Demenzbeiräte erhalten Förderpreis
Förderpreis für Menschenrechte und Ethik in der Medizin für Ältere
Datum: 17.07.2026
Für Ihre Arbeit mit den Demenzbeiräten wurden Celina Sander und Stefanie Kremer am 17. Juli 2026 mit dem Förderpreis für Menschenrechte und Ethik in der Medizin für Ältere der Josef und Luise Kraft Stiftung ausgezeichnet. Der Förderpreis würdigt Projekte aus Praxis und anwendungsorientierter Forschung, die die Menschenrechte älterer Menschen stärken.
Im Rahmen eines feierlichen Festakts an der Katholischen Stiftungshochschule München nahm Celina Sander, wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Professur für Psychologische Alternsforschung der Universität Siegen, den Förderpreis stellvertretend entgegen.
Die Josef und Luise Kraft Stiftung engagiert sich für die Förderung der Menschenrechte, der Teilhabe und der Lebensqualität älterer Menschen. Mit ihrem jährlich vergebenen Förderpreis zeichnet sie Personen, Organisationen und Initiativen aus, die sich beispielsweise für soziale Teilhabe und Partizipation, den Zugang zu Gesundheitsleistungen oder den Abbau von Altersdiskriminierung einsetzen. Das Preiskomitee setzt sich aus Vertreter*innen der Stiftung, des Deutschen Instituts für Menschenrechte in Berlin, der Forschungsgruppe „Menschenrechte und Ethik in der Medizin für Ältere“ an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg sowie der Katholischen Stiftungshochschule München zusammen.
Die Demenzbeiräte und ihre Arbeit
Ausgezeichnet wurden die Demenzbeiräte der Professur für Psychologische Alternsforschung der Universität Siegen und der Alzheimer Gesellschaft Siegen-Wittgenstein. Sie bieten Menschen mit Demenz sowie An- und Zugehörigen einen Rahmen, ihre Erfahrungen und Perspektiven aktiv in Forschung und Versorgung einzubringen. Dabei steht ein zentraler Gedanke im Mittelpunkt: Forschung soll nicht nur über Menschen mit Demenz und ihre An- und Zugehörigen sprechen, sondern gemeinsam mit ihnen gestaltet werden.
Entstanden sind die Demenzbeiräte aus den Projekten PsychPart und PsychPart 2, in denen untersucht wurde, wie die Beteiligung von Menschen mit Demenz sowie An- und Zugehörigen an Forschungsvorhaben ermöglicht und nachhaltig gestaltet werden kann. Außerdem wurde erforscht welchen Einfluss dieses Format partizipativer Forschung auf psychologische Variablen wie Selbstwirksamkeit und Lebenszufriedenheit hat. Mit den Demenzbeiräten wird dieser partizipative Ansatz weitergeführt und als feste Struktur in die Forschungsarbeit der Psychologischen Alternsforschung verankert.
Indem Menschen mit Demenz und ihre An- und Zugehörigen als aktive Mitgestaltende von Forschung und Versorgung verstanden werden, leisten die Demenzbeiräte einen wichtigen Beitrag zur Förderung der Menschenrechte. Sie stärken insbesondere das Recht auf Teilhabe und Selbstbestimmung: Ihre Erfahrungen und Perspektiven fließen in die Entwicklung und Durchführung wissenschaftlicher Projekte ein und tragen dazu bei, dass Forschungsfragen sowie Versorgungsangebote stärker an den tatsächlichen Bedürfnissen der Zielgruppe ausgerichtet werden.
Die Arbeit der Demenzbeiräte macht zudem sichtbar, welche wertvollen Perspektiven Menschen mit Demenz in Gesellschaft und Wissenschaft einbringen können. Bei der Preisverleihung berichtete Celina Sander: „In der neuen Auflage des Ratgebers Kommunikation bei Demenz [1] beschrieb ein Beiratsmitglied: ‚Demenz ist kein Makel, für den man sich schämen muss. Vielmehr ist Demenz eine andere Perspektive.‘ Diese Perspektive wollen wir nicht nur in unsere Arbeit einbeziehen, sondern auch im öffentlichen Diskurs zeigen. Wir freuen uns deshalb umso mehr über diese Auszeichnung. Sie gilt stellvertretend allen Mitgliedern unserer Demenzbeiräte, die mit ihren Erfahrungen einen wichtigen Beitrag für Forschung und Versorgung leisten.“
[1] Haberstroh, J., Pantel, J. & Neumeyer, K. (2026). Kommunikation bei Demenz: Ein Ratgeber Für Angehörige und Pflegende. Springer. https://doi.org/10.1007/978-3-662-72305-0