Herausforderung
Kommunen stehen bei der Klimafolgenanpassung vor erheblichen Herausforderungen: Fachkräftemangel im Bereich Geoinformatik, komplexe inter- und intrakommunale Abstimmungsprozesse sowie geringe Akzeptanz und Eigenvorsorge in der Bevölkerung verzögern dringend notwendige Planungsmaßnahmen. Städte wie Bad Berleburg und Hagen sind bereits stark betroffen — von großflächigem Baumsterben durch Trockenheit bis hin zu erheblichen Schäden durch Starkregenereignissen und Sturzfluten.
Zielsetzung & Methode
VelocityAdapt entwickelt eine sozio-technische Infrastruktur, die diese Hemmnisse gezielt adressiert, indem Urbane Digitale Zwillinge (UDZ) mit immersiven Visualisierungstechnologien, partizipativen Beteiligungsformaten und Methoden der räumlichen Datenanalyse kombiniert werden. Kern des Ansatzes ist ein modularer No-Code-Konfigurator, der visuelle Bausteine wie Drag-and-Drop und konfigurierbare Module mit LLM-gestützter Interaktion als zusätzlicher Abstraktionsschicht verbindet. Dieses LLM-augmentierte End-User Development ermöglicht es kommunalen Akteur:innen ohne tiefgehende IT-Kenntnisse, eigenständig „Was-wäre-wenn"-Szenarien zu modellieren. Ergänzend werden Planungsentwürfe mittels Extended-Reality-Technologien ortsbezogen (in-situ) und in Explorationsräumen (ex-situ) visualisiert und für Bürger:innen erfahrbar gemacht. Die praktische Erprobung erfolgt in Reallaboren in Hagen und Bad Berleburg (NRW).
Erwarteter Impact / Transfer
Das Projekt strebt an, Planungsprozesse der Klimafolgenanpassung signifikant zu beschleunigen und durch niedrigschwellige Technologiezugänge eine breitere gesellschaftliche Teilhabe an kommunalen Entscheidungsprozessen zu ermöglichen. Am Ende entsteht ein funktionsfähiger Prototyp einer modularen, übertragbaren Plattform, die in den Reallaboren an konkreten Anwendungsfällen validiert wird — darunter Hochwasserschutz, Hitzebelastungsanalysen und Starkregengefahrenabwehr. Die Plattform soll als Blaupause für andere Städte und Regionen dienen, die vor ähnlichen Klimaanpassungsherausforderungen stehen.
Alles auf einen Blick
Fördermittelgeber und Kooperationspartner
Das Projekt wird durch das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) finanziert.
Wichtige Partner des Projekts sind die Universität Siegen (Koordination), die Stadt Bad Berleburg, die Stadt Hagen, das Research Institute for Sustainability (RIFS Potsdam), die LandPlanOS GmbH, 52°North Spatial Information Research GmbH und das Zentrum für Digitale Entwicklung GmbH