Die wichtigste Kompetenz in Digital Public Health? Nicht KI.
Neue Delphi-Studie definiert Kernkompetenzen für Digital Public Health
Mit der Digitalisierung des Gesundheitswesens verschieben sich die Kompetenzanforderungen an Public-Health-Fachkräfte. Doch Digital Public Health wird an deutschen Studiengängen bislang uneinheitlich gelehrt, denn es fehlt ein gemeinsamer curricularer Rahmen.
Gemeinsam mit Kolleg:innen aus der Deutschen Gesellschaft für Public Health haben wir genau diese Lücke adressiert. In einer dreistufigen Delphi-Studie bewerteten Expert:innen aus Wissenschaft, Verwaltung und Praxis die Relevanz möglicher Lehrinhalte. Insgesamt 80 konsentierte Kerninhalte über elf Public-Health-Themenfelder hinweg spiegeln die hohe Heterogenität wider.
Die höchste Priorität erhielten dabei nicht Inhalte wie KI und Big Data, sondern praxisnahe Kompetenzen wie partizipative, nutzerzentrierte Ansätze oder die Entwicklung und Evaluation digitaler Interventionen. Also jene Kompetenzen, die über die tatsächliche Wirksamkeit digitaler Angebote entscheiden. Dass sich die Ergebnisse mit internationalen Rahmenwerken (ASPHER, WHO) decken, macht sie auch über Deutschland hinaus anschlussfähig.
Damit liegt erstmals eine konsensbasierte Grundlage vor, an der sich Studiengänge bei der (Weiter-)Entwicklung ihrer Curricula orientieren können, ein Schritt zur Harmonisierung der Digital-Public-Health-Lehre und zur Vorbereitung der nächsten Generation auf ein digital transformiertes Gesundheitssystem.
„Digitalisierung im Gesundheitswesen gelingt nicht über die Technik allein, sondern über die Menschen, die sie gestalten und nutzen. Entscheidend für die zukünftige Lehre ist dabei vor allem die Verbindung von methodischer Fundierung, ethischer Reflexion und partizipativer Gestaltung digitaler Gesundheitslösungen. Genau darauf müssen wir die nächste Generation vorbereiten.“ Dr. Joanna Albrecht, Postdoc an der Professur für Digital Public Health
Beteiligt aus unserer Professur: Joanna Albrecht, Pinar Tokgöz und Anna Lea Stark-Blomeier.