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Gute Bücher, schlechte Zeiten. Literatur gegen den rechten Kulturkampf.

Im Gespräch mit dem Verbrecher Verlag.

Christine Listau und Jörg Sundermeier (Verbrecher Verlag) diskutieren gemeinsam mit Prof. Dr. Jörg Döring (Universität Siegen) über die aktuellen Herausforderungen des Literaturbetriebs in Zeiten eines sich zuspitzenden Kulturkampfes. Moderiert wird der Abend von Eve Obier (Friedrich-Alexander Universität Erlangen-Nürnberg). Einlass ins kleine Theater (1.OG, LYZ) ab 18:30 Uhr.

 

Die Buchbranche steckt tief in der Krise. Schon wieder, noch immer - egal, ständig ist etwas. Doch es sind nicht nur sinkende Verkaufszahlen, Druckerengpässe und ein sich veränderndes Leseverhalten, die die Branche vor Herausforderungen stellen. Seit rund zehn Jahren professionalisieren sich rechte Verlage. Sie wenden sich zunehmend an ein breites Publikum und treten, von den Veranstaltenden geduldet, auf den großen Buchmessen in Frankfurt und Leipzig auf. Die rassistischen, queerfeindlichen und antisemitischen Inhalte rechter Verlage normalisieren gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit. Dennoch landen ihre Bücher auf Bestsellerlisten und beanspruchen damit auch Aufmerksamkeit, die engagierten Büchern fehlt - Büchern, die marginalisierte Themen sichtbar machen und abseits des Mainstreams auf Ideen hinwirken, die unsere Gesellschaft vielfältiger, respektvoller und für alle lebenswerter machen.

Doch auch im weiteren Umfeld der Buchbranche zeigen sich seit Jahren die Auswirkungen des rechten Kulturkampfes. Der Verbrecher Verlag wurde 2025 Zielscheibe einer rechten Hetzkampagne, nachdem der Verlag den renommierten Deutschen Verlagspreis erhalten hat. Der Vorwurf der rechten Empörung: Die Bundesregierung fördere linksextreme Verlage mit Steuergeldern. Auch der diesjährige Eklat um Wolfram Weimers (Kulturstaatsminister) Eingriffe in die Juryentscheidungen des Deutschen Buchhandlungspreises hat gezeigt, dass sich Buchhandlungen nicht mehr selbstverständlich auf eine von politischen Einflüssen unabhängige Jury verlassen können.

Die Verbrecher haben in ihren mehr als 30 Jahren Verlagsgeschichte schon einiges erlebt - genug, um daraus ein Buch zu machen. Am 27. Oktober wollen wir gemeinsam mit Ihnen über die Verlagsgeschichte und die Herausforderungen des Literaturbetriebs vor dem Hintergrund eines sich zuspitzenden rechten Kulturkampfes diskutieren.

In Kooperation mit Buchhandlung Bücherkiste, AStA Universität Siegen, Kultur Siegen

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Alles auf einen Blick

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    Veranstaltungstermin
    27.10.2026 19:00-21:00 Uhr

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    Kulturhaus Lÿz
    St.-Johann-Straße 18
    57074 Siegen

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