Das Problem der Selbstverteidigung und die geometrische Konstruktion von Rechten bei Kant
Digital Kant-Lecture mit Tim Henning
Das Digitale Kant-Zentrum NRW veranstaltet seine nächste Digital Kant-Lecture. Tim Henning (Johannes Gutenberg-Universität Mainz) wird zu folgendem Thema vortragen: Das Problem der Selbstverteidigung und die geometrische Konstruktion von Rechten bei Kant.
Der Vortrag findet online (per Webex) statt. Die Vortragssprache ist Deutsch.
Webex-Link:
https://uni-siegen.webex.com/uni-siegen/j.php?MTID=m4dfaf47df92cfc5d35acc9803914a88a
Abstract:
Wann ist es moralisch zulässig, eine Person zu töten, um dadurch das eigene Leben zu retten? Einige Fälle gelten in der Debatte als unkontrovers. Andere führen zu Debatten zwischen einer extensiveren Auffassung (etwa von Robert Nozick und Judith Thomson) und einer restriktiveren Auffassung (Jeff McMahan, Michael Otsuka). Kern des Problems ist, dass mitunter Tatsachen über die räumliche Position von Personen einen Unterschied in den jeweiligen Rechten zu begründen scheint.
Der Vortrag bietet eine Interpretation der Theorie Kants an, genauer: der Theorie der Rechte, die Kant in seiner Rechtslehre entwickelt. Es wird gezeigt, dass diese Theorie (der Deutung zufolge) eine eher extensive Auffassung begründen und insbesondere erklären kann, wieso räumliche Unterschiede einen Unterschied in moralischen Rechten ergeben können. Die zentrale Einsicht Kants ist dabei, dass der Umfang unserer Rechte sich aus einer „anschaulichen Konstruktion“ ergibt, durchaus so wie in der Geometrie.