Direkt zum Inhalt
Direkt zum Inhalt

Faszination Mikrokosmos: Vom Lichtmikroskop bis zum Rasterelektronenmikroskop

Was mit bloßem Auge unscheinbar wirkt, offenbart unter dem Mikroskop oft überraschende Details. Rund ein Dutzend Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 7 und 8 der Gesamtschule am Schießberg konnten dies bei dem zweitägigen Workshop „Faszination Mikrokosmos“ selbst erleben.

Der erste Workshoptag fand direkt an der Schule statt. Drei Studierende der Universität Siegen sowie Dr. Thomas Reppel aus dem Dekanat der Naturwissenschaftlich-Technischen Fakultät brachten zwei Lichtmikroskope mit angeschlossenen Computern mit. Student Mohammad Alhakim führte die Teilnehmenden in die Welt der Mikroskopie ein. Besonders spannend war, dass die Schülerinnen und Schüler ihre eigenen Proben mitbringen konnten. So entstanden Aufnahmen von Tannenzapfen, Blüten, Lebensmitteln, Süßigkeiten und sogar Computerchips. Dabei lernten die Jugendlichen nicht nur die Möglichkeiten der Lichtmikroskopie kennen, sondern erfuhren auch, wo deren Grenzen liegen. Gemeinsam mit den Studierenden Florian Krämer und Sophia Weber wurde anschließend entschieden, welche Proben am zweiten Workshoptag mit einem Rasterelektronenmikroskop (REM) untersucht werden sollten.

Nach dieser ersten Runde wurde es kreativ: Die Schülerinnen und Schüler bauten mit einfachen Materialien ihr eigenes Galilei-Fernrohr, das anschließend auf dem Schulhof ausgiebig getestet wurde.

Schüler an Mikroskop in Schule

Am zweiten Workshoptag ging es an die Universität Siegen in das Interdisziplinäre Forschungsgebäude INCYTE. Stephan Cordes und Mohammad Alhakim führten die Schülerinnen und Schüler durch das Forschungsgebäude. Dabei erhielten sie einen Einblick in die Vorbereitung von Proben für die Untersuchung im Rasterelektronenmikroskop. Anschließend wurde es praktisch: Die ausgewählten Proben wurden in das REM eingelegt und jedes Kind durfte das hochmoderne Forschungsgerät selbst bedienen. Den gelungenen Abschluss des Tages bildete ein gemeinsames Pizzaessen im INCYTE.

Auch über die beiden Workshoptage hinaus wirkte das Projekt nach. Beim Schulfest der Gesamtschule am Schießberg präsentierten die Schülerinnen und Schüler ihre Ergebnisse auf selbst gestalteten Postern. Unterstützt wurden sie dabei erneut von Studierenden der Universität Siegen, die gemeinsam mit den Teilnehmenden einen Mitmachstand betreuten. Ein Mikroskop aus dem INCYTE lud die Besucherinnen und Besucher dazu ein, selbst einen Blick in den Mikrokosmos zu werfen. Ergänzt wurde das Angebot durch ein Zuordnungsspiel, bei dem Mikroskopaufnahmen den passenden Objekten zugeordnet werden mussten.

Das Projekt wurde als Maßnahme zur vertieften Berufsorientierung im MINT-Bereich im Rahmen des Programms zdi-BSO-MINTplus gefördert. Im Mittelpunkt standen dabei sogenannte „easy-to-ignore“-Gruppen: Alle teilnehmenden Schülerinnen und Schüler haben einen sonderpädagogischen Förderbedarf. Ziel des Projekts war es, ihnen einen praxisnahen und motivierenden Zugang zu Naturwissenschaft und Forschung zu ermöglichen.

Die Begeisterung der Teilnehmenden sprach für sich. Die Schülerinnen und Schüler zeigten großes Interesse, arbeiteten engagiert mit und waren von den beiden Workshoptagen durchweg begeistert. Entsprechend positiv fiel auch das Feedback für das studentische Team der Universität Siegen sowie die Mitarbeitenden des INCYTE aus. Das Projekt zeigte eindrucksvoll, wie moderne Forschung, praktische Erfahrungen und persönliche Betreuung junge Menschen für MINT-Themen begeistern können.
 

Student mit Schülern am REM

 

 

zdi logo

Ansprechpartner

Bild von Dr.-Ing Thomas Reppel

Dr.-Ing. Thomas Reppel

Wissenschaftliche*r Mitarbeiter*in MINT-Öffentlichkeitsarbeit