Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Politikwissenschaft
Institutionen unter Druck
Inwiefern beeinflussen Akteure Institutionen und setzen deren Funktionslogiken außer Kraft? Was bedeutet das für Justiz, Diplomatie, Gesellschaft und internationale Beziehungen? Die Tagung „Schwache Institutionen – starke Akteure?“ der Akademie für Politische Bildung und der Deutschen Gesellschaft für Politikwissenschaft wirft am 3. und 4. Juli einen interdisziplinären Blick auf drängende Herausforderungen unserer Zeit.
Schwache Institutionen - Starke Akteure?
Institutionen wie internationale Organisationen, Parlamente oder die Justiz prägen po-litische Prozesse, sollen Vertrauen schaffen und Macht verteilen. Doch immer wieder werden sie von Akteuren aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft unter Druck gesetzt und verändert. Regeln werden neu definiert, umgangen oder ignoriert. Diese Phänomene lassen sich nicht nur innerhalb von Staaten, sondern auch in der internationalen Ordnung beobachten. Den Ursachen und Folgen dieser Entwicklungen geht die Tagung auf den Grund.
Politisierung der Justiz
Ob die Politisierung der Justiz der „Highway to Hell" ist, fragt Roland Lhotta von der Helmut-Schmidt-Universität/ Universität der Bundeswehr Hamburg. Was Gründe für den wachsenden politischen Druck auf die unabhängige Justiz und mögliche Gegenstrategien, um dem standzuhalten, sind, erklärt Silvia von Steinsdorff.
Internationale Beziehungen
Frank Gadinger von der Universität Erfurt analysiert, wie Putin und Selenskyj ihre Legitimitätsansprüche verkörpern. Über politische Agency in Kriegszeiten spricht Maren Hofius von der Universität Potsdam.
Illiberale Regierungspraktiken und demokratische Herausforderungen
Inwieweit illiberale Regierungspraktiken in der deutschen Bevölkerung akzeptiert sind, erklärt Nils Steiner von der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Über die Etablierung und Professionalisierung von Rechtaußenparteien und der damit verbundenen Herausforderung für die repräsentative Demokratie spricht Anna-Sophie Heinze von der Leuphana Universität Lüneburg.
Imperien und Souveränität
Mit der Frage, wie Imperien handeln und welche Strukturen, Institutionen und Ak-teure dieses imperiale Dominanzstreben beeinflussen, befasst sich Eva Marlene Hausteiner von der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. Anna Meine von der Universität Münster beleuchtet die Herausforderungen für die Ordnung der Meere und der geht der Frage nach der Souveränität auf See nach.
Die Akademie für Politische Bildung lädt vom 3. bis 4. Juli zur Tagung „Schwache Institutionen - starke Akteure?" nach Tutzing am Starnberger See ein. Anmeldung und Programm sind online verfügbar: https://www.apb-tutzing.de/p /27-1-26
Die Tagungsgebühr beträgt mit Übernachtung und Verpflegung 105 Euro (ermäßigt 60 Euro).