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Gute Lehre gemeinsam weiterentwickeln

Die Hochschuldidaktik an der Universität Siegen feiert ihr 20-jähriges Bestehen. Seit zwei Jahrzehnten werden Lehrende dabei unterstützt, ihre Kompetenzen weiterzuentwickeln und die Qualität von Studium und Lehre nachhaltig zu stärken. Was vor 20 Jahren begann, ist heute im Zentrum zur Förderung der Hochschullehre (ZFH) verortet, das als zentrale Anlaufstelle gegründet wurde. Bei einer Jubiläumsveranstaltung blickten Beteiligte auf diese Entwicklung zurück und diskutierten die Wirksamkeit hochschuldidaktischer Maßnahmen. 

Verleihung der Zertifikate beim ZFH Jubiläum

Bei der Jubiläumsfeier wurden die Zertifikate des hochschuldidaktischen Programms NRW „Professionelle Lehrkompetenz für die Hochschule“ verliehen. 

Was macht gute Lehre aus, wie lässt sich die Qualität der eigenen Lehre kontinuierlich weiterentwickeln, wie kann ein sinnvoll abgestimmtes Unterstützungsangebot aussehen? Mit diesen Fragen beschäftigt sich das Zentrum zur Förderung der Hochschullehre (ZFH) der Universität Siegen. Was zunächst mit einer Projektstelle begann, ist in den vergangenen 20 Jahren zu einem festen Bestandteil der akademischen Personalentwicklung geworden. Das Jubiläum bot Anlass, die Bedeutung der Hochschuldidaktik und des ZFH für die Universität Siegen zu würdigen.

Prof. Dr. Veronika Albrecht-Birkner, Vorsitzende des ZFH-Beirats, zeichnete zur Begrüßung die Entwicklung des Tätigkeitsfeldes nach. Bereits seit 2002 war die Hochschuldidaktik an der Universität präsent. 2006 wurde die damalige Projektstelle an das Prorektorat Studium und Lehre angebunden, ab 2007 war das Themenfeld Teil des Kompetenzzentrums der Universität Siegen (KoSi). Mit der Etablierung eines Zertifikatsprogramms wurde die systematische Qualifizierung von Lehrenden ausgebaut. Dabei zeigte sich zunehmend, welchen Gewinn die hochschuldidaktische Weiterbildung für die Universität und ihre Reputation bedeutet.

2019 wurde das Zentrum zur Förderung der Hochschullehre (ZFH) gegründet. Auch die Bezeichnung markierte einen konzeptionellen Wandel: Statt allein die Hochschuldidaktik in den Blick zu nehmen, richtet sich der Fokus seither umfassender auf die Hochschullehre.

Im Mittelpunkt stehen deren strukturelle Weiterentwicklung, die Konzeption und Durchführung von Qualifizierungsangeboten, der Aufbau von Wissensdatenbanken, individuelle und strukturelle Beratungsszenarien sowie die Auseinandersetzung mit vielfältigen Lehr- und Lernformaten - immer mit Blick auf technologische Chancen und Herausforderungen und gesellschaftliche Verantwortung.

 „Die Sichtbarmachung von guten Lern- und Lehrbeispielen sowie das Schaffen von Räumen zum Austausch und wissenschaftlich hochschuldidaktischen Diskurs bleibt der Schwerpunkt“, betont Sandra Schönauer, Leiterin des ZFH und seit 2007 in diesem Tätigkeitsfeld tätig. 

Dass die Universität schon früh vielfältige und damit auch digitale Lehrformate in den Blick nahm, erwies sich insbesondere während der Corona-Pandemie als Vorteil. Die vorhandenen Kompetenzen und technischen Voraussetzungen erleichterten es, auf die veränderten Anforderungen zu reagieren. Auch heute greift das ZFH aktuelle Entwicklungen auf, die die akademische Bildung prägen. Dazu gehören Digitalisierung, Diversifizierung, Internationales und Bildung für nachhaltige Entwicklung.

Das Angebot des ZFH unterstützt Lehrende dabei, ihre fachlich-didaktischen und persönlichen Kompetenzen zu stärken. Themenbezogene Workshops werden durch Hospitationen, kollegiale Beratung und individuelle Unterstützung ergänzt – beispielsweise bei der Erstellung von Lehrportfolios. Darüber hinaus stellt das ZFH online Informationen, Anleitungen, Tipps und weiterführende Links zu hochschuldidaktischen Themen bereit. Die Inhalte werden regelmäßig überprüft und an aktuelle Herausforderungen und Entwicklungen angepasst.

Dabei geht es nicht allein um die Vermittlung neuer Methoden, sondern auch um die Möglichkeit, die eigene Lehre kritisch zu reflektieren. Fragen wie „Mache ich das gut?“ oder „Mache ich das gut genug?“ gehören zum Alltag vieler Lehrender. Das ZFH schafft Raum, sich mit diesen Fragen auseinanderzusetzen, Erfahrungen auszutauschen und neue Perspektiven zu gewinnen.

Einen fachlichen Impuls zum Jubiläum setzte Prof. Silke Bock von der Technischen Hochschule Mittelhessen mit ihrem Gastvortrag „Wirksamkeit hochschuldidaktischer Maßnahmen“. Damit stand auch die Frage im Mittelpunkt, wie Angebote zur Qualifizierung von Lehrenden wirken und welchen Beitrag sie zur Verbesserung der Hochschullehre leisten können.

In einer anschließenden Fishbowl Diskussion diskutierten Vertreter*innen aus Lehrpraxis, Studierendenschaft und ZFH mit Gästen aus dem Publikum über Wirkung und Zukunft der Hochschuldidaktik.

Ein Höhepunkt war die feierliche Verleihung der Gesamtzertifikate des hochschuldidaktischen Zertifikatsprogramms NRW „Professionelle Lehrkompetenz für die Hochschule“ durch die Prorektorin Dr. Barbara Müller-Naendrup.

Eine analoge und digitale Zeitreise machte die Entwicklung der vergangenen 20 Jahre im Rahmenprogramm nachvollziehbar und bot Gelegenheit für Anekdoten, Erinnerungen und Zukunftsausblicke

Sandra Schönauer unterstrich bei der Jubiläumsveranstaltung die Bedeutung der gemeinsamen Arbeit: „Hochschuldidaktik, Hochschullehre – das sind sperrige Begriffe. Dank eines Zusammenwirkens vieler Stakeholder innerhalb der Universität seit 20 Jahren sowie eines kleines, aber starken Teams, werden diese Begrifflichkeiten und die dahinterstehenden Profile, Konzepte und Handlungen lebendig. Das dürfen wir feiern.“

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