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Zwischen Andacht und Aufsicht: Sakralarchitektur im preußischen Gefängniswesen - ein Reformtypus (1838-1924)

Analyse exemplarisch ausgewählter Bauwerke

 

Doktorandin: Sarah A. Stein, Dipl. Ing. (FH)
Betreuerin: Prof. Eva von Engelberg-Dočkal

 

Mit der Zentralisierung des Verwaltungsapparats nach dem Wiener Kongress 1815 setzte Preußen flächendeckend auf den Bau neuer Gefängnisse nach dem panoptischen System mit seinen vor allem englischen Vorbildern. Die Notwendigkeit, dem gestiegenen Bedarf an Haftplätzen und veränderten Anforderungen an Haftanstalten zu begegnen, resultierte aus dem Wandel im Gefängniswesen im Verlauf des 18. Jahrhunderts, bei dem sich Haft als Strafe etablierte und Haftbedingungen in der Folge in den Fokus rückten.
In diese Gefängnisneubauten waren immer Kapellen integriert, die einen prominenten Gebäudeteil innerhalb des Komplexes bildeten. Welche bedeutende Rolle sie im Gefängnisalltag hatten, zeigen schon ihre Größe - oft ausgelegt für mehrere Hundert Gefangene - und die aufwändigen baulichen Lösungen für gefängnisspezifische (Sicherheits-)Anforderungen; außerdem wurden regelmäßig ein, häufig auch zwei Gefängnispfarrer beschäftigt und untergebracht.
Die panoptischen Gefängnisse des 19. Jahrhunderts sind Gegenstand zahlreicher Forschung sowohl im deutschsprachigen als auch im angelsächsischen Raum und entsprechend gut beleuchtet. Die Sakralräume dieser Haftanstalten bleiben dabei aber weitgehend unbeachtet. Das Dissertationsprojekt von Sarah Stein nimmt dieses Desiderat der Forschung in den Blick und beschäftigt sich mit der Gefängniskapelle als Sondertypus innerhalb der Sakralarchitektur dieser Zeit. 

Promotion Sarah Stein

Strafanstalt Diez. Quelle: Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland, Signatur: RW 0229, 40146

 

 

 

     Promotionen

     Lehrgebiet Architekturgeschichte