Tagungsbericht "Ecocriticism and Ecothriller: Negotiations in Latin America and the Global North"
Unter der Leitung von Prof. Dr. Yasmin Temelli setzte das Programm der Tagung einen klaren Fokus auf zentrale Fragen der Ecocriticism: Wie „erscheint“ der Mensch in seinem Verhältnis zur natürlichen Umwelt? Wird er als Teil eines Ganzen, als Nutznießer, als Störfaktor oder als Mitakteur in komplexen Verflechtungen dargestellt? Daraus ergeben sich zugleich weitreichende Konsequenzen: Welche Erzählmuster machen Umweltzerstörung sichtbar (oder unsichtbar), wie werden Gewalt und Verantwortung verhandelt und wie lassen sich die Folgen extraktivistischer Logiken sozial, politisch und ethisch einordnen? In den zahlreichen Vorträgen und Diskussionen wurden dafür u. a. narrative Konzepte wie Suspense sowie kultur- und gesellschaftswissenschaftliche Ansätze wie Slow Violence oder Capitalism Gore herangezogen. Der Ecothriller verbindet dabei Spannungserzeugung und Kritik auf besondere Weise miteinander.
Abgerundet wurde das Symposium am zweiten Tag mit einer zweisprachigen literarischen Begegnung in der Buchhandlung Hugendubel. Im Zusammenspiel von Autorinnenperspektive, Moderation und Übersetzung wurde der Übergang vom wissenschaftlichen Diskurs hin zu künstlerischer Sprache besonders spürbar: Die zuvor analysierten Themen fanden in Lesung und Gespräch einen neuen Resonanzraum. So entstand eine Atmosphäre, die nicht nur Raum für Reflexion und Austausch bot, sondern auch für eine Art gemeinsames Innehalten. Weitere Eindrücke und alle Details dazu finden Sie im vollständigen Tagungsbericht als PDF.
Den vollständigen Tagungsbericht von Svenja Eckstein auf Spanisch finden Sie hier: