fachkräftequote im Arbeitsfeld Altenhilfe wird nach und nach herabgesetzt. Zwangsläufig ergeben sich Wettbewerbe um qualifizierte Auszubildende und Beschäftigte, bei denen insbesondere ländliche Regionen und Branchen wie die Altenhilfe Schwierigkeiten bekommen werden, wettbewerbsfähig zu bleiben. Das Forschungsprojekt zielt aus diesem Grund auf eine entwicklungsförderliche und potenzialgenerierende Gestaltung eines erwachsenengerechten institutionellen Weiterbildungssettings in Einrichtungen der Altenhilfe.
Vorgehen
Es soll über eine Verzahnung von Lebens-, Erwerbs- und Weiterbildungssituationen ein nachholender Erwerb von Kompetenzen durch alle Beschäftigtengruppen ermöglicht und so eine situationsangemessene Behandlung der gesellschaftlichen Problem lagen eröffnet werden. Nicht nur die Fürsorgepflicht gegenüber Personen, die zunehmend in ihrer körperlichen und psychischen Wahrnehmung eingeschränkt sind, stellt die Beschäftigten der Altenhilfe vor neue Herausforderungen, sondern auch der Umgang mit technischen Neuerungen im Arbeitsalltag („Pflege 4.0“). Dies erfordert ein hohes Maß an neuer Professionalität seitens aller Beschäftigten der Altenhilfe. Dazu wird gemeinsam mit zwei Partnern der regionalen Altenhilfe ein inklusives Weiterbildungscurriculum entwickelt, evaluiert und umgesetzt.
Ergebnisse
Das Forschungsprojekt selbst stellt bereits einen Teil des Ergebnistransfers dar – die gemeinsame Erarbeitung eines potential generierenden bildungswissenschaftlich begründeten Personal- und Organisationsentwicklungskonzeptes ist ein elementarer Projektbestandteil. Perspektivisch ist die Einrichtung einer Regionalwerkstatt-Weiterbildung zur flexiblen Bearbeitung regionaler Weiterbildungsbedürfnisse geplant. Der damit angedachte Transfer auf andere Wirtschaftsbereiche verdeutlicht die volkswirtschaftliche Relevanz der Ergebnisse: nämlich die Vermeidung von Fehlallokationen bei gleichzeitiger Sicherung des Fachkräfte bedarfs. Das Auswahlproblem wird als Entwicklungsaufgabe einer lernenden Institution betrachtet, was nicht zuletzt eine Senkung der Krankheitskosten und eine qualitative Verbesserung der Versorgungsleistung innerhalb der Region prognostizieren lässt.