Zahlen, Rätsel, Aha-Momente
Rechnen, analysieren, verstehen: Beim Tag der Mathematik an der Universität Siegen stand das Denken in Zahlen im Mittelpunkt. Über 460 Schülerinnen und Schüler aus der Region von Siegen über Betzdorf bis Waldbröl kamen zum Campus Unteres Schloss, um Mathe einmal ganz anders zu erleben. Organisiert wurde die Veranstaltung vom Department Mathematik unter der Leitung von Geomathematiker Prof. Dr. Volker Michel.
Der Anlass ist der internationale Pi-Day, der traditionell am 14. März gefeiert wird. Die amerikanische Schreibweise 3/14 entspricht den ersten Ziffern der Kreiszahl Pi. Das Programm bot eine breite Palette von interaktiven Formaten. Neben Vorträgen zu Themen wie Erdbebenforschung, Zufall oder künstlicher Intelligenz konnten die Teilnehmenden in Workshops selbst aktiv werden. Ob beim Bau eines Büroklammer-Computers, beim Lösen mathematischer Escape Games, beim Schätzen im Wettbewerb „Pi mal Daumen“ oder beim Knobeln an Schachproblemen, Mathematik wurde greifbar und erlebbar.
Zur Eröffnung begrüßten auch Rektorin Prof. Dr. Stefanie Reese und Siegens Bürgermeister Tristan Vitt die Teilnehmenden. Manchen von ihnen geht es sicherlich so wie Uni-Rektorin Prof. Dr. Stefanie Reese, für die Mathe schon immer ein Lieblingsfach gewesen ist. „Mathematik macht Spaß und ist wunderschön“, motivierte sie die Schülerinnen und Schüler. Von denen fühlten einige aber auch wie Siegens Bürgermeister Tristan Vitt, für den Mathe in der Schule eher „Pflichtprogramm“ war. Einig ist er sich aber mit der Rektorin, dass er in der Schulzeit an einem „Tag der Mathematik“, wie ihn die Uni Siegen anbietet, mit Begeisterung teilgenommen hätte. Und so blieben die beiden auch noch zum Rudelquiz, um ihr mathematisches Wissen auf die Probe zu stellen.
Überall ist Mathematik, erklärte Michel und startete mit der ersten Frage. Lineares und exponentielles Wachstum? Da gab es das erste Stirnrunzeln. Aber der Professor löste es spielerisch: abzählen, aufstehen, vergleichen und schon war die Antwort ganz einfach. So soll es am Tag der Mathematik gehen. Nicht über Formeln und Gleichungen grübeln, sondern aktiv werden, Dinge selber machen, Zusammenhänge erkennen, das ist Volker Michel und seinen Kolleginnen und Kollegen vom Department Mathematik wichtig.
Großen Anklang fand auch der Vortrag von Prof. Dr. Franz-Theo Suttmeier und Katharina Suttmeier mit dem Titel „Kühe, Pferde und Ziegen: Gemeinsam Mathe verstehen lernen“. Darin zeigten sie anschaulich, wie mathematisches Denken ohne technische Hilfsmittel gefördert werden kann. Ihr Ansatz setzt auf gemeinsames Entdecken und einfache Zugänge, um nachhaltiges Verständnis zu schaffen. Ein Konzept, das Prof. Suttmeier auch in seinen Seminaren erfolgreich umsetzt.
Dass das Konzept aufgeht, zeigte die Begeisterung vor Ort. In den Hörsälen wurde aufmerksam zugehört, in den Seminarräumen intensiv diskutiert und an den Stationen konzentriert gearbeitet. Unterstützt wurden die Schülerinnen und Schüler nicht nur von Professorinnen und Professoren, sondern auch von wissenschaftlichen Mitarbeitenden und Studierenden.
„Das ist ein neuer Rekord“, freute sich Organisator Michel über die hohe Beteiligung. Seit 2020 richtet die Universität Siegen den Tag der Mathematik rund um den Pi-Day aus und das mit wachsendem Erfolg.