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Ministerin Brandes besucht Campus Buschhütten

Ina Brandes, Ministerin für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen, besuchte den Campus Buschhütten. Die Themen reichten von KI über Digitalisierung und moderne Produktionstechnik bis hin zu neuen Studien- und Weiterbildungsangeboten.

(v.l.n.r.): Prof. Dr. Axel von Hehl, Prof. Dr. Ralph Dreher, Prof. Dr. Peter Burggräf, Ministerin Ina Brandes, Dr. Axel Barten, Rektorin Prof. Dr. Stefanie Reese, Dr. Gabriele Barten, Dr. Barbara Müller-Naendrup, Laura Mittas.

Prof. Dr. Axel von Hehl, Prof. Dr. Ralph Dreher, Prof. Dr. Peter Burggräf, Ministerin Ina Brandes, Dr. Axel Barten, Rektorin Prof. Dr. Stefanie Reese, Dr. Gabriele Barten, Dr. Barbara Müller-Naendrup, Laura Mittas (v.l.n.r.).

In wenigen Jahren hat der Campus Buschhütten, der sich als ein „Innovation Hub für nachhaltige Produktionstechnik“ versteht, ein beachtliches Netzwerk geknüpft. Universitäre Forschung mit derzeit sechs Lehrstühlen im Wesentlichen der Universität Siegen und die industrielle Praxis in Form von nahezu 100 Unternehmen aus Industrie und IT, die sich mit ihrem Erfahrungswissen hier angedockt haben, arbeiten im Campus Buschhütten in kreativen Allianzen unter einem Dach zusammen. Ziel ist es, vergleichsweise schnell Innovationen von Relevanz für Wirtschaft und Gesellschaft hervorzubringen. In hochmodern ausgerüsteten Microfactories sowie Innovationsfeldern zu Querschnittsthemen wie beispielsweise „Digitaler Zwilling“ wird hier, organisiert durch die SDFS Smarte Demonstrationsfabrik Siegen, geforscht, demonstriert und im Sinne von Prototypenfertigung produziert. Zudem wird gelehrt und, überbetrieblich organisiert durch die SLB Smarte Lernfabrik Buschhütten, Weiterbildung mit Fokus auf KI-Unterstützung angeboten. Leitbild des Campus Buschhütten ist: Wir produzieren. Zukunft.

Über dieses moderne Format eines Wissens- und Technologietransfers informierte sich Ina Brandes, Ministerin für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen, bei einem Vor-Ort-Besuch. Im Zentrum des Austausches mit Vertreterinnen und Vertretern des Campus Buschhütten standen die Bedeutung von KI für Technikwissenschaften und neue Möglichkeiten des Studienangebots im Zuge der Novellierung des Hochschulgesetzes.

Wissenschaftsministerin Ina Brandes: „Unser volkswirtschaftlicher Wohlstand in Deutschland beruht zu einem nennenswerten Teil darauf, dass den Menschen hier immer etwas eingefallen ist und sie daraus ein funktionierendes Geschäftsmodell entwickelt haben. Der Campus Buschhütten ist dafür ein hervorragendes Beispiel: Hier werden aus wissenschaftlichen Erkenntnissen neue Produkte entwickelt, um daraus Wertschöpfung zu erzielen. Dem Dreiklang aus Forschung, Innovation und Transfer verdanken wir gute Arbeit, Wohlstand und soziale Sicherheit – und stärken damit den Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort Nordrhein-Westfalen.“

Gerade im Zusammenspiel von Forschung, industrieller Anwendung und Qualifizierung wird deutlich, welches Potenzial in KI-gestützten Technologien für den Wirtschafts- und Wissenschaftsstandort Nordrhein-Westfalen liegt. Der Campus Buschhütten bietet hierfür ein besonders anschauliches Beispiel, weil hier neue Technologien nicht nur erforscht, sondern gemeinsam mit Unternehmen unmittelbar in die praktische Umsetzung überführt werden. 

Wie grundlegend dieses Thema für die Zukunft des Industriestandorts ist, betont auch Prof. Dr.-Ing Peter Burggräf, Lehrstuhlinhaber für Produktionsmanagement an der Universität Siegen: „Die Zukunft des Hochtechnologiestandorts Deutschland hängt davon ab, wie wir KI-Technologien in unsere Industrie integrieren. Wir müssen KI verstehen, einsetzen und steuern können. Dafür benötigen wir eine starke Vernetzung von Universitäten und Unternehmen. Am Campus Buschhütten ist diese Zusammenarbeit bereits Realität.“

Die Bedeutung der KI in der Produktionstechnik zeigt sich auch beim Rundgang:

In Microfactory 1 geht es um Additive Fertigung für Metall: Beispielsweise können verschlissene Werkstücke durch das Aufschweißen von Metallpulver wieder neuwertige Qualität erlangen. Machine Learning Methoden (KI) übernehmen dabei die Optimierung der Fertigungsparameter.

