Vom subtropischen Klima bis zum kältesten Ort der Welt
Dr. Daniel Müller trat mit den Kinderuni-Kindern eine Reise durch die Weiten Russlands an.
Das war knapp…. Am Montag musste Prof. Dr. Claus Wendt gesundheitsbedingt sein Kommen zur Kinderuni am darauffolgenden Dienstag absagen. Kurzentschlossen sprang Dr. Daniel Müller ein. Anstatt des Themas Ernährung und Gesundheit ging es nun um das so unterschiedliche Klima in den insgesamt elf Zeitzonen Russlands und darum, welche Auswirkungen extreme Wetterverhältnisse auf das Leben der Menschen vor Ort haben. 17 Millionen Quadratkilometer Fläche umfasst das größte Land der Erde. Die Entfernung von West nach Ost beträgt rund 9300 Kilometer. 140 Millionen Menschen leben in Russland. Da Russland rund 50 mal so groß ist wie Deutschland, in dem gut 82 Millionen Menschen leben, bedeutet das: Russland ist vergleichsweise dünn besiedelt, was sicherlich auch an geografischen und klimatischen Gegebenheiten liegt.
Müller: „Wenn die Kinder in Kaliningrad frühstücken, gehen die Kinder in Wladiwostok ins Bett.“ Das ist eine Auswirkung der unterschiedlichen Zeitzonen im großen Russland. Oimjakon gilt als kältester Ort der Welt. Hier wurden im Winter schon minus 67,7 °C gemessen. Müller: „Nirgendwo auf der Welt ist es kälter.“ Im Sommer steigt das Thermometer durchaus auf Werte von plus 38 °C. Der Baikalsee ist über 1600 Meter tief und beinhaltet etwa 20 Prozent des Süßwasserrepertoires der Erde. Der salzige Aralsee zwischen Kasachstan und Usbekistan indes ist mittlerweile nahezu ausgetrocknet. Zu viel Wasser wurde „abgezweigt“.
In Sibirien gibt es Dauerfrostböden. Die Stadt Noril‘sk unweit des Polarkreises zählt etwa 200.000 Einwohner und besitzt keine Straßen. Die Häuser stehen auf Stelzen. Wenn es taut, greift der Schlamm tief und würde Straßen und möglicherweise auch Häuser zerstören. Die Stadt Murmansk liegt auch sehr weit nördlich, ist aber wegen des Golfstroms eisfrei. Im Süden Russlands – beispielsweise in Sotschi – herrscht subtropisches Klima. Kaffee und Zitronen werden angebaut. Es gibt die Sandwüste Turkmenistans und das Hochgebirge in Tadschikistan. Rund 100 Völker leben in Russland. Darunter befinden sich auch Verwandte der amerikanischen und kanadischen Apachen. Deren Vorfahren waren einst übers Eis „ausgewandert“. Die Verwandtschaft spiegelt sich nicht zuletzt in der Sprache. Apropos Sprache: Im Kaukasus gibt es Sprachen mit mehr als 80 Konsonanten!
Daniel Müller lud die Kinder auf eine Reise durch Russland ein, machte auf Besonderheiten aufmerksam und auf ganz unterschiedliche Lebensweisen. Im Anschluss an den Vortrag gab es eine Vielzahl von Fragen. Der Dozent wurde auch im Nachgang zur Veranstaltung von Kindern ausgiebig zum Vortrag befragt.