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KI und Kinderbücher: Zwei Siegener Ideen werden gefördert

Die Universität Siegen erhält für zwei innovative Lehrprojekte eine Förderung im Programm „Freiraum 2026“. Im Mittelpunkt stehen der reflektierte Umgang mit Künstlicher Intelligenz und neue Wege, Wissen und Wissenschaft für Kinder verständlich zu machen.

Studierendengruppe

Die Universität Siegen gehört mit zwei Projekten zu den Hochschulen, die im Förderprogramm „Freiraum 2026“ der Stiftung Innovation in der Hochschullehre ausgewählt wurden. Gefördert werden das Projekt „KI-gestütztes Informatikstudium der Zukunft“ von Dr. Andreas Hoffmann sowie „BücherBrücken: Studierende übersetzen Wissenschaft“ von Dr. Tobias Leßner. Beide Vorhaben werden über zwei Jahre mit insgesamt 450.000 Euro unterstützt. „Wir freuen uns sehr über unsere bewilligten Siegener Projekte. Diese Förderung ist ein klares Zeichen für die starke Innovationskraft unserer Lehre und zeigt, wie konsequent wir neue didaktische Wege gehen“, sagen Dr. Barbara Müller-Naendrup, Prorektorin für Lehrkräfte, Weiterbildung und Nachhaltigkeit, und Prof. Dr. Hans Merzendorfer, Prorektor für Studium, Lehre und Qualitätsmanagement an der Universität Siegen. „Vor allem profitieren unsere Studierenden. Gleichzeitig greifen wir aktuelle Themen, wie den reflektierten Umgang mit Künstlicher Intelligenz, praxisnah auf, damit Lernen nicht nur effektiver, sondern auch verantwortungsvoller wird.“

Wissenschaft verständlich in Kinderbüchern erklären

Das Projekt „BücherBrücken: Studierende übersetzen Wissenschaft“ richtet sich an Studierende des Grundschullehramts. In einem Seminar entwickeln sie gemeinsam ein Kinderbuch, das wissenschaftliche Erkenntnisse zur Demokratiebildung in der Grundschule für Kinder verständlich und anschaulich aufbereitet. Dafür übertragen sie Inhalte aus Fachtexten in Bilderbücher oder Comics. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie sich wissenschaftliche Erkenntnisse so vermitteln lassen, dass sie für den Schulalltag nutzbar werden. Gleichzeitig erwerben die angehenden Lehrkräfte eine Kompetenz, die im Berufsalltag zunehmend an Bedeutung gewinnt: Sie entwickeln eigene Unterrichtsmaterialien, die auf die Bedürfnisse ihrer Schülerinnen und Schüler zugeschnitten sind.

Unterstützt werden die Studierenden von einer professionellen Illustratorin, die unter anderem in Visual Storytelling einführt und die Gestaltung begleitet. Die entstandenen Kapitel testen die Studierenden anschließend in Workshops mit Kindern aus Grundschulen und überarbeiten sie anhand der Rückmeldungen. So fließen wissenschaftliche Erkenntnisse und praktische Erfahrungen gleichermaßen in das fertige Buch ein.

Am Ende sollen das Kinderbuch und begleitende Materialien als frei verfügbare Bildungsressourcen veröffentlicht werden. Das Konzept lässt sich auf andere Themen und Schulformen übertragen. „Die Studierenden arbeiten nicht nur für eine Prüfungsleistung, sondern für ein Produkt, das veröffentlicht und genutzt wird. Das stärkt Motivation, Engagement und kooperatives Arbeiten“, erklärt Projektleiter Dr. Tobias Leßner aus der Bildungswissenschaft. Die teilnehmenden Lehramtsstudierenden befinden sich im dritten Mastersemester und kommen aus verschiedenen Studienfächern, zum Beispiel Kunst oder Sachunterricht.

KI sinnvoll ins Informatikstudium integrieren

Ein weiteres Projekt beschäftigt sich mit Künstlicher Intelligenz. KI verändert die Softwareentwicklung grundlegend. Viele Studierende nutzen generative KI bereits regelmäßig beim Programmieren. „Es besteht die Gefahr, dass sie erzeugten Code ungeprüft übernehmen, Fehler übersehen oder grundlegende Programmierkenntnisse vernachlässigen“, betont Projektleiter Dr. Andreas Hoffmann von der Professur für Betriebssysteme und Verteilte Systeme.

Hier setzt das Projekt „KI-gestütztes Informatikstudium der Zukunft“ an. Statt den Einsatz von KI lediglich zu erlauben oder zu verbieten, soll ein reflektierter und kompetenter Umgang mit den Werkzeugen vermittelt werden. Unter dem Leitgedanken „Von Studierenden für Studierende“ entwickeln Informatik- und Lehramtsstudierende gemeinsam neue Lehrmaterialien und Aufgaben. Dabei geht es unter anderem um gutes Prompting, das Erkennen und Beheben von Fehlern in KI-generiertem Code sowie um fundierte Rückmeldungen zu erstelltem Code.

Ergänzt wird das Konzept durch ein KI-gestütztes Tutorensystem, das automatisiert Rückmeldungen zu den Aufgaben gibt und damit besonders große Lerngruppen unterstützt. Die neuen Lehrformate werden in verschiedenen Veranstaltungen erprobt und wissenschaftlich ausgewertet. Ziel ist ein praxistaugliches Konzept, das auch anderen Hochschulen als Orientierung dienen kann.

Bundesweit fördert die Stiftung Innovation in der Hochschullehre in der aktuellen Runde 143 Projekte mit einem Gesamtvolumen von rund 46 Millionen Euro. Die Mittel werden von Bund und Ländern zur Verfügung gestellt. Ausschlaggebend für die Auswahl sind unter anderem das Innovationspotential der Konzepte und die aktive Beteiligung von Studierenden.

Ansprechpartner

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Dr.-Ing. Andreas Hoffmann

Wissenschaftliche*r Mitarbeiter*in
Foto von Tobias Leßner

Dr. phil. Tobias Leßner

Wissenschaftlicher Mitarbeiter
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