Zwei Siegener Start-ups erhalten Förderung
Die Universität Siegen hat gleich doppelten Grund zur Freude: Bei der Förderinitiative „Start-up Transfer.NRW“ haben sich mit DelphiCore und CLARIGEN zwei Gründungsteams durchgesetzt, die vom Entrepreneurship Center begleitet werden. Die Startups erhalten jeweils 270.000 Euro. Die Förderung soll beiden Vorhaben den nächsten Schritt in Richtung Markteinführung ermöglichen und unterstreicht das Potenzial forschungsnaher Ausgründungen.
„Wir freuen uns sehr, dass mit DelphiCore und CLARIGEN gleich zwei Teams aus unserer Betreuung erfolgreich waren“, sagt Dr. Jens Jacobs, Leiter von connect.US der Uni Siegen. „Dieser Erfolg zeigt, welches Innovationspotenzial an der Universität Siegen entsteht und wie wichtig eine frühzeitige, strukturierte Unterstützung für Gründungsvorhaben ist.“ Das zu connect.US gehörende Entrepreneurship Center unterstützt Angehörige der Universität Siegen unter anderem dabei, ein Geschäftsmodell zu entwickeln, geeignete Fördermittel zu identifizieren und zu beantragen sowie einen Businessplan zu erstellen. Es leitet somit durch den gesamten Gründungsprozess. Durch verschiedene Programme und eine intensive Begleitung können die Gründungsteams neben dem fachlichen Wissen auch relevante Soft-Skills weiterentwickeln.
Technik für sichere Bauteile
DelphiCore entwickelt eine Technologie, die Bauteile aus Hochleistungsmaterialien digital überwachbar macht. Durch die Integration von Sensoren und eine patentierte Kalibriermethode können Veränderungen und Belastungen im Inneren eines Bauteils kontinuierlich erfasst werden. Dadurch wird vorausschauende Wartung möglich, die Lebensdauer von Bauteilen kann verlängert und die Zuverlässigkeit erhöht werden, etwa in der Luft- und Raumfahrt, der Windenergie und in industriellen Anwendungen.
Die Forschungsarbeiten entstanden an der Professur für Werkstoffsysteme für den Fahrzeugleichtbau von Prof. Dr. Robert Brandt an der Universität Siegen. Die Technologie wurde von der Universität Siegen als Patent angemeldet und bildet die Grundlage für die weitere Entwicklung von DelphiCore. Das Team besteht aus Sascha Grindel mit Hintergrund in Elektrotechnik, Robotik und Automatisierung, Sebastian Haller aus den Bereichen Werkstofftechnik, Materialwissenschaft und Sensortechnologie, sowie Sarah Steurer mit Schwerpunkt Business Development und Strategic Partnerships. Sebastian Haller ist der Erfinder der Technologie. Unterstützt wird das Team unter anderem von Prof. Dr. Peter Kraemer.
Mit der Förderung will das Team einen Prototyp entwickeln, die Technologie unter realen Bedingungen testen und bis 2027 die Unternehmensgründung vorbereiten. Langfristig ist das Ziel, die Technologie zur Marktreife zu bringen und gemeinsam mit Industriepartnern in die Anwendung zu bringen.
KI unterstützt bei Stressprävention
CLARIGEN arbeitet an einer App, die Menschen dabei helfen soll, Stress im Alltag besser zu bewältigen. Herzstück ist ein achtwöchiges Präventionsprogramm, das mithilfe künstlicher Intelligenz individuell angepasst wird. Die Software berücksichtigt unter anderem die aktuelle Belastung einer Person, die verfügbare Zeit, bereits absolvierte Übungen und das persönliche Feedback der Nutzer. Ziel ist es, aus einem Pool wissenschaftlich entwickelter Übungen die passende Unterstützung für die jeweilige Situation und Person vorzuschlagen.
Besonderen Wert legt das Team auf den Datenschutz. Sensible Informationen sollen möglichst direkt auf dem Smartphone verarbeitet werden. Wissenschaftlich begleitet wird das Projekt an der Professur für Klinische Psychologie und Psychotherapie der Universität Siegen unter Leitung von Prof. Dr. Tim Klucken. Das Gründungsteam besteht aus Junis Balaom und Tobias Dyballa. Junis Balaom hat einen Bachelorabschluss in Wirtschaftspsychologie, studiert Informatik und ist seit 2018 als Unternehmer im digitalen Umfeld tätig. Tobias Dyballa hat einen Master in Klinischer Psychologie und Psychotherapie und absolviert aktuell die Approbationsprüfung zum Psychotherapeuten.