In Microfactory 2 geht es um robotergestützte Schweißprozesse, die mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz und datenbasierten Verfahren weiter verbessert werden. Im Rahmen eines automatisierten Roboterschweißprozesses werden Bild- und Prozessdaten genutzt, um Schweißbahnen und Einstellungen gezielter anzupassen, die Nahtqualität zu erhöhen und Abweichungen frühzeitig zu erkennen und zu korrigieren. So lassen sich in der Auftragsfertigung der SDFS Smarte Demonstrationsfabrik Siegen Ausschuss und Stillstände reduzieren. Für den Arbeitsalltag in der Fertigung bedeutet das: weniger Nacharbeit, stabilere Prozesse und eine spürbare Entlastung der Mitarbeitenden.

In Microfactory 3 geht es um den Einsatz Generativer KI. Vorgestellt werden Softwarelösungen, die Entwicklungs- und Planungsprozesse in der Produktion unterstützen und neue Ansätze in der Produktentstehung ermöglichen. Auf diese Weise werden Bauteile schon in der Entwicklung gezielt für die additive Fertigung ausgelegt. Digitale Modelle werden so angepasst, dass leichtere, materialeffizientere und zugleich funktionsgerechte Bauteile entstehen, die sich in dieser Form mit klassischen Verfahren oft nicht herstellen lassen. Das verkürzt Entwicklungszeiten, spart Material und eröffnet neue Möglichkeiten in der Produktgestaltung.

Das zweite Thema betrifft das Hochschulstärkungsgesetz. Es gibt Hochschulen auf, Weiterbildung stärker in ihr Angebot zu integrieren: Im Sinne des lebenslangen Lernens sollen sie künftig Weiterbildungsprogramme als festen Bestandteil in ihr Studienangebot aufnehmen.

In diesem Zusammenhang bietet sich der Campus Buschhütten als geeigneter Partner an. Dabei arbeiten die SDFS als technischer Experte mit Erfahrung in der Weiterbildung von Ingenieurinnen und Ingenieuren und die SLB als pädagogischer Partner eng zusammen.

„In einer alternden und zunehmend diversen Gesellschaft sind Weiterbildung und lebenslanges Lernen entscheidend und angesichts des rasanten Wandels durch KI dringlicher denn je. Eine lohnende Aufgabe für unsere Universität und eine wichtige Brücke zur Wirtschaft“, sagte Prof. Dr.-Ing. Stefanie Reese, Rektorin der Universität Siegen.

Im Zentrum dieser Erfolgsgeschichte steht die SDFS mit ihrem geistigen Vater Peter Burggräf. Offensichtlich werden hier die richtigen Themenkomplexe in der richtigen Art und Weise bearbeitet: „Digitalisierung und Nachhaltigkeit von Produktionsprozessen“, „Kreislaufwirtschaft“ sowie „neue Fertigungsverfahren“ wie additive Fertigung für Metall. Der Nutzen für die Region: Die innovativen Erkenntnisse geben den Partnerunternehmen im vorwettbewerblichen Feld wertvolle Impulse, die ihnen helfen, sich für ihre Zukunft besser aufzustellen. Zudem fließen die Erkenntnisse in die universitäre Lehre und in das überbetriebliche Angebot an modernen Aus- und Weiterbildungsmodulen.

Auf die Frage nach den „Erfolgsfaktoren auf einen Blick“ sagt Frau Dr. Gabriele Barten, verantwortlich für Strategie und Konzeption des Campus Buschhütten: „Allem voran ist es der ganzheitliche Ansatz, konkret der gelebte Transfer, das Bekenntnis zur Nachhaltigkeit, verstanden als Dreiklang aus Ökologie, Ökonomie und Sozialem und die Kollaboration unter einem Dach. Und das in Verbindung mit einem Mindset, der ein ,weg vom Abschotten, hin zur Open source‘ beinhaltet. Denn Wissen wächst bekanntlich dadurch, dass man es teilt.“

Die Gründung des Campus Buschhütten basiert auf der visionären Idee von Dr.-Ing Axel Barten, der „als Siegerländer Urgestein“ 40 Jahre als Geschäftsführender Gesellschafter in der achten Generation nach Engelhard Achenbach das Unternehmen Achenbach Buschhütten geführt hat. 1452 gegründet ist Achenbach Buschhütten wohl das älteste familiengeführte Industrieunternehmen Deutschlands.

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