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Wenn Mathematik auf die Enterprise trifft

Volles Haus am Rosenmontag: Im Hörsaalzentrum am Campus Unteres Schloss wurde nicht geschunkelt, sondern gerechnet und zwar interstellar. Prof. Dr. Volker Michel zeigte, warum „Star Trek“ mehr mit Mathematik, Physik und Philosophie zu tun hat, als selbst Mr. Spock zunächst vermuten würde.

Prof. Michel bei der Rosenmontagsvorlesung über Enterprise und Star Trek.

Prof. Dr. Volker Michel nahm das Publikum bei der Rosenmontagsvorlesung mit auf eine unterhaltsame Reise durch das Star Trek-Universum. 

„Leben Sie lange und in Frieden“. Mit dem vulkanischen Gruß verabschiedete sich Prof. Dr. Volker Michel am Ende der diesjährigen Rosenmontagsvorlesung an der Universität Siegen von seinem Publikum. Und das war zahlreich erschienen: Das Hörsaalzentrum am Campus Unteres Schloss war sehr gut gefüllt. Offenbar zieht es am Rosenmontag nicht nur Karnevalsfans zu den Umzügen, sondern auch Sternenflottenbegeisterte zur Wissenschaft.

Unter dem Titel „Von Tribbles, Klingonen, Warpantrieb und anderen galaktischen Rätseln“ nahm der Geomathematiker seine Zuhörerinnen und Zuhörer mit auf eine ebenso lehrreiche wie unterhaltsame Reise durch das „Star Trek“-Universum. Ältere Fans, die noch mit dem „Raumschiff Enterprise“ der 1960er-Jahre groß geworden sind, saßen neben Studierenden, die Captain Picard und moderne Streaming-Serien kennen: Generationen vereint im Namen der Föderation.

Flauschig wurde es bei den Tribbles: Anhand einer der berühmtesten Episoden erklärte Michel mit einfacher Potenzrechnung, wie aus einem einzigen Tierchen dank exponentiellen Wachstums in nur drei Tagen mehr als 1,7 Millionen werden. Jedoch stimmte das Ergebnis der Vorlesung nicht mit Spocks Resultat aus der Folge überein. Hatte sich der Vulkanier verrechnet? „Spock hat immer recht“, schmunzelte Michel. Wie sich herausstellte, war Spocks legendäre Zahl mathematisch korrekt. Das deutsche Synchronstudio hatte dagegen einen Fehler gemacht, im englischen Original kam Spock auf das gleiche Ergebnis wie Michel. 

Auch der Mythos der „roten Uniformen“ wurde von Michel wissenschaftlich überprüft. Denn Personal mit goldenen Uniformen lebt in Wahrheit gefährlicher als die Kollegen mit roten Oberteilen, zumindest statistisch betrachtet. Ein Beweis dafür, dass Wahrscheinlichkeitsrechnung spannender sein kann als jede Außenmission.

Beim Impuls- und Warpantrieb ging es schließlich ans Eingemachte: Relativitätstheorie, Raketenphysik und exotische Materie zeigten, dass interstellare Reisen derzeit weniger am Mut als an Energiefragen scheitern. Dennoch machte Michel deutlich: Science-Fiction ist kein bloßer Zeitvertreib, sondern ein Denkraum für reale Wissenschaft und für gesellschaftliche Visionen.

Die Rosenmontagsvorlesung hat sich damit längst als feste Größe im Siegener Veranstaltungskalender etabliert: klug, humorvoll und mit klarem Blick über den Tellerrand oder in diesem Fall über den Rand der Galaxie.

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