Lehrforschungsprojekt: Spielerische Prävention von Substanzmissbrauch und emotionaler Erschöpfung
Digitale Gesundheitsrallyes zur Stärkung navigationaler Gesundheitskompetenz
Im Rahmen eines Lehrforschungsprojekts im Masterstudium Digital Public Health konnten Studierende am 15. Dezember 2025 an der Universität Siegen mithilfe digitaler Gesundheitsrallyes spielerisch ihre Gesundheitskompetenz stärken und sich mit präventiven Maßnahmen zu Substanzmissbrauch und emotionaler Erschöpfung auseinandersetzen.
Das Projekt wurde im Wintersemester 2025/26 im Vertiefungsseminar „Gesundheitsförderung und Prävention“ unter der Leitung von Dr. Joanna Albrecht, Pinar Tokgöz und Lea Stark-Blomeier durchgeführt. Studierende des Masterstudiengangs Digital Public Health entwickelten dabei zwei digital gestützte interaktive Gesundheitsrallyes, die gesundheitsrelevante Themen für die Zielgruppe Studierende bedarfsorientiert, niedrigschwellig und lebensweltnah aufbereiteten. Ein besonderer Fokus lag auf der Stärkung der navigationalen Gesundheitskompetenz.
Die Rallyes wurden mithilfe der App Nebolus als digitale Schnitzeljagden konzipiert. Eine eigens entwickelte narrative Rahmengeschichte führte die Teilnehmenden über einen Zeitraum von etwa einer Stunde durch mehrere Stationen auf dem Campus der Universität Siegen sowie in der Siegener Innenstadt. An den einzelnen Standorten bearbeiteten die Teilnehmenden kooperative Aufgaben, um neue Inhalte sowie Hinweise zu erschließen und den nächsten Ort der Rallye freizuschalten.
Inhaltlich setzten beide Rallyes unterschiedliche thematische Schwerpunkte. Während eine Rallye den Fokus auf emotionale Erschöpfung im Studienalltag legte und zur Reflexion individueller Stressoren sowie persönlicher Ressourcen anregte, widmete sich die zweite Rallye der Prävention von Substanzmissbrauch. Dabei wurden Risiken und Bewältigungsstrategien im Umgang mit Alkohol, Nikotin, Koffein und Ritalin behandelt.
Beide Rallyes umfassten mehrere thematisch passende Stationen, darunter universitäre Lern- und Aufenthaltsorte sowie eine externe Suchtberatungsstelle. Die Aufgaben waren eng an die jeweiligen Settings und die erzählte Geschichte gekoppelt. So reflektierten die Teilnehmenden in der ersten Rallye beispielsweise im Student Living Room ihre Alltagsgestaltung und setzten sich mit sinnstiftenden und ressourcenfördernden Aktivitäten auseinander, um emotionaler Erschöpfung vorzubeugen. In der zweiten Rallye wurde in der Universitätsbibliothek die Diskussion zum nicht-medizinischen Gebrauch von Ritalin mit Hilfe eines Kreuzworträtsels angeregt. Ergänzend wurden Möglichkeiten kurzer Meditationsübungen als alternative und gesundheitsförderliche Alternative kennengelernt.
Die abschließende Evaluation zeigte insgesamt überwiegend positive Rückmeldungen der Teilnehmenden. Insbesondere die narrative Gestaltung und die interaktiven Aufgaben wurden als ansprechend bewertet. Zudem ließen sich Hinweise auf eine Stärkung der Gesundheitskompetenz feststellen. Vor diesem Hintergrund ist geplant, auch in den kommenden Jahren weitere digital-gestützte Gesundheitsrallyes durchzuführen, um Studierende nachhaltig für gesundheitsrelevante Themen zu sensibilisieren und präventive sowie unterstützende Angebote im Hochschulkontext sichtbarer zu machen.