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Tobias Berneiser: Revolution und Geschlecht im „Quarantotto veneziano“

Als Forschungsstipendiat der Fritz Thyssen Stiftung widme ich mich während meines einjährigen Aufenthalts am Centro Tedesco di Studi Veneziani (Deutsches Studienzentrum Venedig) der kulturellen und medialen Aufarbeitung eines Ereignisses der venezianischen Geschichte. 

Das Forschungsprojekt Revolution und Geschlecht im „Quarantotto veneziano“: weibliche Emanzipation, männlicher Heldenkult, literarische Erinnerung untersucht Venedigs Revolutionsphase von 1848/49 als einen markanten historischen Moment der Neuverhandlung von Geschlechterrollen. Dabei soll zunächst am Beispiel von Presseartikeln, Flugschriften und Karikaturen des Jahres 1848 herausgearbeitet werden, wie Venedigs kurzfristige Loslösung von der österreichischen Herrschaft innerhalb des öffentlichen Diskurses einen Raum für die Forderung weiblicher Stimmen nach der Beteiligung am patriotischen Kampf ermöglichte.  In der Folge wird zu zeigen sein, wie diese venezianischen Zeugnisse für ein „Risorgimento femminile“ bereits vor der Niederschlagung der Republik kontroverse Debatten auslösten und in der nationalen Erinnerungskultur Italiens durch die Heroisierung der Soldaten Venedigs als Exempel männlichen Heldenmuts rasch in den Hintergrund gedrängt wurden. Für die Rekonstruktion dieser geschlechterpolitischen Aushandlungsprozesse und ihrer patriotischen Bildprogramme werden auch speziell literarische Werke (Romane, Lyrik, Theaterstücke) über das „Quarantotto veneziano“ Berücksichtigung finden, die bislang in der Forschung weitgehend unbeachtet geblieben sind.

Portrait von Tobias Berneiser am Deutschen Studienzentrum in Venedig

Tobias Berneiser am Deutschen Studienzentrum Venedig.

Ansprechpartner

Tobias Berneiser

Dr. Tobias Berneiser

Ehemaliges wissenschaftliches Personal