Minister Laumann zu Gast: Impulse für die Gesundheitsversorgung der Zukunft
Seit zehn Jahren setzen sich Dr. Gisela Labenz und Prof. Dr. Joachim Labenz mit ihrer Stiftung dafür ein, medizinischen Nachwuchs für die Region Siegen-Wittgenstein zu gewinnen. Mit einer Fest-Veranstaltung im Hörsaalzentrum der Universität Siegen ist nun das zehnjährige Bestehen der „Gisela und Joachim-Labenz Stiftung“ feierlich gewürdigt worden. Die Veranstaltung brachte Vertreter*innen aus Wissenschaft, Politik, Medizin und der Siegener Stadtgesellschaft zusammen – verbunden durch ein gemeinsames Ziel: die medizinische Versorgung in der Region nachhaltig zu sichern.
Die Stiftung fördert Medizinstudierende mit klarem regionalem Bezug und stärkt damit gezielt den ärztlichen Nachwuchs im Siegerland. Bislang konnten 21 Stipendiat*innen unterstützt werden – sie bilden das Herzstück der Stiftung.
Minister Laumann besucht Siegen
Karl-Josef Laumann, Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen, würdigte die Stiftung als „tolle Idee“, um medizinischen Nachwuchs in der Region zu halten, und betonte die zentrale Bedeutung einer flächendeckenden, qualitativ hochwertigen Versorgung in ganz NRW. „Ich möchte ein Gesundheitssystem, das für die Menschen da ist – und nicht die Menschen für das System“, brachte es Laumann auf den Punkt. Auch Digitalisierung und KI-gestützte Steuerung – etwa beim Zugang zu Ambulanzen – seien zentrale Bausteine für ein zukunftsfähiges System.
Wissenschaft als Motor: Das ZIGS der Universität Siegen
Wie die Universität Siegen diese Herausforderungen aktiv aufgreift, zeigte Rektorin Prof. Dr. Stefanie Reese in ihrem Vortrag zur Gründung des neuen Zentrums für interdisziplinäre Gesundheitsforschung (ZIGS). „Mit dem ZIGS bündeln wir die Expertise aus allen Fakultäten, um innovative Lösungsansätze für die Gesundheitsversorgung in Kooperation mit Partnern der Region zu entwickeln. Wir möchten dadurch einen Beitrag leisten, um eine hochwertige, erreichbare und nachhaltige Gesundheitsversorgung für alle Menschen zu ermöglichen“, sagte Rektorin Prof. Reese.
Im Mittelpunkt des neuen Zentrums, das von Gründungskoordinator Prof. Dr. Hans Merzendorfer maßgeblich auf den Weg gebracht wurde, stehen interdisziplinäre Forschungsprojekte, biomedizinische und technologische Entwicklungen, digitale Möglichkeiten im Bereich Public Health und die Akademisierung der Pflegeberufe. Die Universität bietet mit Studiengängen wie dem Bachelor „Digital Biomedical and Health Sciences“ sowie zwei Mastern (Digital Public Health und Biomedical Technolgy) ein attraktives Angebot im Bereich der Gesundheitswissenschaften. Hinzu kommen Zertifikate zur Weiterbildung in enger Zusammenarbeit mit den Kliniken vor Ort. Auch die Digitale Modellregion Gesundheit Dreiländereck (DGMD) unter der Leitung von Dr. Olaf Gaus wird im ZIGS integriert.
Wissenschaft verständlich gemacht: James Bond im Visier der Physik
Für Begeisterung sorgte bei der Jubiläumsfeier Physik-Professor Dr. Metin Tolan (TU Dortmund) mit seinem Vortrag „James Bond im Visier der Physik“. Anhand von Filmszenen erklärte er physikalische Gesetzmäßigkeiten – von waghalsigen Verfolgungsjagden über magnetische Uhren bis hin zu optischen Effekten. Selbst die Frage, warum ein Martini „geschüttelt und nicht gerührt“ wird, bekam eine naturwissenschaftliche Erklärung – und rundete die Fest-Veranstaltung wunderbar ab.